Kanton Solothurn
Die drei Landeskirchen lancieren die gemeinsame Kampagne «Kircheneintritt»

Mit ihrer Kampagne «Wiedereintritt in die Kirche – leicht gemacht» verfolgen die drei Landeskirchen im Kanton Solothurn das Ziel, Menschen, die sich von ihnen abgewandt haben, wieder zurückzugewinnen.

Urs Amacher
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Die Arbeitsgruppe der Kampagne «Kircheneintritt» (vl.) Hansjörg Brunner, Erich Huber, Gudula Metzel-Vitallowitz, Verena Enzler, Werner Sauser und Clemens Ackermann.

Die Arbeitsgruppe der Kampagne «Kircheneintritt» (vl.) Hansjörg Brunner, Erich Huber, Gudula Metzel-Vitallowitz, Verena Enzler, Werner Sauser und Clemens Ackermann.

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Die Kampagne beginnt am eidgenössischen Bettag zu laufen. In Olten stellte die Arbeitsgruppe der Solothurnischen interkonfessionellen Konferenz (SIKO), welche die Aktion «Kircheneintritt» vorbereitet hatte, die Werbekampagne vor. «Mit der Kampagne «Kircheneintritt» möchten wir Personen ansprechen, die früher einmal Mitglied der Kirche waren und ausgetreten sind», formulierte Verena Enzler, Präsidentin des evangelisch-reformierten Synodalrates, ihre Absicht.

Es gebe Menschen, die – vielleicht vor Jahren – der Kirche den Rücken gekehrt hätten. Diese fühlten sich dem christlichen Gedankengut zwar oft immer noch verbunden, hätten aber Mühe mit der Institution Kirche generell oder mit gewissen Repräsentanten.

Inzwischen können sich die Lebenssituation und die Mitwelt verändert haben. «Die Menschen nehmen die Kirche wieder positiver wahr», stellte Enzler fest, «das Bedürfnis nach Gemeinschaft und Spiritualität ist gestiegen.» Damit träfen die damaligen Beweggründe, aus der Kirche auszutreten, eventuell nicht mehr zu.

Eine Kampagne der reformierten Kirche Basel-Land, Menschen zum Wiedereintritt zu motivieren, war erfolgreich. Die Landeskirchen im Kanton Solothurn entwickelten die Idee gemeinsam weiter. Diese ökumenische Zusammenarbeit in dieser Sache ist neu für die Schweiz.

Wiedereintritt leicht gemacht

Die Kirchen öffnen nun übers Internet eine Tür, um auf einfache Art und Weise wieder in eine der drei Landeskirchen einzutreten. Wer sich für einen Kircheneintritt interessiert, besucht die betreffende Web-Site. Mit ein paar Klicks kann das Nötige in die Wege geleitet werden.

Um in der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden, setzt diese Kampagne auf weitere Werbemittel. Diese stellte Clemens Ackermann, Präsident des Christkatholischen Synodalverbands des Kantons, vor. Neben dem Webauftritt wirbt die Aktion mit Plakaten in verschiedenen Grössen und mit Buchzeichen.

Die farbigen Kartonstreifen werden aufgelegt; sie sind zum Mitnehmen, ihre kurzen Texte auf der Rückseite aber auch zum Nachdenken und Umdenken. «Die Kirche ist dem Evangelium in Wort und Tat verpflichtet. Es wird dort vieles für die Menschen getan», heisst es da beispielsweise.

Ein wichtiges Element ist zudem der persönliche Einsatz der Mitglieder der Landeskirchen vor Ort. «Die Aktion will niemanden zum Wiedereintritt überreden», betonte Clemens Ackermann. «Die von uns zur Verfügung gestellten Mittel wollen helfen, diesen Schritt anzustossen und leicht zu machen.» Oder wie es Hansjörg Brunner, der Präsident des römisch-katholischen Synodalrates, ausdrückte: «Wir wenden uns an Menschen, die sich bereits mit einem Wiedereintritt befasst haben, bei denen der Samen schon vorhanden ist.»

www.kircheneintritt.ch