Florian Buerki, Aline Zeltner und Jakob F. Rieder sind die drei jungen Künstler, welche dieses Jahr im Grafischen Kabinett des Kunstmuseums Solothurn während der Jahresausstellung ihre Arbeiten zeigen. «Freispiel» nennt der organisierende Solothurner Kunstverein jeweils diesen Part der Ausstellung, der nur in Solothurn zu sehen ist und der dieses Jahr zum sechsten Mal durchgeführt wird. Verantwortlich für diese Ausstellung ist die Arbeitsgruppe Freispiel des Kunstvereins unter der Leitung von Fränze Aerni. «Das Freispiel soll die Plattform für junge Kunst mit Bezug zu Solothurn sein», sagt sie.

Seit dem Frühling habe die Arbeitsgruppe verschiedene Ateliers von jungen Kunstschaffenden regelmässig besucht und schliesslich drei ausgesucht, erzählt sie. «Wichtig ist uns, dass die Arbeiten der jeweiligen Künstler auch untereinander Spannungen und Dialoge erzielen». Vielfach lernen sich die jungen Künstler während ihrer Arbeiten zum «Freispiel» erst kennen. So schafft diese Plattform ein Netzwerk für junge Künstler, die eine Gemeinsamkeit haben: Ihre Herkunft aus der gleichen schweizerischen Ecke.

Raumdimension sprengen

Jakob F. Rieder (*1987) konzipierte in einem Saal des Grafischen Kabinetts eine Installation, die den gesamten Raum miteinbezieht. Er nennt das siebenteilige Werk «Kalkulierter Rückzug aus dem Schattentheater 1–7». Zwei Arbeiten daraus sprengen die Dimensionen einer Wand. Gegenüber sind fünf grosse Malereien, die jeweils das gleiche Motiv zeigen. Dieses verändert sich aber, gleich dem Schattenwurf eines Tagesverlaufs, fast unmerklich zuerst und später radikal. Rieder pendelt mit seinen Arbeiten zwischen Intuition und Intellekt. Landschaften, Gewachsenes, aber auch psychische Befindlichkeiten sind erkennbar.

Aline Zeltners (*1980) Arbeiten sind dreiteilig. Einerseits zeigt sie Fotoarbeiten aus ihrem Buch «Wohin gehst du?», bei denen sie Personen immer von hinten und mit oft humorvollen Bezügen zu ihrer Umwelt zeigt. Eine andere, fotografische Sichtweise belegen ihre «Homo animalis»-Bilder, bei denen sie Tier- und Menschenteile geschickt und verblüffend miteinander kombiniert. Der dritte Teil sind grossformatige nebulöse Kreationen, denen ebenfalls Fotografien zugrunde. Sie nennt diese «brume», «Nebel». Es sind ästhetische schöne Bilder mit einer seltsamen Sogwirkung.

Florian Buerki (*1985) macht «seinen» gesamten Raum zur Installation. Klänge und verschiedene minimalistische Objekte in einem abgedunkelten Raum, sollen die Sinne der Betrachter schärfen. Damit will der Künstler Klänge und die räumlichen Dimensionen spür- und erlebbar machen.