Stiftungspräsidium
«Die Arbeit bei der Bahnpost war für mich fast eine Art Lebensschule»

Stefan Müller-Altermatt wurde zur Wahl als Vizepräsident des Personalverbandes Transfair vorgeschlagen. Bisher war der CVP-Nationalrat noch nicht bei Transfair aktiv. Eine gewisse Post-Vergangenheit hat er aber trotzdem.

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CVP-Nationalrat Stefan Müller wird Vizepräsident des Personalverbands Transfair.

CVP-Nationalrat Stefan Müller wird Vizepräsident des Personalverbands Transfair.

Bruno Kissling

Der Solothurner CVP-Nationalrat Stefan Müller-Altermatt (38, Herbetswil) wird Vizepräsident des Personalverbandes Transfair. Der Vorstand habe ihn dem Kongress vom 15. Mai zur Wahl vorgeschlagen, teilte Transfair mit. Es ist vorgesehen, dass Müller nach einem Jahr die heutige Verbandspräsidentin, alt Nationalrätin Chiara Simoneschi-Cortesi (CVP, Tessin), ablöst.

Transfair ist die christliche Gewerkschaft des Personals des öffentlichen Verkehrs, der Post, Logistik und Kommunikation und gehört dem Dachverband Travail.Suisse an. Gesamtschweizerisch zählt der Personalverband etwa 12 000 Mitglieder.

Im Kanton Solothurn wohnen nach Auskunft von Stefan Müller etwa 400 Mitglieder von Transfair, weitere rund 150 arbeiten hier. Arbeitsplätze der Transfair-Mitglieder finden sich im Kanton vor allem bei der Post, bei Swisscom und der SBB in Olten und Härkingen.

Wieder im Nationalrat vertreten

Die heutige Präsidentin Chiara Simoneschi-Cortesi hatte von 1999 bis 2011 dem Nationalrat angehört; schweizweit bekannt wurde sie als Nationalratspräsidentin 2009. Seit gut zwei Jahren hat Transfair damit keine eigene Vertretung im eidgenössischen Parlament mehr. Müller soll nun für den Personalverband diese Verbindung wieder herstellen.

Der Thaler Nationalrat und Gemeindepräsident, ausgebildeter Biologe (Dr. phil.), hat sich bisher vor allem als Umwelt- und Energiepolitiker sowie als Vertreter der
Interessen des ländlichen Raums profiliert. Im Nationalrat ist er Vizepräsident der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie (Urek).

«Lebensschule» Bahnpost Olten

Bisher war Stefan Müller nicht bei Transfair aktiv. «Ich habe aber Post-Vergangenheit: In der Studienzeit habe ich als Bahnpöstler im damaligen Briefzentrum im Bahnhof Olten gearbeitet», sagt er auf Anfrage.

«Die Arbeit bei der Bahnpost war für mich fast eine Art Lebensschule.» Die «gäbige Sieche» der Bahnpost Olten, von denen heute viele in Härkingen arbeiteten, seien auch der Hauptgrund, weshalb er die Anfrage von Transfair positiv beantwortet habe.

Er sei schon bisher als Nationalrat für einen starken Service public eingestanden, betont Müller. Der christlichsoziale, nicht klassenkämpferische Kurs von Transfair sei bisher im Parlament zu wenig zum Tragen gekommen.

Ihm sei es auch wichtig, dass die CVP die Interessenvertretung der Arbeitnehmerseite nicht allein der SP überlasse und dass der christlichsoziale Flügel innerhalb der CVP gestärkt werde. (cva)

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