Alle drei sind gewissermassen Neulinge in Bern. Vor allem Stefan Müller-Altermatt und Urs Schläfli. Mit ihrer Wahl in den Nationalrat agieren die beiden seit Beginn der Legislatur 2011 bis 2015 zum ersten Mal auf der nationalen Polit-Bühne. Erste Erfahrungen macht dort seither auch Pirmin Bischof – als Vertreter des Kantons im Ständerat. Gestern haben alle drei an einem Mediengespräch in Solothurn die ersten beiden Jahre der Legislatur Revue passieren lassen.

Besonders stolz ist die Solothurner CVP-Delegation auf ihre Dreiervertretung in Bern, wohl wissend, dass diese bei den nächsten Wahlen möglicherweise zur Disposition stehen wird, da dem Kanton Solothurn dann nur noch sechs statt sieben Nationalratssitze zustehen. «Die Diskussionen laufen heiss, wie wir unsere beiden Sitze halten können», sagte Nationalrat Stefan Müller-Altermatt, ohne sich genauer in die Karten blicken zu lassen.

Ständerat Pirmin Bischof strich heraus, dass die CVP in Bern darum bemüht ist, das «Erfolgsmodell Schweiz» zu verteidigen – gerade auch «gegen Angriffe von innen». Der CVP komme als Mittepartei eine Brückenfunktion zu, um einer Polarisierung und «unheiligen Allianzen» von links und rechts einen Riegel zu schieben. Punkten konnte die CVP, so Bischof, in den letzten beiden Jahren insbesondere auch auf ihrem Kerngebiet, der Familienpolitik.

So komme die Volksinitiative der CVP zur Abschaffung der Heiratsstrafe demnächst in die eidgenössischen Räte. Der Bundesrat will diese vollständig umsetzen. Das Anliegen gehe dabei, so Bischof, auf eine Motion zurück, die er seinerzeit als Nationalrat eingereicht hat.

Für Nationalrat Stefan Müller-Altermatt ist es ein Glücksfall, dass er der Umwelt-, Raumplanungs- und Energiekommission - und damit seiner «Wunschkommission» zugeteilt wurde. Sein Fachwissen als Biologe und ehemaliger Leiter des Naturpark Thal könne er sehr gut einbringen. Neu hat er dort das Vize-Präsidium inne. Und sollte er 2015 als Nationalrat wiedergewählt werden, stehen die Chancen gut, dass er die Kommission dann präsidiert.

Durch seine Mitarbeit an einem umweltpolitischen Grundsatzpapier der Partei habe er sich einen Namen als Umwelt- und Energiesprecher der CVP gemacht. Innerhalb der Kommission war Müller-Altermatt wesentlich an der Motion für einen «Masterplan Elektromobilität» beteiligt, der von den Räten überwiesen worden ist. Voraussichtlich ab 2015 umgesetzt werde ein Postulat, das eine Klärung der Aufgaben und der Finanzierung im Bereich der Biolandbau-Forschung verlangt.

Ständerat Pirmin Bischof bezeichnet den Übertritt von der grossen in die kleine Kammer schmunzelnd als «positiven Kulturschock»: «Kein Parteiengezänk, keine Computer - und in den Voten sind Wiederholungen verpönt». Der Finanzplatz liegt dem Wirtschaftssprecher der CVP besonders am Herzen. Kürzlich hat Finanzministerin Eveline Widmer Schlumpf eine Task-Force «Finanzplatz» zur Entwicklung einer Finanzplatz-Strategie eingesetzt, die auf eine überwiesene Motion von Pirmin Bischof zurückgeht.

Als Mitglied der Kommission für Wirtschaft und Abgaben hat der CVP-Ständerat darauf hingewirkt, dass die Schweiz im Rahmen der «Too big to fail»-Debatte als erstes Land die Grossbanken zu mehr Eigenkapital gezwungen hat. In der Rechtskommission betreute Bischof für die CVP die von den Räten «nach langem Ringen» angenommene Swissness-Vorlage: «Ein Erfolg gerade auch für die grossen Solothurner Uhrenunternehmen.» Um weitere Freihandelsabkommen (nach China) bemüht sich Bischof als Mitglied der Aussenpolitischen Kommission.

Nationalrat Urs Schläfli sässe eigentlich lieber in der Kommission für Wirtschaft und Abgaben, wo er seine Interessen als Landwirt einbringen könnte. Stattdessen muss er mit der Sicherheitspolitischen Kommission vorlieb nehmen. Eingebracht in die Kommission hat er das Anliegen einer Meldepflicht für Waffen bei hängigen Strafverfahren, das als Kommissionsmotion von den Räten überwiesen worden ist. Als Folge der vom Parlament verabschiedeten Agrarpolitik 2014-2017 werde die «bereits heute sehr ökologische Landwirtschaft weniger produzieren», kritisiert Schläfli. Generell betont er, dass die Arbeit in Bern «sehr interessant ist und viel Freude macht».