Beim kantonalen Spiel-Final des Solothurner Turnverbandes (SOTV) in Recherswil flogen die Bälle zuhauf durch die Luft. Die besten Jugendriegen des Kantons massen sich in Alaska-, Völker-, Kasten-, Korb- und Volleyball sowie Ball über die Schnur. Bei den Ausscheidungen in den fünf Verbands-Regionen hatten sich über 100 Teams für den Final qualifiziert. So spielten über 800 Kinder und Jugendliche um die begehrten Medaillen.

«Jipiiiiiiiiii! Ramona, klatsch ab!» Das Team des STV Stüsslingen hat Grund zu feiern. Die Mädchen haben soeben ein Spiel gewonnen, die Freude ist gross. Etwas gedämpfter ist die Stimmung beim Team des STV Laupersdorf. «Es könnte besser laufen», findet Leiter Florian Meier. Die Knaben dagegen sind ziemlich zufrieden. «Wir haben bisher zwei Spiele verloren und drei gewonnen, das ist doch nicht so schlecht», findet Raphael Koch. «Ich habe dafür extra zu Hause trainiert.» Das Team der Laupersdörfer ist froh, überhaupt starten zu können. Zwei Spieler sind krankheitshalber ausgefallen, weshalb die Mannschaft beinahe «forfait» geben musste.

«Zum Glück hat uns Gunzgen zwei Spieler ausgeliehen», freut sich Leiter Meier. So etwas geht im Turnen: Bei der Leitersitzung am Morgen werden unvollständige Teams mit überzähligen Spielern anderer Mannschaften «aufgefüllt», sodass möglichst viele Kinder und Jugendliche an den Start gehen können.

Trotzdem kein Podestplatz

Allerdings schafft es das gemischte Team aus Laupersdorf und Gunzgen nicht auf das Podest. Dafür gibt es drei Vereine, die je drei Mal auf dem Treppchen stehen: Meltingen-Zullwil aus dem Schwarzbubenland, Wolfwil und Stüsslingen. Meltingen-Zullwil schafft bei den Knaben Oberstufe sogar einen Doppelsieg – der einzige Verein, dem das an diesem Tag gelingt. Während die Oberstufenkinder Korb- und Volleyball spielen, ist für die Kinder der Mittelstufe Kastenball und Ball über die Schnur vorgesehen. Die kleinsten messen sich im Alaska- und im Völkerball. Gespielt wird in reinen Knaben- oder Mädchengruppen, zum Teil aber auch gemischt.

Die Organisatoren zeigen sich sehr zufrieden mit dem Anlass. «Es lief alles super», bilanziert SOTV-Jugend-Chef Peter Studer. Es gab keine gravierenden Unfälle und am Nachmittag kam sogar die Sonne hervor. «Der Turnverein Recherswil hat alles perfekt organisiert, die Anlagen sind in einem ausgezeichneten Zustand.» Das Lob gibt Reto Knecht, Recherswils Pressechef, gerne weiter. «Zum Glück hat der Landwirt uns angrenzendes Land zur Verfügung gestellt, sonst wäre der Anlass nicht möglich gewesen.» Immerhin mussten 18 Spielfelder eingezeichnet werden – auf einer Fläche von mehreren Fussballfeldern.

In zwei Jahren soll der kantonale Spiele-Final wieder stattfinden. Allerdings fehlt noch ein Organisator. «Wir würden gerne wieder einmal ins Schwarzbubenland reisen», sagt Peter Studer mit einem Augenzwinkern. Ramona aus Stüsslingen würde bestimmt gerne über den Berg fahren.