Raubtierpark Subingen
Die ersten Raubtiere von René Strickler sind bereits in den Siky Park gezügelt

Es drohte schon die Zwangsräumung. Doch jetzt, Jahre nachdem der Mietvertrag gekündigt worden war, hat Dompteur René Strickler doch noch mit dem Abzug der ersten Raubtiere aus Subingen begonnen.

Urs Byland
Merken
Drucken
Teilen
In Subingen wird es keine Shows mehr mit den Pumas geben. Sie wurden bereits in den Sikypark in Crémines gezügelt.

In Subingen wird es keine Shows mehr mit den Pumas geben. Sie wurden bereits in den Sikypark in Crémines gezügelt.

om

Die ersten Raubkatzen von René Stricklers Raubtierpark in Subingen wurden in den Sikypark in Crémines gezügelt. Dies meldet die Pro-Sikypark-Internetseite und bestätigt auch Werner Ballmer, Präsident Raubtierpark Subingen AG. «Wir haben in einer ersten Tranche drei Pumas in die renovierten Gehege des Sikyparks umplatzieren können.»

Die Umplatzierungen erfolgen, weil René Strickler seinen Raubtierpark in Subingen aufgeben muss. Die Vermieterin des Geländes hat nach einer Kündigung und einem jahrelangen Rechtsverfahren die Zusage von Strickler erhalten, dass er Subingen mit seinen Raubtieren verlassen wird. Mit der bis vor kurzem wirtschaftlich serbelnden Siky Ranch in Crémines, heute umbenannt in Sikypark, konnte eine neues Zuhause für die Raubkatzen gefunden werden.

Die unendliche Geschichte vom Umzug des Raubtierparks

Lange schon ist klar, dass René Strickler mit seinen Raubtieren das bisherige Areal in Subingen verlassen muss. 2009 kündigte ihm die Landbesitzerin bereits. Nach Verhandlungen um Mieterstreckungen konnte er offiziell bis 2013 bzw. 2015 bleiben. Der Umzug geschieht trotzdem erst jetzt, obwohl mehrere Gerichtsurteile in den vergangenen Jahren bestätigt haben, dass eine Zwangsräumung durchgeführt werden sollte, da Strickler das Areal unrechtmässig weiterhin nutzte. Doch bis heute hat das zuständige Oberamt die Räumung nicht vollzogen. Weil die Tiere schwierig zu platzieren wären, wollte das Amt warten, bis das Projekt in Crémines realisiert ist. Die Landbesitzerin Espace Real Estate AG konnte ihr Land in dieser Zeit nicht nutzen. (szr)

Laut Werner Ballmer werden die Tiere gestaffelt nach Crémines transportiert. Dies, weil die entsprechenden Gehege erst noch gebaut werden müssen. Während die Pumas im bisherigen, nun renovierten Teil untergebracht werden, mussten für die Gehege der Tiger und Löwen erst die entsprechenden Bewilligungen eingeholt werden, die Ende Januar auch eintrafen.

Bereits könne die Aufrichte eines Geheges gefeiert werden, so Ballmer. Die Tiger und Löwen werden nun in Subingen für den Transport in den Sikypark trainiert. Sie werden in drei Tranchen im Mai gezügelt. Vorgesehen ist der Transport von insgesamt sechs Tigern und drei Löwen. Das Gelände des Raubtierparks in Subingen soll Ende Juni den Besitzern geräumt abgegeben werden.

«Nachhaltiges geschaffen»

In Crémines ist der Sikypark zu neuer Blüte erwacht. Die welschen Medien berichten von den Fortschritten. Der Andrang der Besucherinnen und Besucher nimmt zu, erklärt Werner Ballmer. «Ich glaube, wir haben hier nicht nur ein Rettungsprojekt für René Stricklers Raubtiere geschaffen, sondern auch eine nachhaltige Grundlage für einen funktionierenden Tierpark.»

