Geschichte
Die Entstehung der Ambassadoren-Krippe ist noch unerforscht

Um die Ambassadorenkrippe wurde schon viel gemutmasst und geschrieben und immer wieder mal Hand angelegt.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Ambassadorenkrippe in der Jesuitenkirche Solothurn
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Im rechten Seitenschiff ist nun wieder die barocke Ambassadorenkrippe zu bestaunen.
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Im rechten Seitenschiff ist nun wieder die barocke Ambassadorenkrippe zu bestaunen.
Im rechten Seitenschiff ist nun wieder die barocke Ambassadorenkrippe zu bestaunen.
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Im rechten Seitenschiff ist nun wieder die barocke Ambassadorenkrippe zu bestaunen.
Im rechten Seitenschiff ist nun wieder die barocke Ambassadorenkrippe zu bestaunen.
Im rechten Seitenschiff ist nun wieder die barocke Ambassadorenkrippe zu bestaunen.

Ambassadorenkrippe in der Jesuitenkirche Solothurn

Hanspeter Bärtschi

Man weiss nicht, wann die Krippe entstanden ist und auch nicht, wer der Auftraggeber dafür war. Man weiss einzig, dass die beweglichen Holzfiguren mit den ausdrucksstarken Wachsköpfen rund 250 Jahre alt sind und dass sie im Nonnenkloster St. Joseph hergestellt worden sind. Das sagt Erich Weber, Kurator des Museums Blumenstein Solothurn. Indiz dafür sind die von den Nonnen dem Museum Blumenstein im Jahr 1997 übergebenen Gipsformen, Werkzeuge, Farben und Dokumente, die zusammen mit vielen anderen Gegenständen in den Besitz des Museums kamen, weil das Kloster aufgelöst wurde. Aufgrund von Vergleichsbeispielen aus dem süddeutschen Raum könne man von der Entstehungszeit Mitte des 18. Jahrhunderts ausgehen, so Weber.

Gesichert ist aber der Verbleib der Krippenfiguren ab dem Jahr 1914. Damals gelangten diese in den Besitz der Einwohnergemeinde Solothurn, weil Pfarrer Stüdeli aus Welschenrohr dem damaligen Konservator des Historisch-antiquarischen Museums (heute das Kunstmuseum) Eugen Tatarinoff 60 Figuren von einem unbekannten Verkäufer anbot. Der Pfarrer verriet nicht, woher die Figuren stammten; er verwies auf das Beichtgeheimnis. Gesichert ist aber, dass die Figuren bis ins 19. Jahrhundert hinein im Kloster St. Joseph zu sehen waren und unter dem Titel «Weihnacht von St. Joseph» der Bevölkerung präsentiert wurden.

Drei Jahre an den Figuren gearbeitet

Nach dem Kauf der Figuren durch die Stadt Solothurn machte sich Emilie Gunzinger ab 1918 zusammen mit zwei weiteren Frauen daran, die Figuren zu restaurieren. Drei Jahre lang widmete sich die Frau dieser Arbeit für «Gotteslohn»; einzig die Materialkosten wurden ihr von der Stadt entschädigt. Sie musste einzelne Figurenköpfe neu aus Wachs giessen. Dazu verwendete sie die Originalformen aus dem Kloster; für die neuen Kleider verwendete sie alte Paramentstoffe. In einigen Figuren fand man erst vor wenigen Jahren kleine Notizzettel von Emilie Gunzinger, auf denen sie die mühevolle Arbeit beschrieb.

Ab 1929 wurden rund die Hälfte der Krippenfiguren im Souterrain des heutigen Kunstmuseums ausgestellt. Eugen Tatarinoff schrieb für diese Ausstellung in der lokalen Presse einen Artikel, worin er mutmasste, dass die Figuren «einst einem hiesigen Ambassadoren des 18. Jahrhunderts in den Sinn gekommen seien, um seinen Kindern zur Weihnachtszeit mit diesen reich kostümierten lieblichen Figuren eine Freude zu bereiten». Diese Verknüpfung mit dem Hof des französischen Ambassadors entbehrt aus heutiger Sicht jeglicher Grundlage, sagt Weber. Eine Krippe, die nachweislich im Kloster St. Joseph hergestellt wurde, hätte auch im 18. Jahrhundert nie als Staffage für Kinderspiele herhalten dürfen. Diese Figuren mussten zwingend in einem sakralen Raum aufgestellt werden. Nichtsdestotrotz wird die Krippe seither als Ambassadorenkrippe bezeichnet.

Als 1952 das Museum Blumenstein eröffnet wurde, zügelte die Krippe dorthin. Zuvor liess die Stadt aber von Schwester Clara aus dem Kloster St. Joseph einige Figuren restaurieren. Leider wurde diese Arbeit nicht ganz erledigt und endete in Misstönen, denn die Nonne und die Stadtverantwortlichen bekamen sich über die Bezahlung der Arbeit in die Haare.