Bevölkerungsstatistik
Die Frauen sind im Kanton neuerdings eine Minderheit

Bloss 2304 Personen beträgt im Kanton Solothurn das Bevölkerungswachstum des letzten Jahres. Dass die Kantonsbevölkerung immer älter wird, ist nicht neu. Dass die Männer erstmals die Mehrheit der Bevölkerung stellen dagegen schon.

Urs Mathys
Merken
Drucken
Teilen
Seit 2012 sank der Anteil Frauen kontinuierlich von 50,4 % auf 49,98 %. (Symbolbild)

Seit 2012 sank der Anteil Frauen kontinuierlich von 50,4 % auf 49,98 %. (Symbolbild)

Keystone

Nach zwei Jahren mit einem Plus von über einem Prozent hat die Bevölkerungszahl im Kanton im letzten Jahr nur noch um 0,85 Prozent zugelegt. Dieses Wachstum liegt auch knapp unter der durchschnittlichen Entwicklung der letzten Jahre. 273'015 Personen (+2304) lebten gemäss der Zählung des kantonalen Amtes für Finanzen und Statistik am 31. Dezember 2017 in den Solothurner Gemeinden.

Im letzten Jahr weisen die Bezirke Gäu mit 1,89 % (391 Personen), Wasseramt mit 1,11 % (565 Personen) und Lebern mit 0,91 % (416) eine überdurchschnittlich hohe prozentuale Zunahme der Wohnbevölkerung auf. Genau im Kantonsmittel von 0,85 % liegt die Zunahme im Bezirk Olten (466 Personen). Unterdurchschnittlich fiel der Anstieg in den Bezirken Thal mit 0,82 % (120 Personen), Gösgen mit 0,75 % (183 Personen), Bucheggberg mit 0,68 % (53 Personen), Thierstein mit 0,53 % (78 Personen), Solothurn 0,17 % (29 Personen) sowie im Dorneck mit 0,01 % (3 Personen) aus.

Olten (18'564 Personen, +1,08 %), ist weiterhin unangefochten die grösste Stadt des Kantons. Grenchen (17'322 Personen, +1,36 %) folgt auf Platz 2 vor Solothurn (16 824 Personen, +0,17 %). Auf der anderen Seite des Spektrums findet man nur noch drei Gemeinden mit einer Einwohnerzahl von unter 100 Personen: Rohr (97, 0,00 %), Gänsbrunnen (93, +1,09 %) und zuletzt Kammersrohr (29, –3,33 %).

Erstmals «Männer-Mehrheit»

«In der langjährigen Entwicklung stellt sich das Jahr 2017 hinsichtlich der Verteilung der Geschlechter als besonders interessant heraus», stellen die Statistiker fest: «Der Anteil der Männer liegt erstmals seit der registerbasierten Erhebung im Jahr 2012 über dem Anteil der Frauen in der Gesamtbevölkerung.» Seit jenem Jahr sank der Anteil Frauen kontinuierlich von 50,4 % auf 49,98 % im letzten Jahr. Somit sind die Männer per 31. Dezember 2017 mit 50,02 % erstmals in der Mehrheit.

Die Statistik zeigt, dass die inländische Bevölkerung im Kanton im letzten Jahr um 537 Personen (+0,3 %) auf insgesamt 210 876 Personen gewachsen ist. Nach mehreren Jahren mit sinkenden Anteilen setzte 2005 eine Trendwende ein, die sich seither akzentuiert.

Der Anteil der ausländischen Bevölkerung beträgt mittlerweile 22,8 %, oder in absoluten Zahlen 62 139 Frauen und Männer. Die häufigsten Herkunftsländer sind Italien (3,91 %), Deutschland (3,45 %) und Kosovo (2,10 %), die zusammen fast 10 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Es folgen die Türkei, Serbien, Mazedonien, Portugal, Sri Lanka, Kroatien und Eritrea. Während der Anteil der übrigen Nationalitäten mehr oder weniger unverändert blieb, weist jener der Eritreer mit inzwischen 1455 Personen ein Plus auf.

Die ausländischen Staatsangehörigen teilen sich auf die Gruppen der Aufenthalter (14'174), der Niedergelassenen (43'437), der vorläufig Aufgenommenen (1276), der Kurzaufenthalter (2017) sowie der Asylsuchenden (1003) auf.

Der Kanton wird immer älter

Die demografische Alterung der Wohnbevölkerung hat sich weiter fortgesetzt: Seit dem Jahr 2000 steigt der Anteil der über 65-Jährigen von 15,8 auf aktuell 19,2 %, während der Anteil der unter 20-Jährigen von 23,2 auf 19,0 % abnahm. Der Anteil der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter (20–64 Jahre) ist 2017 mit 61,8 % gleichgeblieben. Zahlenmässig am stärksten vertreten sind die 53-Jährigen, und zwar sowohl bei den Männern (mit 2384 Personen) als auch bei den Frauen (mit 2335 Personen).

Bemerkenswert ist der anhaltende Rückgang der Angehörigen der Landeskirchen: Dieser beträgt –1,6 % bei der mit 88 357 Seelen grössten Gruppe der Römisch-katholischen Kirche, gar –2,2 % sind es bei der Evangelisch-reformierten Kirche, die noch 58'678 Seelen zählt, und –1,6 % bei der Christkatholischen Kirche mit ihren 1320 Seelen.

Ben, Leon und Emma

Gestützt auf Angaben des Bundesamtes für Statistik verrät die Statistik auch die im Kanton beliebtesten Vornamen (hier des Jahres 2016): Bei den Mädchen dominierten Emma (21), Laura (17), Mia und Sophia (je 16) sowie Anna (13). Bei den Knaben waren Ben und Leon (je 19) die Spitzenreiter, vor Tim (14), Levin, Louis, Noah und Liam (13).

Weitere Infos zur Publikation des Amtes für Finanzen und Statistik unter: www.statistik.so.ch