Zivilschutz
«Die Helden von Adelboden»: Wie Thaler Zivilschützer den Ski-Weltcup am Chuenisbärgli unterstützen

Die Ski-Alpin-Rennen im Berner Oberland gingen nach Sturm und Erdrutsch doch noch über die Bühne – einmal mehr auch dank Zivilschutzangehörigen aus dem Thal.

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ZVG/RZSO Thal

Wer die «Helden von Adelboden» sind, das war schnell ausgemacht: Bauarbeitern gelang es am Freitag in Rekordzeit, die Zufahrt nach Adelboden wieder befahrbar zu machen. Obwohl ein Murgang die Kantonsstrasse Frutigen–Adelboden stark beschädigt hatte und die Gemeinde im Berner Oberland während 36 Stunden faktisch von der Umwelt abgeschnitten war.

Doch die Ski-Weltcup-Rennen der Männer am Chuenisbärgli gingen am Wochenende weitgehend reibungslos über die Bühne. «Ihnen verdanken wir dieses Jahr den Ski-Weltcup», titelte der «Blick» an die Adresse der Strassenbauer. Das ist zweifellos richtig so. Doch zu den «Helden von Adelboden» gehören auch sie: die Männer des Thaler Zivilschutzes. Mit 26 Angehörigen waren die Solothurner bereits am 2. Januar in das Berner Oberland gereist, um im «Weltcup-Dörfli» am Fusse der Rennpiste zu arbeiten.

Die Arbeitsleistungen des Zivilschutzes bei den Weltcup-Rennen in Adelboden haben Tradition. Rund ein Dutzend Organisationen aus mehreren Kantonen sind diesmal beteiligt, verteilt auf mehrere Wochen. Gegen 4000 Einsatztage leistet der Zivilschutz jeweils. Den Zivilschützern können vielseitigere Aufgaben übertragen werden als Armeeangehörigen. Die Soldaten dürfen gemäss Bundesrecht nur Arbeiten verrichten, die unmittelbar mit den Skirennen zu tun haben.

Der Kanton Bern bezahlt den Weltcups die Arbeitseinsätze auf Basis des Gesetzes für die Tourismusentwicklung; die Rede ist von einer «langfristigen Unterstützung wiederkehrender Sportveranstaltungen von internationaler Tragweite».

 Wenn der Weltcup-Tross kommt, muss auch der Verkehr geregelt werden.

Wenn der Weltcup-Tross kommt, muss auch der Verkehr geregelt werden.

ZVG/RZSO Thal

Frühmorgens im Einsatz

Die Zivilschützer aus dem Thal arbeiteten bereits zum dritten Mal in Folge am Chuenisbärgli. Während sie ihre Arbeitseinsätze in den vergangenen Jahren jeweils noch in den Wochen vor den Rennen geleistet hatten, standen sie dieses Mal unmittelbar vor und während des Rennens im Einsatz. «Das ist eine besondere Ehre», sagt Markus Hofer.

Für den stellvertretenden Kommandanten des Thaler Zivilschutzes zählt vor allem eines: «Eine motivierte Truppe, die sich von ihrer besten Seite zeigt.» Zusammen mit Kommandant Karl Hammer steht Hofer an der Spitze des Korps. Während bei den vergangenen Einsätzen etwa der Bau an der 290 Tonnen schweren Zuschauertribüne im Mittelpunkt stand, regelten die Thaler Zivilschützer dieses Jahr unter anderem den Verkehr. Sie verlegten Bodenplatten, damit die Zuschauer keine kalten Füsse bekommen.

In den VIP-Zelten kümmerten sie sich sowohl um die Einrichtung als auch um den Brandschutz. Gearbeitet wurde jeweils ab acht Uhr morgens, an den Renntagen sogar bereits ab sechs Uhr. An diesen schliesslich dienten die Zivilschützer als «Joker», machten etwa Strassen rutschfest. Und weil bei einem Grossanlass mit mehreren Zehntausend Besuchern natürlich viel Abfall anfällt, waren sie auch mit der Entsorgung betraut.

Bibbern nach «Burglind»

Am Wochenende besuchte Peter Huber, Leiter Zivilschutz des Kantons Solothurn, die Thaler in Adelboden. Der Behördenvertreter bedankte sich für ihren Einsatz. Tatsächlich stand dieser zeitweise unter schwierigen Bedingungen: Wegen Sturm Burglind mussten die Zivilschützer ihre Arbeiten im «Weltcup-Dörfli» am Mittwoch unterbrechen.

Als dann auch noch die Durchführung der Rennen wegen der beschädigten Zufahrtsstrasse auf der Kippe stand, habe man ziemlich gebibbert, so Vize-Kommandant Hofer. «Das wäre schon niederschmetternd gewesen: Während Wochen wird eine Riesen-Infrastruktur aufgebaut und dann wird alles abgeblasen.» Doch zum Glück kam alles anders. (sva)

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