Ein Faible für Raubtiere hatte Strickler schon immer. Bis 1994 war Strickler mit seinen Raubtieren in verschiedenen Zirkusunternehmen in Europa engagiert – auch für den Zirkus Knie. Das Foto stammt aus dem Jahre 2002, vor der Gründung des Raubtierparks 2003 reiste Strickler mit seinen Tieren durch die Schweiz.
11 Bilder
2003 mietet Strickler für fünf Jahre ein Gebäude sowie rund 6000 Quadratmeter Land in Subingen. Eigentümerin des Geländes ist die Espace Real Estate Holding AG.
2005 muss er ein neues Baugesuch einreichen Es kommen immer wieder neue Gehege und Gebäude dazu, die auf einen permanenten Raubtierpark hindeuten.
Wie finanziert sich ein Raubtier-Themenpark? 2007 erhält Strickler zwar die Bewilligung, in Dompierre (FR) einen 42'000 Quadratmeter grossen Raubtierpark-Themenpark zu bauen, die Finanzierung des 35-Millionen-Projekts ist jedoch nicht gesichert.
2008 wird der Mietvertrag noch einmal für drei Jahre verlängert Die Zukunft der Raubtiere scheint wenigstens für eine Weile gesichert.
Im August 2009 wird jedoch bekannt, dass der Mietvertrag vor Monaten gekündigt wurde. Wohin nun mit den Tieren?
Im Januar 2010 erreicht René Strickler eine Mieterstreckung für drei weitere Jahre Die Raubtiere, darunter auch seltene Exemplare wie dieser weisse Tiger mit Namen Arisha, und die 50 kleineren Tiere, wie Hasen, Schweine oder Ziegen sind noch einmal um eine Räumung herum gekommen.
2013 fordert Strickler vergeblich eine weitere Mieterstreckung um drei Jahre. 2014 einigt er sich vor der Zivilabteilung des Richteramts Bucheggberg-Wasseramt auf einen Vergleich für die Räumung des Raubtierparks auf Ende 2015.
Trotz der angekündigten Räumung des Parks bis Ende 2015 räumt das Amtsgericht René Strickler nochmals grosszügige Fristen zu. Im März 2016 bekunden rund 200 Fans des Tierparks ihre Solidarität.
2016 gründete Stricker die Raubtierpark Subingen AG (archiv) Der Raubtierpark sollte nun nach Crémines in die Siky Ranch zügeln, die von der Rauptierpark Subingen AG übernommen wurde. Dafür wurde das Aktienkapital um 2 Millionen Franken erhöht.
Der Raubtierpark Subingen wird nun in den Berner Jura umziehen Der neue Standort des Rabutierparks wird die Siky Ranch in Crémines sein. Der Raubtierpark wird nach Umbauarbeiten im Sommer im Herbst in die Ranch einziehen.

Ein Faible für Raubtiere hatte Strickler schon immer. Bis 1994 war Strickler mit seinen Raubtieren in verschiedenen Zirkusunternehmen in Europa engagiert – auch für den Zirkus Knie. Das Foto stammt aus dem Jahre 2002, vor der Gründung des Raubtierparks 2003 reiste Strickler mit seinen Tieren durch die Schweiz.

Urs Lindt

Aber nicht alle Tiere von René Strickler werden den Sikypark erleben. In diesem Winter sind laut Internetseite des Raubtierparkes sechs Tiere, darunter drei Pumas, ein Löwe und ein Tiger sowie die 35-jährige Kragenbärin Timka gestorben oder von ihren Altersbeschwerden erlöst worden. «Natürlich wurden die Tiere bis zuletzt intensiv betreut und teilweise intensiv medizinisch versorgt.»

Absehbar sei aber gewesen, so Ballmer, dass nicht alle Tiere von René Strickler die strapaziöse Umplatzierung werden mitmachen können. Das sei auch in den Planungen der Gehege berücksichtig worden.