Das Interesse war gross, als sich Wanderer, Biker und sonstige Interessenten am Dienstagabend in der Kächschür in Oberdorf trafen. Denn der kantonale Nutzungsplan der Bike-Strecke am Weissenstein wurde umfangreich vorgestellt. «Die Anzahl Anwesenden zeigt, dass dieses Thema auf grosses Interesse stösst», sagt Patrick Schlatter, Gemeindepräsident von Oberdorf. Die Nutzungen am Berg seien nun einmal vorhanden. Wichtig sei es deshalb, die Nutzungen von Jägern, Wanderern und Bikern zu entflechten, damit künftige Konflikte verhindert werden können.

«Geologisch bedingt, können wir hier eine Strecke der Schwierigkeit rot bauen», sagt Samuel Hubschmid von der Civic GmbH. Er ist selber Biker und hat die Seilbahn AG als Fachplaner neun Jahre lang begleitet. «Das Zielpublikum werden also geübte Bikerinnen und Biker sein.» Die fünf Kilometer lange Strecke wird viele Kurven aufweisen und ein durchschnittliches Gefälle von 12 Prozent, um die Bremserosion zu senken und den Landschaden gering zu halten.

Planung nicht definitiv

«Wir legen heute einen Schemaplan und keinen Bauplan vor», betont Stephan Schader vom Amt für Raumplanung. Während der Mitwirkung wird man die Strecke mit Experten besichtigen, um detaillierte Massnahmen wie benötigte Sichtdistanzen, Pfosten oder Zäune zu bestimmen. «Es soll auch bei hohen Besucherzahlen zu keinen Konflikten zwischen Wanderern und Bikern kommen», sagt Stephan Schader. Gebaut werden soll die Strecke von der Flying Metal GmbH, welche bereits Bike-Strecken am Gurten in Bern und in Sissach im Basel-Land realisiert hat.

Nutzungen kommen und gehen

«Wir haben die Jagdgesellschaften und Umweltschutzorganisationen einbezogen», sagt Rolf Glünkin vom kantonalen Bau-und Justizdepartement, als er auf die Wildruhezonen zu sprechen kommt. Mithilfe des Forums Weissenstein, welches vom Amt für Raumplanung geleitet wird, wurden kontroverse Themen diskutiert, aufgegriffen und bearbeitet. Von der Arbeitsgruppe wurden nun zwei «empfohlene Wildruhezonen» definiert. Diese sollen bewirken, dass sich das Wild ungestört in diese Gebiete zurückziehen kann. «Die Tiere merken schnell, dass es dort ruhig ist und werden sich entsprechend dort aufhalten», sagt Rolf Glünkin. Gegen Ende der Veranstaltung liess Stephan Schader ein altes Bild auf der Leinwand erscheinen. Das Schwarz-Weiss-Bild zeigt Skifahrer auf dem Weissenstein. «Dieses Bild zeigt sehr schön, das schon vor langer Zeit Menschen auf den Berg gingen, um ihre Freizeit zu verbringen», sagt Stephan Schader. «Und damals gab es noch keine Sesselbahn.» Früher existierte eine Sprungschanze und sogar einen Tennisplatz, welcher unterhalb des Kurhauses lag. «Die Welt auf dem Weissenstein ist eine, die sich ständig verändert», fügt Stephan Schader an. «Nutzungen kommen und gehen.» Und deshalb solle man diesem Bedürfnis eine Chance geben.

Mit Ausnahme eines Wanderers, welcher kritische Fragen zu den Wildruhezonen stellte, waren die Reaktionen auf das Projekt positiv. «Wir waren positiv überrascht über die Reaktionen», sagt Stephan Schader im Nachhinein auf Anfrage. «Zudem hat uns gefreut, dass viele Leute vom Ort anwesend waren.» Auch die Seilbahn Weissenstein AG ist guter Dinge: «Wir sind zuversichtlich, dass dieses Projekt in dieser Form durchgeführt werden kann», sagt Vizepräsident Rolf Studer. Die Seilbahn Weissenstein ist Bauherrin des Projektes.

Bis zum 21. November können Einsprachen und Lösungsvorschläge eingebracht werden. Diese werden anschliessend ausgewertet und es wird entschieden ob Überarbeitungen gemacht werden müssen.