Tourismus
Die Hotellerie in der Region Solothurn befindet sich weiterhin im Aufwind

Die Zunahme der Übernachtungen liegt über dem Schweizer Schnitt.

Andreas Kaufmann
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RSOT-Präsident Michael Hug (l.) und Tourismusdirektor Jürgen Hofer (r.) freuen sich über die aktuelle Entwicklung der Solothurner Hotellerie.

RSOT-Präsident Michael Hug (l.) und Tourismusdirektor Jürgen Hofer (r.) freuen sich über die aktuelle Entwicklung der Solothurner Hotellerie.

michelluethi.ch

Mit einer Schweigeminute im Nachgang der «Bike Days»-Unfälle begann am Montagabend im Alten Spital die Generalversammlung von Region Solothurn Tourismus (RSOT). «Wir sind mit dem Anlass eng verbunden und stolz darauf», sagte RSOT-Präsident Michael Hug. Danach wendete sich der Verein aber den positiven Meldungen zum vergangenen Tourismusjahr zu – und deren gab es einige.

Bei einer schweizweiten Zunahme der Hotelnächte von 5,2 Prozent liegt der Kanton Solothurn mit 5,7 Prozent über dem Schnitt – «und dies in einer eher schwachen Region Jura Trois Lac, die lediglich 0,3 Prozent Wachstum aufweist», so Hug. Die Stadt Solothurn übrigens schwingt gar mit einem Plus von 6,3 Prozent obenaus.

«Aber natürlich sind die Logiernächte nicht das alleinige Mass der Dinge», sagte Hug. Es stelle sich je länger je mehr auch die Frage nach der Rendite bei zunehmendem Margendruck und steigender Notwendigkeit der Preisanpassung. «Strukturelle Probleme haben sich entschärft, gelöst sind sie noch lange nicht.»

Detailzahlen zum Leistungsausweis von RSOT präsentierte Tourismusdirektor Jürgen Hofer: Mit 92'514 Logiernächten bei der Hotellerie (133'566 zusammen mit der Parahotellerie) wurden die Zahlen von 2016 um rund 5500 Übernachtungen überflügelt.

Hofer zückte zum Vergleich die Zahlen von 2004: Bei 37'000 Übernachtungen in der Hotellerie und halb sovielen Hotelzimmern wie heute habe sich sogar die Auslastung verbessert. Auch die Anzahl Stadtführungen verzeichnen mit 1497 ein Plus von 3,5 Prozent. 24'047 Personen nahmen daran teil, stattliche 7 Prozent mehr als 2016. «Bei den Stadtführungen geht es um mehr, als nur die Stadt zu zeigen. Sie sind ein wichtiges Marketinginstrument», betonte Hofer.

Zur Zukunft des Tourismus

Weiter referierte Hofer über den umfassenden Tätigkeitsbericht von RSOT. So soll eine mit dem Kanton Solothurn Tourismus erarbeitete Wertschöpfungsstudie mit Gästebefragung ab Herbst wichtige Entscheidungsgrundlagen liefern. Positiv berichtet Hofer auch über die für 32 Tage betriebene Langlauf-Loipe auf dem Weissenstein.

Durch ein neues Spurgerät sei eine gute Strecke sichergestellt. Auf positives Echo stiess zudem der Detektiv-Trail, ein Postenlauf mit Schatzsuche. Im institutionsübergreifenden Projekt «Tourist Office 3.0» stellt sich die Frage nach der Zukunft des Tourismusbüros und seiner Dienstleistungen im Zeitalter fortschreitender Digitalisierung.

Um Digitalisierung ging es auch beim Ausblick auf die anstehenden Tätigkeiten. So kündigte Hofer die Planung der Webseiten-Neugestaltung für RSOT bis 2020 an. Ebenso soll die IT-Infrastruktur bald erneuert werden. Bis Ende Jahr soll auch feststehen, ob und auf welche Weise RSOT weiterhin Kooperationspartner im Verbund Jura Trois Lacs bleibt oder sich nach neuen Partnerschaften umschaut.

Geplant sind die Eröffnung der Wasserämter Veloroute, ein «Camping-Festival» Anfang Juli sowie Themenfahrten der Bielersee-Schifffahrtsgesellschaft ab Herbst. «Schifflifahrer» wird auch die Ankündigung für Frühling/Sommer 2019 freuen: So soll nach mehreren Jahren der Montags-Fahrplan nach Biel wieder eingeführt werden.

Im Weiteren verlieh Hofer auch der Hoffnung Ausdruck, dass er an der GV in einem Jahr den bevorstehenden Bauabschluss im Kurhaus Weissenstein ankündigen kann. Und dies trotz Wermutstropfen wie eine hängige Einsprache des Schweizer Vogelschutzes gegen die Panoramahalle aus Glas. Trotz Nebengeräuschen freue man sich aber über die Investition von 22 Mio. Franken auf dem Hausberg: «Das ist wie Ostern, Weihnachten und Geburtstag in einem», so Hofer.

Kritik an Palais Besenval

«Gesunde Finanzen, genügend Kapital für Projekte und eine ausgeglichene Rechnung», so resümierte Treuhänder Carlos Vidal die Finanzkennzahlen von 2017. Bei Einnahmen von 1,531 Mio. und Ausgaben von 1,523 Mio. resultiert nach Abschreibungen und Finanzaufwendungen ein Reingewinn von 3162 Franken; budgetiert für 2018 ist dann ein Gewinn von 945 Franken. Insbesondere machte Hofer auf eine wesentliche Reduktion der Rückstellungen aufmerksam, dies als Folge der Projektierung der neuen RSOT-Webseite.

In seinen Grussworten an die Vereinsmitglieder dankte Stadtpräsident Kurt Fluri «allen, die sich für den Tourismus einsetzen», insbesondere aber den Beteiligten bei RSOT. Kritisch beurteilte er punkto Hausberg die Gemeinden, die er geografisch tangiert, «denn er befindet sich ja nicht auf Stadtboden. Es wäre schön, wenn in Oberdorf auf Werbeplakaten statt der Blausee auch mal der Weissenstein zu sehen wäre», so sein Seitenhieb.

Noch härter ging er mit dem gastronomischen «Schwarzen Loch» am Landhausquai ins Gericht, dem kaum geöffneten Palais Besenval: «Es kann nichts sein, dass an einem Ort an bester Lage nichts passiert. Dafür wurde kein Baurecht vergeben.» Dabei hätten die Verantwortlichen des «H4»-Hotels (früher «Ramada») vor zwei Jahren versprochen, «die Perle auf Trab zu bringen.» – «Passiert ist bis heute nichts», so Fluri.