Nein, das ist kein Zufallsmehr. Mit 55 Prozent sagt das Solothurner Stimmvolk Ja zum Ruhetagsgesetz. Und damit Ja zu einer Herabstufung des Bettags von einem hohen zu einem normalen Feiertag. Eine Mehrheit der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger will, dass am Eidgenössischen Dank- Buss- und Bettag, der auf den dritten Sonntag im September fällt, öffentliche Veranstaltungen - wie die HESO - stattfinden können. Und zudem auch Sportturniere aller Art erlaubt sind.

Obwohl sie insgeheim auf diesen Ausgang der Abstimmung hofften, haben selbst die Befürworter der neuen Bettags-Regelung - vor allem aus dem gewebefreundlichen, liberalen Lager - nicht wirklich damit gerechnet. In zwölf Kantonen der Deutschschweiz ist der Bettag ein hoher Feiertag. Als normaler Feiertag gilt er - wie neu in Solothurn - in den Nachbarkantonen Aargau sowie den beiden Basel. Vor allem aber hat das Solothurner Stimmvolk im Jahr 2005 die Streichung des Bettags als hoher Feiertag mit 70 Prozent klar verworfen.

Seit damals sind aber neun lange Jahre ins Land gegangen. Die mit einem hohen Feiertag verbundenen Einschränkungen sind für einen Gedenktag, dessen Bedeutung immer weniger verstanden wird, für eine Mehrheit zu hoch. Gerade innerhalb der jüngeren Generation. All jene, die den Bettag feiern wollen, können dies aber auch künftig tun. Die dafür nötigen Rahmenbedingungen sind auch an einem normalen Feiertag gewährleistet. Der Bettag steht für Werte wie die Ökumene und den gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Schweiz. Werte, die es auch weiterhin hochzuhalten gilt - warum nicht im Rahmen eines Gottesdienstes an der HESO?