Neuendorf

«Die Kinder sind selbstständiger»: So erlebte eine Schulleiterin die erste Woche Unterricht

Doris Bärtschiger ist die Schulleiterin der Primarschule Neuendorf.

Doris Bärtschiger ist die Schulleiterin der Primarschule Neuendorf.

Doris Bärtschiger ist die Schulleiterin der Primarschule Neuendorf. Die Wiederaufnahme des Unterrichts hat an ihrer Schule gut funktioniert, in den nächsten Wochen wartet aber noch viel Arbeit auf sie.

Wie haben Sie die Woche erlebt?

Doris Bärtschiger: Wir sind gut gestartet, am Montagmorgen hatten wir gar keine Eltern in der Schule, auch nicht im Kindergarten. Die Kinder kamen selbstständig. Wir waren sehr positiv überrascht, dass das so gut geklappt hat.

Ist es besser gelaufen als erwartet?

Ich habe schon gehofft, dass es so gut läuft. Aber ich habe mir auch gedacht, dass die Eltern vielleicht besorgt sind und vorbeikommen wollen, um zu sehen, wie alles abläuft. Das hätte ich auch verstanden.

Wie geht es den Kindern?

Die waren sehr neugierig. Ich glaube, es geht ihnen gut. Sie freuen sich, dass sie wieder in die Schule dürfen. Und ein paar haben mir auch erzählt, dass ihr Mami sehr froh sei, dass sie wieder in die Schule gehen dürfen. Die Kinder in der 5. Und 6. Primarklasse sind selbstständiger geworden. Das haben mir die Lehrpersonen erzählt. Sie fragen nicht mehr sofort, wenn sie etwas nicht verstehen, sondern versuchen, selber eine Lösung zu finden.

Was haben Sie für Rückmeldungen von den Eltern erhalten?

Viele Eltern sind sicher froh, dass die Schule wieder offen ist. Es ist sehr anspruchsvoll, mit den Kindern zu arbeiten, und die Eltern haben das wirklich toll gemacht. Wir haben den Eindruck, dass die Kinder stofflich weiter gekommen sind. Natürlich gibt es einen Schereneffekt, aber im Grossen und Ganzen sind die Kinder weitergekommen.

Und wie geht es den Lehrpersonen?

Ich merke, dass die Zeit für die Lehrpersonen wirklich sehr anstrengend ist. Momentan sind sie dabei zu überprüfen, wie weit die jeweiligen Kinder sind, und wo eventuell noch Aufholbedarf besteht. Das ist sehr anspruchsvoll.

Wie fühlen Sie sich als Schulleiterin?

Es geht mir gut, aber es ist anstrengend. Jetzt kommt die übliche Arbeit, die vorher liegen geblieben ist. Wir müssen das nächste Schuljahr planen und offene Stellen besetzen. Für diese Arbeiten war während rund zwei Monaten fast keine Zeit da.

Wie läuft der Unterricht momentan ab?

Wir haben jetzt eine Normalität, aber es ist schon nicht mehr ganz das gleiche. Händewaschen ist das neue Hauptfach geworden. Und Massnahmen wie Abstandhalten müssen eingehalten werden.

Was hat besonders gut geklappt?

Wir hatten das ganze Material, das wir benötigten, pünktlich erhalten. Die Schutzscheiben, die Seifen, die Handtücher, die Abfalleimer, alles war da. Unser technischer Dienst leistet momentan einen enormen Einsatz. Die schleppen kiloweise Tücher weg, jeden Tag. Die Putzerei ist ein grosser Aufwand.

Autor

Rebekka Balzarini

Meistgesehen

Artboard 1