Im Rahmen eines Pilotprojekts liess der Kanton Solothurn im Jahr 2018 die Schiessanlagen der Gemeinden Aeschi, Bolken, Derendingen, Drei Höfe, Horriwil, Obergerlafingen, Recherswil und Subingen altlasten- und abfallrechtlich untersuchen. Die Ergebnisse zeigten, dass dreizehn Schiessanlagen sanierungsbedürftig sind. Mitte Juli haben nun die Sanierungsarbeiten begonnen.

Hintergrund: Im Kanton Solothurn gibt es 231 Schiessanlagen. Es ist davon auszugehen, dass bei nahezu allen der Kugelfang saniert werden muss, unabhängig davon, ob die Anlage noch betrieben wird oder stillgelegt wurde. Grund dafür sind die auf und im Kugelfang liegenden Geschosse, welche einen hohen Gehalt an Blei und Antimon aufweisen. Diese Schadstoffe lassen die Nutzung des Bodens nicht zu. Zudem besteht die Gefahr der Auswaschung ins Grundwasser.

Vorgehen und Kosten

Das belastete Kugelfangmaterial wird nun abgetragen und fachgerecht entsorgt. Die schadstoffhaltigen Geschosspartikel werden in einer Bodenwaschanlage abgetrennt. Das Blei wird recycelt, das restliche Material muss in der Regel in einer Deponie gelagert werden.

Die Kosten für die Untersuchung und Sanierung von belasteten Standorten bei Schiessanlagen tragen Bund und Kanton (siehe Kasten unten). Gemäss Schätzung kostet die Sanierung der Schiessanlagen im Kanton Solothurn rund 70 Million Franken. Der Bund übernimmt davon rund 20 Millionen Franken, die restlichen 50 Millionen Franken sind durch den Kanton zu finanzieren.

Sanierungen erfolgen innerhalb Sanierungsregionen

Um Synergien zu nutzen und Kosten zu sparen, werden jeweils zwischen zehn und zwanzig Schiessanlagen zu sogenannten Sanierungsregionen zusammengefasst. Die Schiessanlagen innerhalb einer Sanierungsregion werden zeitgleich untersucht und im Falle eines Sanierungsbedarfs koordiniert saniert. Es ist geplant, sämtliche Schiessanlagen innerhalb von rund zwanzig Jahren zu sanieren.

Parallel zu den aktuellen Sanierungen im Wasseramt werden aktuell sämtliche Schiessanlagen der Gemeinden Breitenbach, Breitenbach, Fehren, Himmelried, Meltingen, Nunningen, Seewen und Zullwil altlasten- und abfallrechtlich untersucht. Diese Sanierungen sind für das Jahr 2021 vorgesehen. (sks)