Mit Freude erwarteten wir die Projekt-Woche, in der wir lernen wollten, wie ein GIS (geografisches Informationssystem) angewendet wird. Das Programm dient dem Erstellen von übersichtlichen und möglichst informativen Karten, in welche verschiedene Daten per GPS eingefügt werden.

Zugegeben: Wir erwarteten eine eher gemütliche Woche mit etwas Erholung. Als wir dann erfuhren, dass wir grossräumig auf Biberspurensuche gehen sollten und dementsprechend viel wandern müssten, war unsere Freude tatsächlich nicht mehr ganz so gross.

Am Morgen des 1. Dezember fiel dann der Startschuss zu unserer sogenannten «Biberwoche». Die Instruktionen bekamen wir von Christoph Angst, dem Leiter der Biberfachstelle Schweiz. Er gab uns wichtige Informationen und Tipps, damit unsere Suche möglichst erfolgreich und reibungslos vonstattengehen konnte.

Dementsprechend gut vorbereitet, begann am Nachmittag die effektive Datenaufnahme. In kleinen Gruppen bekamen wir die jeweiligen Gebiete, die wir auf Biberspuren untersuchen sollten, zugeteilt.

Unsere Ausrüstung bestand aus einer Karte, einem Feldstecher, einer Kamera sowie dem Handy, in das wir die gefundenen Spuren, mithilfe einer App und via GPS mit Koordinaten versehen, eintrugen. Die Daten wurden gespeichert und konnten später am Computer abgerufen und in Karten eingefügt werden.

Auch warme Kleidung war im kalten Dezember gefragt. Allerdings habe die kalte Jahreszeit auch ihre Vorteile - wie uns Herr Angst erklärte – denn so könne man die Spuren der Biber im Winter am besten erkennen.

17 Reviere mit 64 Tieren gefunden

Drei Nachmittage waren wir draussen unterwegs und nahmen Daten auf. Den Rest der Woche erstellten, bearbeiteten und konstruierten wir auf dem Computer GIS-Karten, die eine Übersicht der Spuren im jeweiligen Gebiet ergaben.

Auf den Karten wurde die Verbreitung der Biber im Jahre 2014 im Vergleich zu den Biberspuren aus der letzten grossflächigen Kartierung im Jahr 2008 verglichen. An der Aare scheinen die Biber weiterhin zu leben, wir waren in der Lage, entsprechende Spuren an ähnlichen Stellen, wo schon 2008 Spuren kartiert worden waren, auch 2014 aufzuzeichnen.

Die 13 im Jahr 2008 gefundenen Reviere mit einem Bestand von 55 Tieren entlang der Aare konnten bis auf eine Ausnahme wiedergefunden werden. Jedoch fanden wir in diesem Jahr zusätzlich 5 neue Reviere entlang der Aarezuflüsse – insgesamt also 17 Reviere mit 64 Tieren.

Die grössten Veränderungen zeigen sich dabei entlang der Oesch im Wasseramt. Das heisst, dass der Biber nicht mehr nur weitgehend an der Aare lebt, sondern sich auch an allen möglichen Gewässern ansiedelt und die Anzahl Biberreviere weiter ansteigt.

Aufschlussreicher Vergleich

Am Ende der «Biberwoche» waren wir erfreut über unsere Leistung und darüber, anhand unserer Daten sehen zu können, wie sich der Biber an vielen kleineren Gewässern im Wasseramt seit 2008 angesiedelt hat. Die Daten von 2008 und 2014 zu vergleichen, war interessant und überraschend aufschlussreich und vielsagend.

Ausserdem haben wir nicht nur viele Biberspuren entdeckt und einiges dazugelernt, sondern auch viel Lustiges erlebt. So fand sich beispielsweise die Gruppe, welche für den Teil der Aare in der Umgebung des Attisholz-Geländes zuständig war, plötzlich auf dem Areal der ehemaligen Zellulosefabrik wieder - eingezäunt von Stacheldrahtzäunen. Daraufhin fand die Gruppe eine Weile nicht mehr aus dem Gelände hinaus.

Eine weitere Gruppe musste feststellen, dass nicht alle Leute gleich viel Begeisterung für unser Projekt aufbringen konnten. Einmal wurde man aus dem einen Garten verjagt, während man andererseits mit Freude und sogar persönlichem Biber-Eifer empfangen wurde (ein Herr zeigte uns seine selbst entdeckten Biber-Spuren).

Nach der GIS-Woche – unter der Leitung von Cinzia De Maddalena und Caroline Schreier – kehrte schnell der Schulalltag zurück, doch wir haben einige Erfahrungen gesammelt und schmunzeln noch heute über die Erlebnisse währende der Woche.