«Das ist ein super Gefühl, wenn man eine Goldmedaille bekommt», sagt Daniel Wolf stellvertretend für alle Mitglieder des erfolgreichen Teams. Das Dress ist rot-weiss, wie es sich für eine rechte Solothurner Mannschaft gehört. Speziell ist nur, dass jeder die Nummer 11 auf dem Rücken trägt. Das ist nicht nur die Solothurner Zahl, sondern auch der Ausdruck dafür, dass alle genau gleich viel zählen, egal ob Frau oder Mann, ob Fussgänger oder Rollstuhlfahrer. Ansonsten geht es zu wie auf jedem Sportplatz: Tore werden laut bejubelt, schöne Spielzüge gelobt und über Regelverletzungen wird manchmal recht lange diskutiert.

Beim Rafroball fällt aber vor allem auf, dass der Gegenspieler immer respektiert wird. Eine wichtige Regel ist zum Beispiel, dass man mit dem Ball anhalten muss und nicht etwa in Richtung Tor stürmen darf. «Man darf den Gegner nicht berühren. Deshalb sind Verletzungen sehr selten, denn», erklärt Daniel Wolf seinen Sport. Eine Krankheit hat seine Gleichgewichtsorgane geschädigt, weshalb der 48-jährige heute im Rollstuhl unterwegs ist. Wolf arbeitet im Zentrum Oberwald in Zuchwil und freut sich immer auf das Training, das jeweils am Freitagabend in der Turnhalle des Zentrums für Kinder mit Sinnes- und Körperbeeinträchtigungen ZKSK westlich des Bürgerspitals stattfindet.

Sport für jedermann

«Jeder kann mitmachen, auch Leute ohne Einschränkungen», sagt Wolf, «die werden entweder als Motor für einen Rollstuhlfahrer eingesetzt oder sie setzen sich selber in einen Rollstuhl und spielen mit.» Trainer Sascha Freiburghaus ergänzt: «Das Reglement geht auf verschiedene Behinderungsbilder ein.» Zwei Beispiele: «Wer nicht gut fangen kann, bekommt zum Beispiel den Ball zurück, wenn dieser aus den Händen fällt. Wer Schwierigkeiten beim Werfen hat, darf nicht gestört werden. Die Gegner müssen einen Abstand von mindestens einem Meter einhalten.» Freiburghaus selber spielt als «Fussgänger» mit. Weil er einen gelähmten Arm hat, könnte er nicht gleichzeitig mit dem Rollstuhl fahren und den Ball spielen. Und so sind dank eines ausgeklügelten Reglements, das die unterschiedlichen Einschränkungen ausgleicht, alle gleichwertig. «Für mich als Trainer ist es eine Herausforderung, jeden nach seinen Möglichkeiten zu fördern und zu fordern. Talent ist im Rafroball nicht so wichtig, es kommt mehr auf den Willen an», so Freiburghaus. «Es geht darum, zusammen eine schöne Zeit zu erleben und ein Ziel zu erreichen.»

Mit dem Erfolg steigt nun aber auch die Herausforderung: Nächstes Jahr spielt Rafro 11 Solothurn in der Sportliga, wo es deutlich ehrgeiziger und schneller zu- und hergehen wird. Trainer Sascha Freiburghaus ist trotzdem zuversichtlich: «Ich denke, wir sollten uns mindestens im guten Mittelfeld einreihen können.»