Kantonale Abstimmung

Die Emme bekommt ein breiteres Bett

Ab hier, unterhalb des Stauwehrs in Biberist bis zur Einmündung der Emme in die Aare beim Emmespitz, wird der Hochwasserschutz verbessert werden.

Ab hier, unterhalb des Stauwehrs in Biberist bis zur Einmündung der Emme in die Aare beim Emmespitz, wird der Hochwasserschutz verbessert werden.

Eine grosse Gegnerschaft hatte die Vorlage zum Hochwasserschutz und zur Revitalisierung der Emme nie. So überrascht es nicht, dass sie deutlich angenommen wird. 83.05 Prozent der Wähler stimmen dem Millionenprojekt zu. Alle Bezirke sagten Ja.

Auch die letzten fünf Kilometer der Emme auf Solothurner Boden werden jetzt besser gegen Hochwasser geschützt. Im Jahr 2012 bereits ist die Sanierung und Revitalisierung des oberen Emmen-Abschnitts zwischen Biberist und Gerlafingen abgeschlossen worden. Mit dem gestrigen Volksentscheid wird auch die Emme zwischen dem Biberister Wehr und der Aaremündung bei Zuchwil sicherer. Die Solothurner Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben gestern den nicht überhörbaren Startschuss dafür gegeben.

Mit einem stolzen Ja-Stimmen-Anteil von 83 Prozent segneten sie den Verpflichtungskredit für das Projekt «Hochwasserschutz und Revitalisierung Emme» ab. Das Gesamtvorhaben ist mit 73 Millionen Franken dabei alles andere als billig. Für den Kanton selber fallen aber «nur» Kosten von knapp 19 Mio. Franken an.

Rund die Hälfte übernimmt der Bund. Der Rest wird unter anderem über den kantonalen Altlastenfonds sowie Beiträge der Anstössergemeinden finanziert. Bereits am 8. April erfolgt laut Landammann und Baudirektor Roland Fürst der Spatenstich. Vollständig abgeschlossen sein wird das Renaturierungsprojekt voraussichtlich im Jahr 2022.

Ein «sensationelles» Ergebnis
Baudirektor Roland Fürst freute sich gestern in einer ersten Stellungnahme über das «sensationelle» Resultat, das allerdings nicht ganz unerwartet so deutlich ausfällt. Der Kantonsrat hatte die Vorlage bereits einstimmig unterstützt. Und auch im Vorfeld der gestrigen Abstimmung gab es keinerlei Opposition.

«Die Solothurnerinnen und Solothurner haben das extreme Hochwasser der Jahre 2005 und 2007 noch nicht vergessen», erläuterte Fürst den klaren Abstimmungs-Ausgang. Zur hohen Zustimmung beigetragen hätten zudem die in den letzten Jahren erfolgreich umgesetzten wasserbaulichen Massnahmen an der Emme zwischen Biberist und Gerlafingen und auch an der Aare im Niederamt.

Alle zehn Bezirke und auch alle 109 Gemeinden haben dem Projekt zugestimmt – in aller Regel deutlich. Gerade auch das Schwarzbubenland zeigte sich solidarisch, obwohl die beiden Bezirke Dorneck und Thierstein den geringsten Nutzen aus Hochwasserschutzprojekten haben. Im Bezirk Thierstein fällt die Zustimmung mit 66,4 Prozent denn auch eher tief aus. Die Gemeinde Grindel konnte sich mit 50,5 Prozent sogar nur ganz knapp zu einem Ja durchringen.

Im kantonsweiten Vergleich niedrig ist der Ja-Anteil auch in Fehren (58 Prozent) und Zullwil (58,3 Prozent). Alle übrigen Solothurner Regionen stellen sich dafür umso deutlicher hinter das Projekt. Im Bezirk Solothurn sagen gar 90 Prozent der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger Ja. Knapp unter 80 Prozent liegt der Anteil im Thal und in Gösgen. Alle übrigen Bezirke stimmen mit über 80 Prozent zu.

Das Emmen-Projekt beinhaltet zum einen die Verbreitung des Flussbetts. Zudem sollen Dämme und Ufermauern die Siedlungsgebiete schützen. Durch Renaturierungsmassnahmen werden aber auch die Lebensräume für Pflanzen und Tiere aufgewertet. Weiter steigt der Erholungswert der Flusslandschaft für Anwohner und Ausflügler. Und schliesslich wird der ufernahe Raum von drei sanierungsbedürftigen Altlasten befreit.

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