Die reformierte Kirche Kanton Solothurn bekommt eine neue Leitung. An ihrer Tagung in Flüh wählten die Synodalen Evelyn Borer aus Dornach zur neuen Synodalratspräsidentin. Borer übernimmt damit die Nachfolge von Verena Enzler, die gegen Ende des Jahres von ihrem Amt zurücktritt.

Evelyn Borer lebt in Dornach und arbeitet in der Sozialhilfebehörde der Gemeinde Reinach. Für ihre neue Aufgabe bringt die 59-Jährige «einen vollen Rucksack» mit, schreibt die Synode. Sie war Gemeinderätin in Dornach, sass im Kantonsrat, war Mitglied der Sozial- und Gesundheitskommission Kanton Solothurn und ist Präsidentin des Stiftungsrates Alters- und Pflegeheim Wollmatt. Seit 2015 ist sie Präsidentin der reformierten Kirchgemeinde Dornach-Gempen-Hochwald.

Bei ihrer Vorstellung in der Heiliggeistkirche Flüh las Evelyn Borer die Präambel der Schweizerischen Bundesverfassung vor. Der Text spiegle ihre Haltung wieder, erklärte sie. Die Offenheit und der Respekt im Umgang mit Menschen, ihren Werten und Anschauungen, seien ihr wichtig, auch in der Kirche. «Unter dem Dach der reformierten Kirche haben unterschiedliche Strömungen, Ideen und Haltungen Platz», ist sie überzeugt.

Für die Dornacherin bildet die Bibel die Grundlage «unserer Werte und Haltungen». «Aber wir müssten die Texte im Kontext ihrer Epoche lesen und dann in unsere Zeit transformieren.» Der Mensch brauche nicht nur finanzielle Sicherheit. Er brauche auch geistige Nahrung, brauche Orientierung und soziales Miteinander. Alle Aspekte, zu denen die Kirche viel beitragen könne.

Weniger Geld und Mitglieder

Die Herausforderung für die kommenden Jahre sieht Evelyn Borer im Rückgang der Mitgliederzahlen und abnehmenden Finanzen. Das verlange kreative Ideen. «Die Solothurner Kantonalkirche ist klein. Das bedeutet nicht, dass sie sich klein fühlen oder klein denken muss», so Evelyn Borer.

Die Kantonalkirche habe zentrale Aufgaben bei der Bildung und Ausbildung der Lehrkräfte, der Weiterbildung der Pfarrerinnen und Pfarrer, bei der Schaffung der rechtlichen Grundlagen, der Unterstützung der Kirchgemeinden und in der Kommunikation mit der kantonalen Politik, die auf Augenhöhe geschehen sollte, mit Mut und Zivilcourage, betonte Borer. (mgt)