Es ist kalt und die Bise zieht durch die Klus an diesem Mittwochmorgen auf dem Gelände des Interkantonalen Feuerwehrausbildungszentrum IFA. Doch die zwanzig Feuerwehrmänner und eine Frau aus dem ganzen Gebiet des Kantons Solothurn schreckt das nicht. Sie sind schon seit Beginn der Woche daran, in verschiedenen Modulen die Kenntnisse zu erwerben, die sie befähigen, künftig eine Ortsfeuerwehr zu kommandieren. Sie alle wollen Feuerwehr-Kommandanten werden, an diesem Kurs, den die Solothurnische Gebäudeversicherung alle zwei Jahre durchführt.

In drei Gruppen sind die Anwärter – alles gestandene und erfahrene Feuerwehrleute – eingeteilt. Sie müssen abwechslungsweise eine Feuerwehrübung planen, «ihre» Feuerwehrleute befehligen und sinnvoll einsetzen. Die Kurskameraden figurieren als Feuerwehrtrupp – nachher wird analysiert und der Übungsablauf besprochen.

Als Kurskommandant amtet Markus Grenacher, der kantonale Feuerwehrinspektor. Er erklärt: «Die Anwärter hatten schon im November den ersten Teil des Kurses besucht. Dort ging es in erster Linie um die Einsatzführung. Jetzt stehen Themen wie Administration, Kurs- und Kaderplanung, Ausrüstung und Materialwesen und Übungsplanung und -vorbereitung im Vordergrund.»

Keine Aufnahmeprüfung

Die Ausbildung zum Feuerwehr-Kommandaten verlangt von den Teilnehmern eine hohe Bereitschaft für die Feuerwehr, betont Grenacher, denn: «Die Erwartungshaltung der Bevölkerung ist gross.» Alle Beteiligten, auch die Ausbildner und Instruktoren sind Milizler. Ein frisch ausgebildeter Feuerwehrkommandant sei durchschnittlich 30 Jahre alt, so Grenacher weiter. Fünf bis zehn Jahre sei er dann im Amt. Da man auf eine Aufnahmeprüfung verzichte, sei die Messlatte für die Kursteilnehmer hoch. «Wer hier mitmacht, hat die gesamte Feuerwehr-Hierarchie bis hin zum Offizier hinter sich.»

Den Übungslektionen draussen folgen Fachreferate und theoretische Kenntnisse in den Schulungsräumen des IFA. Bei der Diplomübergabe am letzten Kurstag dankte Volkswirtschaftsdirektorin Brigit Wyss den Teilnehmern. «Wer freiwillig noch mehr Verantwortung für die Gesellschaft auf sich nimmt, dem ist der Dank der Regierung und der Solothurner Bevölkerung sicher», so die Regierungsrätin.

Kommandantendiplome gehen an: Oblt Andreas Bänninger, Bettlach; Oblt Thomas Steinbach, Dornach; Oblt Monika Sandmeier, Kienberg; Lt Thomas Ramseier-Schmitz, Lostorf-Stüsslingen-Rohr; Oblt Philip Brunner, Recherswil; Maj Boris Anderegg, Solothurn; Oblt Andreas Düringer, Winznau; Oblt Christoph Hänggi, Breitenbach; Lt Matthias Aebi, Fulenbach; Lt Francois Oser, Hofstetten-Flüh; Lt Manuel Guldimann, Lostorf-Stüsslingen-Rohr; Hptm Pascal Tschan, Olten; Lt Raphael Renggli, Regionalfeuerwehr Unterer Hauenstein; Hptm Marcos Bello BF SBB Olten Lösch- und Rettungszug; Lt Cyril Kuratli, Derendingen; Oblt Tobias Kocher, Egerkingen; Oblt Stefan Auderset, Kriegstetten-Halten-Oekingen; Oblt Pascal Prétôt, Limpachtal; Oblt Christoph Gees, Oberbuchsiten; Lt Martin Messer, Regionalfeuerwehr Unterer Hauenstein; Hptm Alain Lack, Schönenwerd.