Coronavirus
Die Lage entspannt sich — Solothurner Spitäler können vorerst aufatmen

Die epidemiologische Lage im Kanton Solothurn entspannt sich, die Zahl der Covid-19-Patientinnen und Patienten in den Spitälern hat abgenommen. Für eine Entwarnung ist es aber zu früh.

Rebekka Balzarini
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Die Spitäler sind weniger ausgelastet als im Dezember und November.

Die Spitäler sind weniger ausgelastet als im Dezember und November.

Hanspeter Bärtschi / SZ

Wochenlang war das Pflegepersonal in den Spitälern im Kanton stark gefordert. Ende Jahr mussten bis zu 80 Personen mit einer Covid-19 Erkrankung im Spital behandelt werden. Diese Zahl ist nun stark gesunden: Laut dem aktuellen Situationsbericht zur epidemiologischen Lage im Kanton mussten diese Woche noch 29 Patientinnen und Patienten im Spital gepflegt werden.

Ebenfalls ist die Zahl der laborbestätigten Neuinfektionen ist laut dem Bericht erneut gesunken: In der vergangenen Woche registrierte das Gesundheitsamt 327 Neuinfektionen, in der Woche davor waren es 427.

Auch die Positivitätsrate, die anzeigt, welcher Anteil der getesteten Personen schliesslich tatsächlich unter Covid-19 leidet, ist gesunken. In der vergangenen Woche waren 7.3 Prozent der getesteten Personen tatsächlich positiv auf Covid-19 getestet worden, in der Vorwoche waren es 10.8 Prozent. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO ist eine Positivitätsrate von unter 5 Prozent ein Zeichen dafür, dass das Infektionsgeschehen unter Kontrolle ist.

Leicht gestiegen ist allerdings die Reproduktionszahl, die das Infektionsgeschehen im Kanton vor rund 10 Tagen beschreibt. Diese lag in der vergangenen Woche bei 0.82, in der Vorwoche bei 0.8. Ein Wert von 0.8 oder weniger ist laut der Wissenschaftlichen Tasforce des Bundes wünschenswert, weil sich die Zahl der Neuinfektionen damit alle zwei Wochen halbieren würde.

Zum Feiern ist es noch zu früh

«Die aktuelle epidemiologische Entwicklung stimmt uns vorsichtig optimistisch», schreibt der Solothurner Kantonsarzt Lukas Fenner. Die sinkende Zahl der Hospitalisationen von Covid-19 Patienten, der Rückgang bei den Todesfällen und den Fallzahlen wäre sogar sehr erfreulich, «wenn nicht die hochansteckenden Coronavirus-Mutationen den Kampf gegen die Pandemie erschweren würden und zu einem raschen Wiederanstieg führen könnten.»

Über die Ausbreitung von Virusvarianten, wie sie unter anderem in Südafrika und Grossbritannien gefunden wurden, wisse man noch zu wenig, um zukünftige epidemiologische Entwicklungen abschätzen zu können, so der Kantonsarzt. Diese Varianten scheinen laut ersten Studien ansteckender als die zuvor in der Schweiz dominierende Variante. Um die Ausbreitung der neuen Varianten überwachen zu können, sei es wichtig, kontinuierlich repräsentative und aktuelle Daten zu erheben.

Der Solothurner Kantonsarzt Lukas Fenner an einer Medienkonferenz im Januar.

Der Solothurner Kantonsarzt Lukas Fenner an einer Medienkonferenz im Januar.

Hanspeter Bärtschi / SZ

«Wichtig ist es deshalb, dass sich Bürgerinnen und Bürger beim kleinsten Verdacht auf eine Coronaviirus-Infektion sofort testen lassen», so Fenner. «Die Testergebnisse geben nicht nur den Betroffenen eine Sicherheit über ihre eigene gesundheitliche Situation, sondern liefern den Behörden auch wichtige Informationen zur aktuellen Situation im Kanton. So ist die Zahl der Neudiagnosen nach wie vor einer der wichtigsten Indikatoren zur Überwachung und Bewältigung der Pandemie.»

Bisher sind laut dem Kantonsarzt 25 Personen im Kanton Solothurn bekannt, die sich mit der Virusvariante B.1.1.7 angesteckt haben. Diese Zahl ist laut Fenner aber mit Vorsicht zu interpretieren, weil die Proben im Kanton noch nicht systematisch in Labors auf neue Varianten getestet werden. Eine systematische Überwachung durch diagnostizierende Labor stehe erst in einigen Wochen zur Verfügung.

Wenn im Kanton bekannt wird, dass sich eine Person mit einer neuen, ansteckenderen Variante infiziert hat, wird ein intensiviertes Contact-Tracing durchgeführt. In diesen Fällen müssen nicht nur die Kontaktpersonen der Infizierten in Quarantäne, sondern auch deren Kontaktpersonen.

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