Als letzte der grossen Kantonalparteien hat die CVP am Dienstagabend in Oensingen ihre Kandidaten für die Regierungsratswahlen 2013 nominiert. Die Ausmarchung unter drei Bewerbern erwies sich als überaus klare Sache. Schon im ersten Wahlgang übertrafen die Kantonsräte Roland Fürst (Gunzgen) und Roland Heim (Solothurn) das absolute Mehr von 74 Stimmen bei weitem: Der Name Fürst stand auf 134 von 147 eingegangenen Wahlzetteln, Heim erhielt 124 Stimmen. Demgegenüber musste sich AWA-Chef Jonas Motschi (Oberbuchsiten) mit 36 Stimmen geschlagen geben. Nach der Nomination sprach Motschi den beiden CVP-Regierungsratskandidaten seine volle Unterstützung aus.

«Ich stehe für eine Politik mit Augenmass», sagte Roland Fürst in seinem Votum nach der Wahl. Als seine drei Schwerpunkte nannte er Finanzen, Gemeinden und KMU. Bei den Kantonsfinanzen sehe er angesichts eines Defizits von 150 Mio. Franken für 2013 dringenden Handlungsbedarf: Es gelte, sich an einen Tisch zu setzen und nach «umsetzbaren, tragbaren und verträglichen Lösungen» zu suchen. Dabei dürften die Gemeinden nicht unter die Räder kommen. Zwischen Kanton und Gemeinden sei eine vernünftige, für beide Seiten tragbare Aufteilung von Aufgaben und Kompetenzen anzustreben. «Die Wirtschaft hat leider einen schlechten Ruf bekommen», sagte Fürst zu seinem dritten Schwerpunkt. Eine Stossrichtung gegen die Wirtschaft sei jedoch ein Schuss ins eigene Bein – nur der gemeinsame Weg könne es bringen.

CVP SO setzt auf doppelten Roland

CVP Solothurn setzt auf doppelten Roland

«Wirtschaft mit sozialem Gewissen»

«Jede Partei hat unsere zwei Sitze im Visier», umriss Roland Heim die Ausgangslage der Wahl vom 3. März 2013. Die Nomination sei ihm Auftrag, die CVP-Anliegen im Wahlkampf energisch zu vertreten. «Ich bin der einzige bürgerliche Kandidat westlich von Hägendorf», hob er einen geografischen Trumpf seiner Kandidatur hervor. Inhaltlich sprach sich Heim für eine «starke Wirtschaft mit sozialem Gewissen» aus. Zur Wirtschaft zählt er nicht nur Unternehmer, sondern auch Arbeitnehmer und Konsumenten. Dabei sprach er sich gegen schrankenlose Liberalisierungen aus, aber auch gegen allzu starre Regulierungen. Heim bekannte sich zu einer Politik, die Probleme lösen und nicht bewirtschaften wolle.

Mit den beiden Roland setzten sich in der Ausmarchung auf Anhieb die Favoriten durch. Der 51-jährige Roland Fürst hat Biologie und Chemie studiert und eine Zusatzausbildung als Informatiker absolviert. Auf diesem Beruf arbeitete er, bevor er vor sechs Jahren Direktor der Solothurner Handelskammer wurde. Er war 14 Jahre Gemeindepräsident von Gunzgen und ist seit 8 Jahren Kantonsrat. In der Ständerats-Ersatzwahl von 2009 unterlag er dem SP-Kandidaten Roberto Zanetti. Für diese Kandidatur hatte er sogar auf das Präsidium des Kantonsrats verzichtet.

Der 57-jährige Roland Heim hat Wirtschaftswissenschaften studiert und unterrichtet an der Kantonsschule Solothurn Wirtschaft und Recht. Seine politische Laufbahn startete er als 26-Jähriger im Verfassungsrat (1981 bis 1986). 1992 kam er in den Kantonsrat, wo er seit 2004 die CVP-Fraktion präsidiert.