Unteroffiziere
Die Armee mit Bedacht und Vernunft entwickeln

Klartext zur Wehrpflicht war an der Delegiertenversammlung des Kantonalverbandes der Unteroffiziere zu hören.

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v.l.n.r. Präsident Oberst René Wernli, Regierungsrat Remo Ankli und Übungsleiter Oberst Markus Gast.

v.l.n.r. Präsident Oberst René Wernli, Regierungsrat Remo Ankli und Übungsleiter Oberst Markus Gast.

zvg

An der 91. Delegiertenversammlung des Kantonalen Unteroffiziersverbandes (KUOV SO) im Parktheater Grenchen zeigte sich Verbandspräsident Oberst René Wernli erfreut über die vollzählig anwesenden Delegierten. In seinem Eintretensreferat brach Wernli eine Lanze für eine mit Bedacht und Vernunft umzusetzende Weiterentwicklung der Armee (WEA). Die wichtigsten Punkte blieben dabei die vollständige Ausrüstung der Truppe, die bessere Kaderausbildung inklusive dem Abverdienen, die regionale Verankerung wichtiger Truppenteile und die kurzfristige, flexible Mobilisierung im Notfall.

Der stetigen Zunahme von Zivildienstleistenden und der Zahl von Wehrpflichtigen, «die oft mit fadenscheinigen Begründungen der Armee, der Unteroffiziersschule oder sogar der Offiziersschule den Rücken kehren, müssen von politischer Seite rasch und gründlich der Riegel geschoben werden», forderte der Verbandspräsident. Der Armee würden in der heutigen Situation jährlich rund acht Bataillone verloren gehen. Im KUOV SO solle deshalb im angebrochenen Jahr vermehrt koordinierte Mitgliederwerbung betrieben und in den Kaderübungen ausgewiesener Mehrwert für die Armee erarbeitet werden.

Die positiv abschliessende Jahresrechnung präsentierte Wachtmeister Roland Hofmann. Das Arbeitsprogramm 2018 wurde von Übungsleiter Oberst Markus Gast erläutert und von der Versammlung genehmigt. Das Programm enthält vier Kaderübungen auf den Schiessplätzen Spittelberg, Bodenänzi und in Eiken. Weiter gilt die Teilnahme am eidgenössischen Feldschiessen und am Sempacherschiessen als Pflicht. Die nächste Delegiertenversammlung wird im Schwarzbubenland am 23. März 2019 stattfinden.

Plädoyer für Waffenrecht-Revision

Bezüglich der vorgesehenen Verschärfung des Waffenrechts warb Nationalrat Kurt Fluri (Solothurn) an der Delegiertenversammlungen für eine pragmatische Umsetzung in der Schweiz ohne Referendum. Die Vorteile des Schengenvertrages würden dessen Nachteile klar überwiegen. Dass der Bundesrat den Planungskredit für neue Kampfjets und die Bodluv dem Schweizervolk zur Abstimmung unterbreiten will, erachtet Kurt Fluri als geschickte Taktik. Er gab der Hoffnung Ausdruck, es möge im Abstimmungskampf nicht wieder – wie beim Gripen – zu armeeinternen Glaubenskämpfen und «Experten»-Streitereien kommen.

Regierungsrat Remo Ankli überbrachte die Grüsse der Kantonsregierung, dankte für den freiwilligen Einsatz zugunsten der Gemeinschaft und unterstrich die Wichtigkeit des Milizsystems in Politik und Landesverteidigung. Stadtpräsident François Scheidegger, unterstrich die Vorzüge von Grenchen, der zweitgrössten Stadt des Kantons, als Industrieort im Grünen mit 11 000 Arbeitsplätzen. (rho)