Kapo Solothurn
Die Kantonspolizei setzt über die Ostertage mehr Patrouillen ein

Die Sicherheitsmassnahmen des Bundes müssen auch über die sonnigen Ostertage eingehalten werden. Die Kantonspolizei setzt dafür zusätzliche Patrouillen ein. Ein Augenschein.

Rebekka Balzarini
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Die Solothurner Kantonspolizei wird über Ostern präsenter sein (Symbolbild).

Die Solothurner Kantonspolizei wird über Ostern präsenter sein (Symbolbild).

Keystone

Sechs Jugendliche, die sich in ihrer Freizeit zum Kicken auf dem Fussballplatz treffen. In normalen Zeiten kein Problem. In der momentanen Lage ist das aber verboten und ein Fall für die Coronapatrouille der Kantonspolizei Solothurn. Daniel Dick, Regionalchef West bei der Kapo, und Kantonspolizist Marco Roth sind am Donnerstagnachmittag im Einsatzgebiet West unterwegs. Sie überqueren den Fussballplatz in Gerlafingen und steuern auf die Gruppe zu. Ein kurzer Wortwechsel, und schon packen die Fussballspieler ihre beiden Bälle und verschwinden.

Sowohl Polizisten als auch die Jugendlichen bleiben freundlich. «Die meisten Personen sind einsichtig, wenn wir sie auf die Massnahmen des Bundes hinweisen», erzählt Daniel Dick. Dabei sind die Massnahmen streng: Keine Gruppen mit mehr als fünf Personen sind erlaubt, zu den Mitmenschen muss ein Sicherheitsabstand von zwei Metern eingehalten werden, Geschäfte dürfen nicht mehr öffnen und Restaurants müssen ihre Sitzplätze absperren. Die Polizisten sind dafür zuständig, dass diese Regeln eingehalten werden. Das ist nicht immer leicht. «Eine Verordnung zu erlassen ist das Eine», sagt Dick auf dem Rückweg zum Auto. «Bei der Umsetzung gibt es aber viele Nuancen. Deshalb arbeiten wir mit Augenmass.» Für den Alltag der Polizei bedeutet das etwa, dass sie zuerst das Gespräch sucht, bevor sie Bussen verteilt. «Mit Bussen waren wir bisher zurückhaltend», so Dick. «Wir haben aber mehrere Verwarnungen ausgesprochen.»

Die Übersicht zu behalten ist schwierig

Ein weiterer Einsatzort für die Polizisten des Regionalpostens in Grenchen ist am Donnerstag eine Autowaschanlage in Biberist. Sie haben die Meldung erhalten, dass die Waschanlage nach wie vor in Betrieb ist, obwohl sie eigentlich geschlossen bleiben müsste. Bei der Waschanlage angekommen, ist niemand zu sehen. Der Boden ist allerdings nass, obwohl ein A4-Plakat in zwei der drei Wasch-Boxen darauf hinweist, dass private Autos derzeit nicht gewaschen werden dürfen. Die beiden Polizisten überprüfen den Bezahlautomaten: Er funktioniert noch. Das dürfte definitiv nicht sein, erklärt Dick: «Grundsätzlich sind die Betreiber der Anlage dafür verantwortlich, dass sie nicht benutzt wird.»

Während er versucht, die Betreiber der Waschanlage ausfindig zu machen, sperrt Roth die Wasch-Boxen mit einem rot-weissen Absperrband zu. Die Betreiber sind schnell gefunden, und auch dieses Gespräch verläuft laut den Beamten erfolgreich. «Der Geschäftsführer hatte Verständnis. Wir werden später noch einmal vorbeifahren und schauen, ob er sich jetzt an die Vorgaben hält.» Für die Bevölkerung sei es teilweise schwierig, über alle Regeln immer auf dem Laufenden zu sein.

Nächstes Ziel der Patrouille ist der «Bettlerank», ein Abschnitt am Aareufer in der Nähe von Bettlach. Bei warmem Wetter ist der Ort bei den Spaziergängern und Velofahrern beliebt. Viel los ist dort am Donnerstag aber nicht: Zwei Rentnerinnen geniessen mit korrektem Sicherheitsabstand die Aussicht auf die Aare, nicht weit davon macht eine Familie ein Picknick. Die Patrouille weist sie darauf hin, dass auch Familienmitglieder auf Sicherheitsabstand achten müssen. Auch eine Busse verteilen die Polizisten: Die Fahrt bis zum «Bettlerank» ist nur mit einer Bewilligung gestattet, auch in Zeiten von Corona müssen sich die Leute daran halten.

Und wie geht es den Polizisten selber mit den strengen Regeln im Alltag? Einfach sei es nicht immer, so Daniel Dick. «Ich muss mich immer wieder mahnen, den Sicherheitsabstand einzuhalten», sagt er. Der Einsatz in Zeiten von Corona bringt aber auch andere Regeln mit sich, die nicht immer leicht zu ertragen sind. Eine Szene ist Kantonspolizist Marco Roth besonders in Erinnerung geblieben: «Wir hatten einen Todesfall», erinnert er sich. «Und wir mussten dann bei dieser Familie auf Distanz gehen und Schutzbrille, Gesichtsmasken und Handschuhe tragen, obwohl sie gerade erst jemanden verloren hatten», erzählt er. Dieses Distanz-halten-müssen, obwohl es der Familie gerade sehr schlecht ging, habe ihn schon sehr beschäftigt.