«Der überdurchschnittliche Zuwachs an Kundengeldern zeigt das uns entgegengebrachte Vertrauen», heisst es in der Medienmitteilung über den Geschäftsabschluss der Banktochter des Baloise-Versicherungskonzerns. Diese sind um 4,6 Prozent auf 5,4 Milliarden Franken gestiegen (siehe unten). Nicht erwähnt im Communiqué ist die Entwicklung der Kundenausleihungen.

Erst ein Blick in den Geschäftsbericht zeigt, dass sich diese Position um 0,6 Prozent auf rund 6,4 Milliarden Franken verringerte. Der Bestand allein an Hypotheken für Wohnbauliegenschaften nahm um 0,8 Prozent ab, wie Baloise-Mediensprecher Amos Winteler auf Anfrage präzisiert. In den drei Vorjahren ist der vergleichbare Hypo-Bestand jeweils zwischen 1,3 und 2,6 Prozent gestiegen. Hinter dem jetzigen Rückgang stecke aber nicht ein Rückgang am Interesse an Grundpfandkrediten. «Dank attraktiver Zinsen verzeichnen wir eine stabile Nachfrage nach Wohnbauhypotheken.» So verzeichne die Bank SoBa im Stammgebiet Kanton Solothurn ein Wachstum von knapp 1,1 Prozent.

In Zusammenarbeit mit den Basler Versicherungen ist die Bank auch landesweit aktiv. Den Rückgang der Ausleihungen insgesamt begründet Winteler damit, dass die Bank «aus Risiko- und Renditeüberlegungen gezielt Hypothekarverpflichtungen gegenüber schweizweit tätigen, kommerziellen Vermietern von Mehrfamilienhäusern abbaute».

Gut hat sich im schwierigen Umfeld das Zinsgeschäft entwickelt. So ist der Zinserfolg – der wichtigste Ertragspfeiler – um 1,5 Prozent auf über 78 Millionen Franken gestiegen. «Wir haben gelernt, mit der Niedrigzinssituation seit dem SNB-Entscheid Mitte Januar 2015 umzugehen.» Auch der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft blieb stabil. Die Bank begründet dies mit der Zunahme bei den Vermögensverwaltungsmandaten um 21 Prozent. Der Geschäftsaufwand hat leicht abgenommen. Die Bank weist einen Geschäftserfolg von fast 30 Millionen Franken aus. Unter dem Strich resultierte ein Jahresgewinn von 23,3 Millionen Franken, hohe 11,5 Prozent mehr als «im ausserordentlichen Vorjahr», heisst es in der Mitteilung. Damals ist der Gewinn deutlich gesunken. Dieser Rückgang wurde vor Jahresfrist mit «strategischen Sonderrückstellungen» begründet. Verglichen mit dem «normalen Geschäftsjahr» 2014 resultiert noch eine Steigerung von 3,5 Prozent.

Die Online-Hypothek kommt

Eine gute Nachricht gibt es für die Bankkunden. «Die Bank ist bestrebt, Kundeneinlagen nicht mit Negativzinsen zu belasten», hiess vor einem Jahr. «Das bleibt unverändert so», sagt Sprecher Winteler. Ferner soll das digitale Angebot weiter ausgebaut werden. So soll – wie schon früher angekündigt – die Online-Hypothek in der zweiten Jahreshälfte lanciert werden. «Der Kreditentscheid – Liegenschaftsbewertung und Prüfung des Kreditnehmers – erfolgt durchgängig online und der Kunde erhält direkt ein verbindliches Angebot», skizziert die Bank die neue Dienstleistung.