An sieben Orten
Die Europäischen Tage des Denkmals: Auch der Kanton Solothurn bekennt Farbe

Am 14./15. September finden die Europäischen Tage des Denkmals statt. Im Kanton werden an sieben Orten Anlässe durchgeführt.

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Die Europäischen Tage des Denkmals: Auch der Kanton Solothurn bekennt Farbe
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Balsthal – ein Biedermeierhaus bekennt Farbe: Das Landhaus am Ostrand von Balsthal, eine klassizistische Arztvilla von 1838, gehörte seit 1895 der Familie des Oberamtmanns Josef Bloch. Er baute es massvoll aus und ergänzte das biedermeierliche Interieur durch eine Ausstattung im Jugendstil. Mit der Restaurierung von 2013–2015 kehrten Farbe und Leben in das zuvor leerstehende Haus zurück. Sonntag, 15.9. Führungen durch Kunsthistoriker Benno Mutter um 11.15 , 13.15 und 14.15 Uhr.
Der Wohnraum des Arzthauses in Kappel mit typischen Farben und Formen der Siebziger- und Achtzigerjahre.
Trimbach – sakraler Farbenraum im Heimatstil: Die Architekten Arnold von Arx & Walter Real errichteten die Kreuzkirche 1908/1909 und gaben ihr einen intensiv farbigen Innenraum mit kunstgewerblicher Ausstattung. Ein Musterbeispiel des modernen Farbenraums in frühem Heimatstil. Denkmalpfleger Stefan Blank stellt die kunsthistorisch bedeutende Kirche vor. Samstag, 14.9. Christkatholische Kreuzkirche, Baslerstr. 221. Führungen 13.30 und 14.30 Uhr (Dauer ca. 45 Min.).
Solothurn – wie historische Farben entstehen und wirken: Lust, Farben zu mischen? Ausprobieren, entdecken und erforschen, in welcher Buntheit sich kalk- und kaseingebundene Pigmente erleben lassen? Es wird gezeigt, wie mit den Bindemitteln Kalk und Kasein und mit kostbaren natürlichen Mineralpigmenten wunderschöne Farben entstehen und in der Architektur zum Ausdruck kommen. Sonntag, 15. 9., 11 bis 16 Uhr Farbwerkstatt im Laubengang des Berufsbildungszentrums Kreuzackerquai 8/10.
Solothurn, Zenti – historische Bücher, leuchtende Farben: Von wegen grau und staubig – viele alte Bücher leuchten farbig. Zu sehen sind illuminierte mittelalterliche Handschriften und Inkunabeln, kolorierte Holzschnitte, Tafelbände und Atlanten und insbesondere Hunderte von technischen Rezepten zur Farbherstellung und Vergoldung, überliefert in einer Handschrift aus der Zeit um 1500. Samstag, 14.9. 10.30 bis 15 Uhr (Dauer ca. 45 Min.), Präsentation durch Ian David Holt, Zentralbibliothek Solothurn.
Solothurn – die Farben der Altstadt vor historischem Hintergrund. Wieso wirkt die Kalkfarbe mal weiss, mal ockerfarben? Weshalb vertritt die Denkmalpflege heute andere Farbgebungen als vor fünfzig Jahren? Gibt es eine historische Farbpalette für die Solothurner Innenstadt? Vor restaurierten Altstadthäusern geht man diesen und anderen Fragen auf den Grund. Sonntag, 15.9. 11 Uhr. Treffpunkt Kronenplatz bei der St. Ursentreppe. Führung mit Urs Bertschinger, Bauforscher.

Die Europäischen Tage des Denkmals: Auch der Kanton Solothurn bekennt Farbe

zvg

Am 14. und 15. September 2019 finden die Europäischen Tage des Denkmals unter dem Motto «Farben» statt. Bei Führungen können Interessierte zusammen mit Fachleuten an sieben Orten in die Welt der Farben eintauchen. Organisiert werden die Anlässe von der kantonalen Denkmalpflege und der Nationalen Informationsstelle zum Kulturerbe NIKE. Dies in Zusammenarbeit mit dem Goetheanum Dornach, dem Solothurner Heimatschutz, der Zentralbibliothek Solothurn und privaten Hauseigentümern.

Kappel – der Farbklang der Nachkriegsmoderne

Unter den zu besichtigenden Objekten ist das Wohn- und Praxishaus des gebürtigen Oltner Architekten Elmar Kunz aus dem Jahr 1970, welches er in Kappel für eine Arztfamilie realisierte. Es ist ein zeittypisches, heute zum Verkauf stehendes Haus. Nicht zufällig erinnern die skulpturale Bauform, die reduzierte Materialwahl und die enge Verbindung von Haus und Landschaft an die organische Architektur des Finnen Alvar Aalto. In den fliessenden Räumen setzen Bilder Ferdinand Gehrs starke farbige Akzente.

Ein grosszügiger Garten umgibt das Wohnhaus, alte Bäume und Büsche schirmen es von der Strasse ab. «Aus denkmalpflegerischer Sicht ist das Haus aufgrund seiner aussergewöhnlichen qualitativen architektonischen Gestaltung, seiner hohen Lagequalität und seiner sozial- und wirtschaftsgeschichtlichen Zeitzeugenschaft ein wichtiger architekturgeschichtlicher Zeuge der Nachkriegsmoderne, dem eine überkommunale Bedeutung zukommt.» Dies schreibt Kunst- und Architekturhistoriker Michael Hanak in seinem denkmalpflegerischen Gutachten über das Objekt. Schützenswert seien alle wesentlichen bauzeitlichen Elemente innen und aussen, ebenso das zehn Jahre später vom gleichen Architekt angebaute Schwimmbad mit Liegehalle sowie auch die Gartengestaltung. Zu den wesentlichsten Merkmalen zählen das mit Kupferblech eingedeckte Pultdach, die weiss gestrichenen Aussenwände mit Sichtbacksteinen und die Holzelemente am Haus. Am Samstag, 14. September, sind von 10 bis 17 Uhr individuelle Besichtigungen möglich. Am Sonntag, 15. September, 14 Uhr findet ein Architekturgespräch mit Architekt Elmar Kunz und Sara Schibler, Denkmalpflegerin, und Christine Zürcher, Kunsthistorikerin, statt. Danach Apéro und Kurzführungen mit Matthias Kissling, Architekt. Anmeldung fürs Gespräch sind erwünscht, Tel. 032 627 25 77. (mgt/frb)

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