Jubiläums-Versammlung

Die AKW-Gegner loten das Solar-Potenzial aus

Vor der 39000-m2-Photovoltaikanlage auf dem Riverside-Areal in Zuchwil posieren die von der NWA SO mitempfohlenen Kandidierenden (v.l.) Raphael Schär-Sommer, Barbara Wyss Flück, Franziska Rohner und Philipp Hadorn. zvg

Vor der 39000-m2-Photovoltaikanlage auf dem Riverside-Areal in Zuchwil posieren die von der NWA SO mitempfohlenen Kandidierenden (v.l.) Raphael Schär-Sommer, Barbara Wyss Flück, Franziska Rohner und Philipp Hadorn. zvg

Die Regionalgruppe Solothurn der Organisation Nie Wieder Atomkraftwerke (NWA SO) feiert ihr 10-Jahr-Jubiläum und fordert einen «Ruck» bei den kommenden Wahlen.

«Für AKW-Gegnerinnen und Gegner ist erneuerbare Energie ohne Atomstrom seit Jahren die ‹Gretchenfrage›, nicht erst seit Schüler weltweit den Klima-Notstand ausrufen.» Mit diesen Worten setzte Nationalrat Philipp Hadorn, Präsident der Regionalgruppe NWA SO, gleich zur Begrüssung zur Jubiläumsversammlung den thematischen Schwerpunkt.

Gastgeberin war die Firma Helion AG in Zuchwil. «Förderprogramme für Photovoltaikanlagen braucht es weiterhin», legte Noah Heynen, CEO der Helion AG, in einem engagierten Referat dar. Anschaulich wurden die Entwicklung der Speicheroptionen und die Möglichkeit eines autarken Wohnens dargelegt. Drei Forderungen stellte Heynen an die Adresse der anwesenden Nationalrats-Kandidatinnen und Kandidaten:

Intelligente Förderungsprogramme müssten zeitnah die Nutzung aller Dächerpotenziale auslösen, damit nicht nur für den Eigenbedarf sauberer Strom produziert werde. Nur so könne die Energiewende geschafft werden.

Der administrative Aufwand für die Bewilligung zum Bau von Photovoltaikanlagen sei dringend zu reduzieren. Zwölf Formulare müssten derzeit ausgefüllt werden, was ein 1:2-Verhältnis an Arbeitsaufwand für die Administration gegenüber der Montage bedeute.

Eine Stabilität der Strompreise sei zwingend, damit die Leistungspreise für die Produzenten investitionssicher werden.

Ein Firmenrundgang rundete den Einblick in das spannende Unternehmen ab, das innert wenigen Jahren aus der Selbstständigkeit der «Start-up»-Gründer Noah Heynen und Samuel Beer (2008) nach Beteiligungsperiode der AEK (2012) drei Jahre später ins Eigentum der Alpiq InTec (2015) überging, welche diese 2018 an Bouygues Construction verkaufte.

Rückblick auf 10 Jahre NWA SO

Die Gesuche für Gösgen II führten 2009 zur Gründung von NWA SO, mit dem Co-Präsidium Andreas Knobel und Philipp Hadorn. Die Richtplananpassung, der «Menschenstrom gegen Atom», Teilnahme an Vernehmlassungen, Einreichen von Beschwerden, Einflussnahme auf Wahlen und Abstimmungen sowie Informationen zu erneuerbarer Energie prägten die vergangenen 10 Jahre. Philipp Hadorn, damals Kantonsrat und seit 2011 Nationalrat, hielt fest: «NWA SO wird den Widerstand gegen den Betrieb von AKW aufrechterhalten und ein strenges Auge auf Betreiber und Kontrollorgane werfen, bis das letzte AKW in der Schweiz stillgelegt und zurückgebaut ist.»

Für die bevorstehenden National- und Ständeratswahlen empfiehlt NWA SO, die grösste Atomausstiegsorganisation im Kanton, ihre Mitglieder Philipp Hadorn (SP, bisher, Gerlafingen), Franziska Rohner (SP, Biberist), Laura Gantenbein (Grüne, Solothurn), Barbara Wyss Flück (Grüne, Solothurn), Christof Schauwecker (Grüne, Solothurn), Myriam Frey Schär (Grüne, Olten), Raphael Schär-Sommer (Grüne, Olten), Felix Wettstein (Grüne, Olten), Ständerat Roberto Zanetti (SP, bisher, Gerlafingen). (phg)

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