Schönenwerd
Die geplante Event- und Sporthalle lässt Volleyballer-Herzen höher schlagen

Vor zwei Jahren entstand die Vision einer Heimat-Halle für den TV Schönenwerd. Bis heute hat das Projekt schon viele Hürden genommen und steht nun vor einer Weichenstellung.

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Das Projektteam am geplanten Hallen-Standort Parkstrasse zwischen Bahnlinie, Fashion Fish und Firma Rotel (von links): Urs Fäs (Leiter und Finanzen), Cheryl Walter (Kommunikation), Petra Kupferschmid (Bau), Mirjam Mennel (Betrieb und Vermarktung), Beat Keller (Beziehungen und Netzwerke), Daniel Bühlmann (Sport).
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So präsentiert sich heute der geplante Hallen-Standort im Schönenwerder Bally-Areal .
Schönenwerd: Volleyballer wollen «eine Halle für alle»

Das Projektteam am geplanten Hallen-Standort Parkstrasse zwischen Bahnlinie, Fashion Fish und Firma Rotel (von links): Urs Fäs (Leiter und Finanzen), Cheryl Walter (Kommunikation), Petra Kupferschmid (Bau), Mirjam Mennel (Betrieb und Vermarktung), Beat Keller (Beziehungen und Netzwerke), Daniel Bühlmann (Sport).

Bruno Kissling

«Wenn der TV Schönenwerd weiterhin auf diesem Niveau existieren soll, dann muss jetzt etwas geschehen», sagt Cheryl Walter. Die Kommunikationsverantwortliche im Projektteam spricht die Hallensituation an. Die Spiele der Nationalliga-A-Mannschaft der Herren finden abwechslungsweise in der Däniker Erlimatthalle, in der Kreisschule Mittelgösgen oder in der Oltner Giroud-Olma-Halle statt, die Trainings ebenfalls an unterschiedlichen Orten.

Für die anderen Mannschaften stehen die Schönenwerder Turnhallen Dorf und Feld zur Verfügung, wobei letztere zurzeit renoviert wird. «Ohne ein gemeinsames ‹Zuhause› leidet das Vereinsleben», meint Cheryl Walter bündig.

Standort direkt an der Bahn

Vor zwei Jahren entstand die Vision einer Heimat-Halle für den Verein: Sechs Initianten taten sich zur Interessengemeinschaft «Build a Stadium» (BaS) zusammen. «Wir brauchen eine Begegnungsstätte für den Verein, wo man die Matches der anderen Teams verfolgen und sich austauschen kann, wo sich auch der Anhang, die ganze ‹Familie› des Vereins trifft», erklärt Urs Fäs, der Leiter des Gesamtprojekts. Der Standort steht inzwischen fest: Auf dem freien Stück Land zwischen der Firma Rotel und dem Parkplatz des Fashion Fish, im Bally-Areal zwischen Bahnlinie und Parkstrasse.

Ebenfalls geprüft wurde ein Standort beim Sportplatz Schönenwerd. Obwohl die Gemeinde günstige Konditionen anbot, kam das Projektteam zum Schluss, dass die Baubewilligung an diesem Standort erheblich mehr Zeit brauchen würde. Und die Initianten möchten vorwärts machen: Sie visieren aus heutiger Sicht Ende Oktober 2015 für den Start des Betriebs in der Sport- und Eventhalle Mittelland an. «Ehrgeizig, aber realistisch», kommentiert Fäs. Voraussetzung dafür ist, dass demnächst der Grundsatzentscheid fällt.

Das Vorprojekt, ausgearbeitet vom Architekturbüro Bäumlin & John AG in Frick, sieht eine Dreifachhalle mit Tribüne und einem Fassungsvermögen von 1000 Personen vor. Der Kostenvoranschlag beläuft sich auf 3,75 Mio. Franken. Als Eigentümer- und Betreibergesellschaft soll eine Sporthallen AG gegründet werden. «Die AG könnten wir heute gründen, allerdings wird die Finanzierungssicherheit aktuell im Rahmen von Investorengesprächen geprüft», sagt Urs Fäs. Absichtserklärungen für die Zeichnung eines Aktienkapitals von 100 000 Franken liegen vor.

Für Sport und andere Events

Im Konzept des Projektteams ist der TV Schönenwerd als ein Mieter der Halle vorgesehen. Die Generalversammlung des Vereins von Ende Mai hat beschlossen, dass sie bereit ist, die dadurch entstehenden Mehrkosten zu stemmen. Doch der TVS ist nur einer unter mehreren Nutzern. Interesse an einer neuen Halle in Schönenwerd haben auch der schweizerische Volleyballverband Swiss Volley, andere Sportverbände sowie private Nutzer.

Als wichtiges Standbein des Betriebs ist vorgesehen, die Halle für andere Events sportlicher oder gesellschaftlicher Art zu vermieten. Die fast benachbarte Eventhalle BallyLab, die heute vom Fashion Fish als Verkaufsfläche genutzt wird, hatte dies erfolgreich vorgemacht. Den Slogan hat Urs Fäs schon parat: «Eine Halle für alle!»

Swiss Volley ist am Drücker

Eine zentrale Rolle für das Hallenprojekt in Schönenwerd spielt der Verband Swiss Volley. Er plant ein nationales Leistungszentrum als Trainingsort für seine sechs Nationalmannschaften. Dem Standortentscheid, der in den nächsten Wochen fallen soll, kommt grosse Bedeutung zu, wie rasch das Schönenwerder Projekt realisiert werden kann. Konkurrenten sind zwei Projekte in Sursee und in Bern-Gümligen.

«Für das nationale Leistungszentrum von Swiss Volley wäre mit bis zu 4000 Übernachtungen pro Jahr zu rechnen», erläutert Cheryl Walter. Auch die Angebote für diese Unterkünfte mussten die Initianten aufzeigen, als sie ihr Projekt bei Swiss Volley präsentierten. Zu den Vorzügen des Standorts Schönenwerd gehört dabei neben der zentralen Lage und der guten Erreichbarkeit auch die Umgebung mit dem Bally-Park, der fast vor der Hallentür liegt.

«Im Gesamtinteresse der Gemeinde»

«Der Gemeinderat steht dem Projekt sehr positiv gegenüber», erklärte Schönenwerds Gemeindepräsident Peter Hodel auf Anfrage. Das vorgesehene Angebot an Trainingsmöglichkeiten und Veranstaltungsräumen sei im Gesamtinteresse der Gemeinde zu begrüssen. Hodel verhehlt nicht, dass die Gemeinde im Standort Sportplatz die Chance gesehen hätte, einen attraktiven Schwerpunkt von Sportanlagen zu bilden, doch zeigt er für die Standortwahl der Initianten Verständnis. Hinsichtlich der Immissionen, die mit dem Hallenbetrieb verbunden sind, sei der Standort im Bally-Areal optimal.
Eine Herausforderung sieht Hodel im erwarteten Verkehrsaufkommen, da die Kapazität der Zufahrtsstrassen begrenzt ist. Eine direkte finanzielle Beteiligung der Gemeinde, etwa an den Baukosten, sei nicht vorgesehen. Hingegen kann sich der Gemeindepräsident vorstellen, dass eine Nutzung für den Sportunterricht in Frage kommen könnte. Die heutigen Turnhallenkapazitäten seien knapp.

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