Kunstmuseum Solothurn
Die bedeutendsten Solothurner Künstler und Sammler in einer Ausstellung

Das Kunstmuseum zeigt zum 2000-Jahr-Jubiläum der Stadt Solothurn eine Sammlungsausstellung mit Werken der bedeutendsten einheimischen Künstler und Sammler. Gelegenheit, sich im Haus zu verweilen.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Kunstmuseum Solothurn: Blick in den Saal mit der zeitgenössischen Kunst zur Ausstellung Genius Loci Salodorensis.
15 Bilder
Gergana Mantscheva und Pawel Ferus (im Vordergrund)
Kunst im öffentlichen Solothurner Raum
Landschaften um und in Solothurn. Im Vordergrund Otto Morachs "Komposition mit Krug" von 1925.
Laurent Louis Midarts Festansichten von Solothurn.
Amanda Troendle-Engel "Solothurn" 1931.
Blick in den Ausstellungsraum mit Solothurner Porträts.
Solothurner Bürgerpaar von Hans Asper (1499-1571).
Der Architekt Paolo Pisoni
Kunstmäzene: Gertrud Dübi-Müller und Otto Dübi (Bronze).
Blick in den Ausstellungsraum mit Schang Hutters "Der Verletzlichkeit Raum geben".
Heinz Schwarz - Selbstbildnis von 1964
Blick in die Ausstellung mit Arbeiten von Heinz Schwarz.
Blick in die Ausstellung mit Arbeiten von Heinz Schwarz.
Genius Loci Salodorensis

Kunstmuseum Solothurn: Blick in den Saal mit der zeitgenössischen Kunst zur Ausstellung Genius Loci Salodorensis.

Solothurner Zeitung

Der Solothurner Geist soll einer sein, der sich besonders für Kunst interessiert. Das scheint tatsächlich seit 2000 Jahren so zu sein. Und wenn man die Exponate der neuen Ausstellung «Genius Loci Salodorensis» betrachtet, alles aus der Sammlung des Kunstmuseums Solothurn, so kann man diesen Geist doch wenigstens seit dem 16. Jahrhundert nachverfolgen. In der grossen Ausstellung zum Stadt-Jubiläum hat der Kunstmuseumsleiter Christoph Vögele, zusammen mit seinen Mitarbeitern Anna Bürkli und Robin Byland, die für die Stadt Solothurn wichtigsten Künstler und Kunstsammler in den Parterre-Sälen vereint.

Man startet den Rundgang, der chronologisch abläuft, in der Gegenwart. Hier sind Arbeiten von Reto Emch, Dimitra Charamandas, Lex Vögtli, Luzia Hürzeler, Nancy Wälti und anderen zu finden. «Es fällt auf, dass es in der jüngeren Zeit vermehrt Frauen sind, die für die Stadt und das Museum wichtige Positionen vertreten», sagt Vögele. Kunst im öffentlichen Raum, speziell für Solothurn geschaffen, ist ebenfalls ein Aspekt, dem die Ausstellung gerecht werden will. So sind Roman Signers Skizzen zum Stiefel, der übrigens jetzt wieder in restaurierter Form am Brunnen hängt, ein Modell von Robert Müllers «Objet Soleure», welches bei der Pädagogischen Fachhochschule steht, zu finden. Und auch der neue Marmor-Altar der St.-Ursen-Kathedrale von Judith Albert ist mittels Fotografie Thema.

Es geht weiter mit Zeichnungen und Drucken bekannter Kunstschaffender. Die älteste Stadtansicht im Besitz des Kunstmuseums ist ein Druck von Matthäus Merian aus dem Jahr 1654. Dazu aber auch die Drucke von Laurent Louis Midart (1733–1800), in denen er die Festivitäten der Stadt während der Ambassadorenzeit festhält. Als Gegensatz dazu gestellt sind Fotografien von heute – zum Beispiel von Heinz Schwartz.

Solothurner Stadt- und Landschaftsansichten

Im nächsten Saal wird es idyllisch. Deshalb fallen vor allem Otto Morachs (1887-1973) farbintensive Stadtbilder auf. Sie sind alles andere als heimelig, sondern lassen Gesellschaftskritik einfliessen. Dann aber eben Otto Frölichers (1840–1890) herrliche Aare- und Waldlandschaften. Nicht fehlen dürfen bei diesem Themenkreis Arbeiten von Cuno Amiet oder Frank Buchser.

Im letzten Saal sind dann die Menschen zu entdecken, die hinter dieser reichen Solothurner Kunstwelt stecken. Es sind Porträts von Malern wie Karl Geiser, Hans Berger, Cuno Amiet, von Sammlern und Förderern wie Gertrud Dübi-Müller, Franz Anton Zetter-Collin. Am Ende – oder eben am Anfang der Geschichte – hängt das Doppelbildnis von Hans Asper (1499–1571) das einen Solothurner Bürger und seine Frau aus der Spätrenaissance zeigt.

Die gesamte Ausstellung bereichern Skulpturen der bedeutendsten Solothurner Bildhauer.

Hinweise: Die Vernissage am Samstagabend 17 Uhr ist abgesagt. Ausstellung bis 7. Juni.

Hommage zum 100. Geburtstag: Erinnerung an Heinz Schwarz

Der gebürtige Gerlafinger Heinz Schwarz (1920–1994) war Kind einer Arbeiterfamilie. Als gelernter Lithograf bildete er sich zunächst autodidaktisch künstlerisch weiter. Ab 1943 konnte er sich dann bei einem der damals wichtigsten Bildhauer Karl Geiser (1898–1957) in Genf weiterbilden.

Schwarz betätigte sich vermehrt als Bildhauer und schuf Skulpturen des weiblichen Körpers, Tiere und hin und wieder auch Porträts. Nicht so bekannt ist er als Maler, obwohl er in der Frühphase seines Schaffens auch auf diesem Gebiet Preise erringen konnte.

In der Skulptur – zwei wichtige Arbeiten stehen auch in Solothurn – veränderte er ab 1960 das gröbere Volumen seiner Figuren drastisch, indem die Körper auffallend schlank gestaltet wurden. Die Hommage für Schwarz zeigt Skulpturen, Gemälde und Skizzen, Bestände aus dem Kunstmuseum und wenige private Leihgaben. (frb)

Kunstmuseum Solothurn. Erster Stock, Nordwestsäle. Bis 4. Oktober.

Ein Selbstbildnis des Künstlers Heinz Schwarz aus dem Jahr 1963.

Ein Selbstbildnis des Künstlers Heinz Schwarz aus dem Jahr 1963.

Hanspeter Bärtschi