Medienschau
Die «Invasion der Senftuben» gefällt in St. Gallen

Seit Donnerstag ist St. Gallen im Olma-Fieber. Mitten drin: der Gastkanton Solothurn. Die Ostschweizer Medien berichten teils euphorisch über die Solothurner Präsenz an der Olma.

Marco Sansoni, St. Gallen
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Medienspiegel Solothurn an der Olma
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«St. Galler Tagblatt»
«St. Galler Tagblatt»
Die Front der «Ostschweiz am Sonntag»
«Zürichsee-Zeitung»

Medienspiegel Solothurn an der Olma

AZ

So oft wie wohl noch nie wurde in den letzten Tagen in den Ostschweizer Medien über den Kanton Solothurn berichtet. Zwar sorgte bereits im Frühling das zweideutige Motto in Bezug auf das St. Galler Kulinarik-Heiligtum, die Bratwurst, für Gesprächsstoff. Man treffe mit dem provokativen Motto «mitten ins Herz der Ostschweizer Bratwurstliebhaber», schrieb das St. Galler «Tagblatt» damals.

Das Echo auf den Spruch war aber im Solothurnischen grösser als in der Ostschweiz. Je näher die Olma dann auch kam, desto facettenreicher beleuchteten die Ostschweizer Medien Solothurn.

Solothurner Fahnen in St. Gallen

Das ist durchaus den Aktivitäten des Organisationskomitees zu verdanken. Werbeanlässe in eigener Sache wurden durchgeführt, um die Präsenz in der Ostschweiz anzukünden. So stimmte die «Solma» die Solothurner auf den Feldzug gen Osten ein, während in St. Gallen Solothurner Musikformationen Strassenkonzerte gaben.

Parallel dazu wurden St. Gallens Altstadtgassen mit Solothurner Olma-Fahnen geschmückt, die nicht nur mit dem Motto, sondern auch mit aus kleinen Senftuben bestehenden Traktorspuren warben, Letzter sollten auf den landwirtschaftlichen Hintergrund der Olma hindeuten. Kurzum: Die Vermarktung war kohärent aufgegleist und zog sich wie ein roter Faden durch die gesamte Organisation.

«Komischer Dialekt» der Solothurner

Die Ostschweizer Medien, denen die Olma ungefähr so heilig ist wie die Bratwurst, nahmen die Annäherungsversuche Solothurns mit Handkuss auf. Das «Tagblatt» titelte während der HESO-Sonderausstellung «Solothurner bereits im Olma-Fieber» und liess zum Messestart den Kanton von einem gebürtigen Solothurner kritisch porträtieren - Blick in die Solothurner Olma-Vergangenheit inklusive.

Die beiden anderen grossen Medien, das Lokalradio FM1 und das Lokalfernsehen TVO, zogen ebenso mit. Im Radio erklärten Radio-32-Moderator Marco Kühne und Comedian Mike Müller den «komischen» Solothurner Dialekt, eine TVO-Crew reiste für eine knapp 20-minütige Reportage durch den ganzen Gastkanton.

Im Hinblick auf den Umzug vom Samstag wurde die Solothurner Artilleriemusik, die letzte ihrer Art in der Schweiz, präsentiert, gefolgt von einer samstäglichen Reportage über Senf («Mehr als nur Gewürz») und einem sonntäglichen Reisetipp ins Kloster Mariastein («Nichts für Glocken-Allergiker»).

Aber auch die tatsächliche Solothurner Präsenz in St. Gallen ist durchaus Thema in den lokalen Medien. Das «Tagblatt» wusste am Freitag über den militärisch anmutenden Postenlauf - pardon, den Olma-Rundgang - von Bundespräsident Ueli Maurer zu berichten. So habe dieser auf dem Messerundgang gemäss Ablaufplan nur drei Minuten pro Posten zur Verfügung gehabt. Ausserdem lobte der Ostschweizer Zeitungsverbund die Präsentation Solothurns anlässlich der Eröffnung. Insbesondere das Videoporträt der Solothurner Bauern sei «lustig und sympathisch» gewesen, so die Zeitung.

Von «eindrücklich» bis «vielfältig»

Auch der Solothurner Umzug ging ausschliesslich positiv durch die Presse. Die Adjektive reichten von «eindrücklich» über «traditionell und aufwendig» bis «vielfältig», während FM1-Moderator Felix Unholz die «Invasion der Senftuben» heraufbeschwor und damit auf den Voraus-wagen des Umzugs anspielte. Das parallel dazu online gestellte Foto stiess in den sozialen Netzwerken auf grossen Anklang.

Ähnlich äusserten sich auch die Zuschauer, welche im «SRF-Regionaljournal» zu Wort kamen. Der Solothurner Umzug sei «schön» und «lebendig» gewesen und in Vergleichen mit den Umzügen aus den vergangenen Jahren schnitt Solothurn besser ab. Der solothurnisch-rote Faden zieht sich so nun von selber weiter.

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