Crémines

Die Leidenszeit hat ein Ende: René Stricklers Raubtiere leben sich im Siky Park ein

Die Grosskatzen von René Strickler konnten im frisch sanierten Siky Park in Crémines ihre vier neuen Gehege in Beschlag nehmen.

Der Medienrummel war am Freitagnachmittag im neu renovierten Siky Park in Crémines gewaltig. Nach langer Odyssee konnte der Tierlehrer René Strickler das neue Zuhause für seine Grosskatzen präsentieren. Die Nervosität war Strickler und dem Verwaltungsratspräsidenten des neu gegründeten Siky Parks, Werner Ballmer, anzumerken, denn noch standen ein paar Baumaschinen herum, die erst gerade noch im Einsatz waren.

Die lange als Trauerspiel konzipierte Geschichte um den Verbleib von René Stricklers Grosskatzen ist nach neun Jahren zu einem Happy End gekommen. «Nach 13-monatiger Bauzeit ist es uns gelungen, den Siky Park komplett zu sanieren und so zu erweitern, dass Stricklers Tiger, Löwen und Pumas in neuen, tiergerechten Gehegen untergebracht werden können», so Ballmer. Und auch die anderen Siky-Tiere, die Affen, Vögel, Ponys, Alpacas, Rothirsche oder Waschbären haben frisch sanierte Unterkünfte bekommen.

Auch das Restaurant wurde renoviert, sowie die Durchgangswege und die Besucherlenkung verbessert. Höhepunkt des seit 45 Jahren bestehenden Tierparkes mit wechselvoller Geschichte sind nun aber René Stricklers Raubkatzen, die sich – auch zur Verblüffung des Betriebsleiters und Tierpflegers Marc Zihlmann – erstaunlich schnell auf dem Gelände heimisch fühlten.

Siky Wildtierpark feiert Eröffnung

Siky Wildtierpark feiert Eröffnung

Für René Strickler geht eine turbulente Zeit zu Ende und ein neues Kapitel beginnt. Der Raubtierpark feiert in Crémines seine Wiedereröffnung.

Finanzierung

8,5 Mio. Franken wurden für diese Neugestaltung aufgewendet, war zu erfahren. Das Geld kam durch eigenes Aktienkapital, Aktionärsdarlehen, sowie Beiträgen von Gönnern und dem «Freundeskreis Siky Park» zusammen. «Grossen Dank schulden wir auch der Standortgemeinde Crémines», sagte Ballmer. Man habe ihr Vorhaben unbürokratisch rasch möglich gemacht, indem jetzt neu insgesamt 50'000 m2 Land in Baurecht zur Verfügung stehen.

«In acht bestehenden Gebäuden wurden Sanierungen durchgeführt, vier wurden komplett neu gebaut.» Die neuen Bauten für die Raubtiere wurden, als Novum für einen Zoo, in Fertigbauweise aufgestellt. Am nordwestlichen Parkende sind die Gehege für die sechs Tiger entstanden. Ihre rund 1663m2 grosse Anlage besteht aus einem 376m2 grossen Nachthaus, den Rest bildet die weitläufige, tiergerechte Aussenanlage.

Sikypark – Neues Zuhause für René Stricklers Raubkatzen

Sikypark – Neues Zuhause für René Stricklers Raubkatzen

Aus dem Notfall wurde ein Glücksfall! Heute beherbergt der Zoo heimische und Wildtiere und ist ein nachhaltiger Tierpark.

Bei der Führung durchs Gelände war denn auch sofort spürbar, wie wohl sich die Tiger hier fühlen. Neugierig beobachteten sie den vorbeziehenden Gästepulk, schlenderten vom Innen- in den Aussenbereich und wieder zurück. Sobald sie Stricklers Stimme hören konnten, kamen sie heran. «Bei allen Gehegen wurde viel Wert darauf gelegt, dass die Tiere ihre Sichtebenen verändern können», so Zihlmann. «Aussichtspunkte mit Weitblick und die Möglichkeit, dass sich die Tiere jederzeit zurückziehen können, gehören zum Konzept.

Noch sind das Aussengelände nicht fertig angepflanzt und die Wasserstellen noch nicht gefüllt. «Ja, dafür hat es jetzt noch nicht gereicht», gesteht Zihlmann. Eine Besonderheit hat es beim Tigerhaus: Von aussen kann man einen Blick in die sogenannte Fleischküche werfen. «Wir glauben, dass es unsere Besucher interessiert, zu sehen, was eine solche Katze pro Mahlzeit auch benötigt.»

Vorbild Krüger Nationalpark

Ungefähr dort, wo früher die Rothirschherde lebte, ist jetzt das Löwengehege angesiedelt. Auch für die drei Löwen wurde ein Innen- und Aussenbereich geschaffen. Was auf ihrem Gelände irritiert, ist ein breiter Weg mit einem alter Safari-Jeep darauf. Zihlmann erklärt: «Wir orientierten uns bei der Schaffung dieses Bereichs am Krüger Nationalpark. Dort nimmt die Strasse auch einen grossen Teil ein. Die Tiere wandern darauf, natürlich auch die Löwen.» Und so tun sie es auch im Siky Park. Wichtig sei auch hier, den Löwen Aussichtsplattformen zu schaffen, damit sie das Tal überblicken können.

Mit der Drohne über den Siky Park (August 2018)

Mit der Drohne über den Siky Park (August 2018).

Beim Rundgang war zu beobachten, wie stolz René Strickler ist. «Ich bin erleichtert. Wenn ich sehe, wie sich meine Tiere hier zurechtfinden. Da geht mir das Herz auf.» Es sei heute ein freudiger Tag, auch wenn er gerne an die Zeit in Subingen zurückdenke. «Es war auch dort sehr schön und ich hatte eine gute Zeit». Er betont, dass er heute mit der Landbesitzerin, die sein dortiges Gelände verkaufen wollen, ein gutes Einvernehmen habe. In Subingen sei fast alles abgebaut. «Was ich bedaure ist, dass die fast 190, zum Teil alten Bäume, die auf dem Gelände standen, abgeholzt wurden. Schade, denn es war wie eine grüne Oase im Industriequartier».

Er selbst sei derzeit daran, sein Haus in Subingen zu verkaufen. «Inzwischen wohne ich in Laupersdorf, um näher bei den Tieren zu sein.» Er sei momentan daran, ein neues Agility-Programm zusammenzustellen, damit die Raubkatzen – und auch er selber – beschäftigt seien. «Zunächst warten wir aber noch etwas ab, damit sie sich noch besser an die neue Umgebung gewöhnen.»

Eröffnung Siky Park 25./26. August

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