Kommentar

Die letzten beissen Hunde

Seit den 70er-Jahren wird Chlorothalonil in der Landwirtschaft eingesetzt. Nun prüft der Bund ein Verbot des Pflanzenschutzmittels. (Symbolbild)

Seit den 70er-Jahren wird Chlorothalonil in der Landwirtschaft eingesetzt. Nun prüft der Bund ein Verbot des Pflanzenschutzmittels. (Symbolbild)

Tonnenweise wurde seit der 70er-Jahre der Pestizid-Wirkstoff Chlorothalonil eingesetzt. Da erstaunt es nicht, dass Abbauprodukte dieses Fungizids sich im Grundwasser und letztlich auch Trinkwasser wiederfinden. Nun sieht endlich auch der Bund darin eine mögliche Gesundheitsgefährdung und hat per Ende Juli immerhin eine Herabsetzung des Höchstwertes beschlossen.

Ganz nach dem Motto «Die Letzten beissen die Hunde» sind nun die Gemeinden und Wasserversorger gefordert. Sie müssen dem Gesundheitsamt innert kürzester Frist aufzuzeigen, welche Massnahmen sie bei belastetem Grund- und Trinkwasser umsetzen wollen. Eine Frist, die die Betroffenen an ihre Grenzen bringt. Und auf die Palme. Umso mehr, als das Gesundheitsamt sich gegenüber der besorgten Öffentlichkeit zunächst hinter Paragrafen zu verstecken suchte.

Der Druck des Einwohnergemeindeverbandes brachte gestern endlich auch Kantonsvertreter dazu, sich im Rahmen einer Medienkonferenz zu erklären. Viel mehr als den Ratschlag, nötigenfalls Wasser aus belasteten mit solchem aus unbelasteten Fassungen zu verdünnen und Verbundleitungen zu erstellen, konnten sie den Wasserversorgern allerdings nicht mit auf den Weg geben. Klarer Fall also: Nicht nur Chlorothalonil, sondern auch ähnliche Pestizide gehören längst verboten. Dafür, dies in «Bern» endlich klar zu machen, sollten nicht noch weitere Briefe an drei Bundesräte nötig sein.

Verwandtes Thema:

Autor

Urs Mathys

Urs Mathys

Meistgesehen

Artboard 1