kanton Solothurn
Die Krebsliga ist mehr als eine Hilfsorganisation

Seit 60 Jahren begleitet die Krebsliga Solothurn im Kanton Krebsbetroffene und ihre Angehörigen. An der Jubiläums-Mitgliederversammlung wird gefeiert.

Lara Enggist
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Barbara Aerni-Kopp (links) und Jocelyne Koolen während eines Beratungsgesprächs. zvg

Barbara Aerni-Kopp (links) und Jocelyne Koolen während eines Beratungsgesprächs. zvg

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Die Krebsliga. Wer hat noch nicht von ihr gehört. Doch was haben Krebsbetroffene der Organisation eigentlich alles zu verdanken?

556. Das ist die Anzahl an Krebsbetroffenen und Angehörigen, die im Jahr 2016 das Beratungsangebot der Krebsliga Solothurn in Anspruch genommen haben; das sind 25 Prozentmehr als noch vor zwei Jahren. Diese Zahl macht deutlich: Das Bedürfnis nach einer professionellen Beratungsstelle ist grösser denn je.

«Beratung» ist bei der Krebsliga ein weiter Begriff: Erfahrene Fachleute stehen den Betroffenen zur Seite, wenn sich diese mit körperlichen, psychischen, sozialen und materiellen Folgen auseinandersetzen müssen. «In den Anfangsjahren lag der Hauptfokus auf der Ausrichtung von finanziellen Beiträgen an Behandlungskosten», erklärt Stephanie Affolter, Geschäftsleiterin der Krebsliga Solothurn. «Heute geht es vor allem um die Unterstützung im Umgang mit der Krankheit und deren Folgen», fügt sie hinzu. Im Kanton Solothurn existieren vier Anlaufstellen: Solothurn, Grenchen, Olten und Breitenbach.

Doch die Beratung ist nur eine der unzähligen Dienstleistungen, die der politisch und konfessionell neutrale Verein anbietet. Dank der SEOP (Spitalexterne onkologische Palliativpflege), einem weiteren Schwerpunkt der Krebsliga, ist es für Krebsbetroffene möglich, ihre letzte Lebensphase zu Hause zu verbringen.

Öffentlicher Jubiläumsanlass

Krebs ist die häufigste Ursache für vorzeitige Sterblichkeit, deshalb werden auch die Prävention und Früherkennung von Krebserkrankungen grossgeschrieben. Workshops, Infoblätter und Referate klären auf und sollen auf das Thema Krebserkrankung aufmerksam machen.

Wer sich nun fragt, woher die finanziellen Mittel für all diese Leistungen kommen: Laut Andreas Eng, Präsident der Krebsliga Solothurn, stammen rund 80 Prozent der Mittel aus Mitgliederbeiträgen und Spenden. Im Jahresbericht 2016 schreibt er, dass die Finanzen im Lot seien. Trotzdem gelte natürlich jederzeit das geflügelte Wort: «Es dörft es bitzeli meh si».

Die Krebsliga muss sich auch in Zukunft neuen Herausforderungen stellen: Die Zahl der Krebsbetroffenen nehme zu. «Zwar steigt auch die Zahl der Menschen, die den Krebs besiegen konnten, aber nur einer von fünf Betroffenen lebt nach einer Erkrankung in guter Gesundheit weiter», erklärt Stephanie Affolter. Dies sei nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für deren Vorgesetzten und Arbeitskollegen eine schwierige Situation.

Für die Krebsliga sei deshalb wichtig, ein spezielles Augenmerk auf die Thematik «Krebs und Arbeit» zu richten. Affolter betont: «Da die Nachfrage nach Beratungsdienstleistungen weiter steigt, stellt die längerfristige Finanzierung der Dienstleistungen die grösste Herausforderung dar». Denn: Die Dienstleistungen der Krebsliga sind für Betroffene und deren Angehörigen seit je kostenlos.

Zum 60-jährigen Bestehen lädt die Krebsliga Solothurn heute Donnerstag, 11. Mai zur Jubiläums-Mitgliederversammlung ein. An der Veranstaltung werden zwei «Special Guests» referieren und im Anschluss wird ein Apéro offeriert.