Nach 20 Jahren sei es an der Zeit, das Anwaltsgesetz zumindest zu prüfen, fand am Dienstag eine Mehrheit des Kantonsrates. Unbestritten war unter den Parteien, dass die Einführung von Präsidialkompetenzen sinnvoll sein könnte. Demnach könnte in Zukunft der Präsident der Kammer Eintragungen oder Löschungen im Anwaltsregister vornehmen. Auch über die Zusammensetzung und die Zahl der Mitglieder soll diskutiert werden. Kritisiert worden war in der Vergangenheit von der SVP, dass die Richter im fünfköpfigen Gremium zu viel Macht hätten. Eingebracht hatte den Vorstoss Markus Spielmann (FDP, Starrkirch-Wil), Präsident des Anwaltsverbandes.

Skeptisch gegenüber einzelnen bereits geäusserten Reformvorschlägen zeigte sich Daniel Urech (Grüne, Dornach): «Wir haben Zweifel, dass der Kantonsrat das angemessene Gremium für die Wahl ist.» Und Urs Huber (SP, Obergösgen) fand: «Eine Anwaltskammer, die zur Mehrheit aus Anwälten besteht, würden wir ablehnen.» Doch vorerst wird nun geprüft. Grundsätzlich zurückhaltend war die CVP. «Dass man alles prüfen will, was gut funktioniert, halten wir für einen unnötigen Aufwand», so Anita Kaufmann. Sie warnte vor einer Verpolitisierung.