Hersiwil

Die Bahn 2000 als Todesstrecke für Hirsch und Co.

Die Bahn 2000 der SBB. Auf dieser Strecke kam es zur Kollision.

Die Bahn 2000 der SBB. Auf dieser Strecke kam es zur Kollision.

Auf der Neubaustrecke Mattstetten-Rothrist bei Hersiwil kommt es regelmässig zu Kollisionen zwischen Wildtieren und SBB-Zügen.

Letzten Sonntag hat es in Hersiwil geknallt: Ein Rothirsch befand sich auf den Gleisen der SBB-Strecke Matstetten-Rothrist, als ein Güterzug herangerollt kam und ihn tödlich verletzte. Mitarbeiter der SBB hätten das Tier geborgen, berichtet Reto Niederberger, Jagdaufseher des äusseren Wasseramtes. Zusammen mit einem Kollegen habe er das rund 150 Kilogramm schwere Tier anschliessend in die Zuchwiler Kadaversammelstelle gebracht.

SBB-Mediensprecher Olivier Dischoe bestätigt die Kollision um fünf Uhr morgens. «Die Strecke war bis in den Vormittag hinein nur beschränkt befahrbar.» Auf besagtem Abschnitt käme es jährlich zu 10 bis 12 Wildtierunfällen. Entlang der Neubaustrecke Mattstetten-Rohtrist im Kanton Bern gebe es zwar Wildschutzzäune – entlang der Solothurner Abschnitte aber nicht. Dies nach dem Willen des Kantons.

Gequerte Wildtierroute

«Auf dieser Strecke kommt es immer wieder zu Kollisionen», sagt auch Reto Niederberger. Die Gleise führen nämlich durch Waldgebiet und kreuzen offenbar eine Wildtier-Route. «Die Tiere haben feste Routen, an die sie gewöhnt sind und denen sie folgen», so der Jagdaufseher. Deshalb passieren immer wieder Wildtiere den Abschnitt in Hersiwil.

«Wenn dann ein Zug aus dem Tunnel angerollt kommt, endet das tödlich für die Tiere.» Dass es dort keinen Schutzzaun gebe, sei schon ein Problem, so der Wasserämter Jagdaufseher. Andererseits: «Mit einem Zaun wäre das Problem nicht gelöst.» Damit würde man den Tieren nur den Weg abschneiden. «Man müsste auch gleich eine Überführung bauen.»

Gefährlicher: Strassen

Es gebe wohl im ganzen Kanton solch heikle Stellen, sagt Niederberger. «Noch mehr auf den Strassen», erklärt der Wasserämter Jagdaufseher. Das belegt auch die Statistik: Auf Autobahnen und Co. werden viel mehr Wildtiere angefahren, als auf Schienen. Ganz beheben könne man das Problem wohl nie, so Niederberger.

Vergangenen Sonntag sei es das erste Mal gewesen, dass ein Rothirsch auf besagtem Streckenabschnitt erfasst wurde. Da sich dieser in der Schweiz nach wie vor ausbreite, aber sicher nicht das letzte Mal.

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