Coronavirus im Kanton Solothurn

Die Konferenz über die zusätzlichen Massnahmen wurde kurzfristig auf Mittwoch verschoben — Warum?

Der Kanton Solothurn meldet über das Wochenende 127 neue Fälle. (Symbolbild)

Der Kanton Solothurn meldet über das Wochenende 127 neue Fälle. (Symbolbild)

Eigentlich hatte der Regierungsrat am Montagnachmittag über zusätzliche Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus im Kanton informieren wollen. Die entsprechende Medienkonferenz hatte er bereits am Freitag angekündigt. Nun wurde die Konferenz auf Mittwoch verschoben.

Weniger als eine Stunde vor dem Termin blies die Regierung den geplanten Anlass aber ab: «Der Bundesrat hat mit den gestern gefällten Massnahmen, Entscheidungen gesamtschweizerisch vorweggenommen, welche der Regierungsrat für den Kanton Solothurn vorgesehen hatte», schrieb die Staatskanzlei in einer Mitteilung.

Über die Umsetzung der vom Bundesrat erlassenen Massnahmen und weiterer ergänzenden Massnahmen werde man am Mittwoch informieren, so die Behörde weiter. Am späteren Nachmittag gab die Solothurner Gesundheitsdirektorin Susanne Schaffner den Grund für den neuen Zeitplan bekannt: «Da der Bundesrat erst gestern entschieden hat, müssen wir zuerst genau prüfen, wo Regelungsbedarf besteht», so die Regierungsrätin.

Zusammenarbeit mit den Nachbarkantonen

Im Kanton Solothurn steigt die Zahl der Neuinfektionen weiter an. Am Montag hat das Gesundheitsdepartement für das Wochenende 127 laborbestätigte Infektionen gemeldet, 12 Personen liegen aktuell im Spital. Laut Gesundheitsdirektorin Susanne Schaffner werden zusätzliche Schutzmassnahmen in verschiedenen Bereichen geprüft.

So soll etwa die Erhebung der Kontaktdaten optimiert werden, und eine Beschränkung der Gästezahlen in Bars und Clubs wird überprüft. Auch eine Sperrstunde für diese Lokalitäten steht laut den Angaben der Gesundheitsdirektorin zur Diskussion.

Mit den Nachbarkantonen stehe man betreffend der Durchführung von Grossanlässen im Austausch. In diesem Bereich hat der Kanton Bern bereits eine Entscheidung gefällt: Die Staatskanzlei gab am Sonntag bekannt, dass Grossveranstaltungen mit mehr als 1'000 Besucherinnen und Besucher per 19. Oktober nicht mehr erlaubt sind. Dies, weil die Fallzahlen im Kanton Bern sich «zurzeit in weniger als einer Woche verdoppeln», so die Staatskanzlei des Nachbarkantons.

Noch keine neuen Regeln in Bezug auf Grossveranstaltungen haben die Kantone Basel-Landschaft und Aargau erlassen. Letzterer hat am Montag aber strengere Regeln im Bereich der Bar- und Clubbetriebe angekündigt. So dürfen im Kanton Aargau ab Dienstag nur noch 50 Personen gleichzeitig in einem Club oder einer Bar anwesend sein. Die Maskenpflicht wird auf sitzende Personen ausgeweitet. Auch für private Anlässe hat der Aargau schärfere Regeln formuliert als der Bundesrat: So müssen auch bei Privatanlässen mit weniger als 15 Gästen Kontaktdaten erhoben werden.

Der Kanton Basel-Landschaft hat bisher noch keine schärferen Massnahmen angekündigt. Auf seiner Webseite informiert der Kanton aber darüber, welche Massnahmen er ergreifen würde, falls die Zahl der Neuansteckungen im Baselbiet stark ansteigt.

So würde auch dort die Zahl der anwesenden Personen in Clubs und Bars, sowie an öffentlichen Anlässen, von 100 auf 50 reduziert werden. Ausserdem wären bei privaten Feiern nur noch 30 Personen erlaubt.

Autor

Rebekka Balzarini

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