27 Jahre war Carlo Schmid Ständerat, 29 Jahre Landammann von Appenzell-Innerrhoden. Den Schweizerischen Viehhändlerverband (SVV) aber führt er noch immer, und das seit 1983. An der Delegiertenversammlung vom Samstag im Kantonsratssaal von Solothurn wurde er wiedergewählt.

Aber er kündigte an: «In einem Jahr bin ich 65, dann höre ich auf.» Der Verband habe ihn ein Leben lang begleitet, blickte der Innerrhoder Viehhändlerspross zurück: «Mein Urgrossvater holte Kühe in Thusis und Ilanz ab und transportierte sie mit der SBB nach Heerbrugg und von dort ins Appenzellerland.»

«Wählt keinen Politiker mehr»

Zu Ende gehen wird die Ära Carlo Schmid nächstes Frühjahr im Raum Appenzell, nach 32 Jahren. Den Nachfolger solle der Verband nicht mehr in den Reihen der Politiker suchen, empfahl er: «In allen Branchen sind die Verbandspräsidenten heute Persönlichkeiten, die in der Sache sattelfest sind.»

Er selbst werde keinen Nachfolger suchen, denn er hoffe, dass «der Mann rechts von mir» Präsident werde: Vizepräsident Otto Humbel. Der Schweinehändler aus Stetten AG präsidiert die Schweizerische Schweinehandelsvereinigung. Politiker ist Humbel nicht: «Ich war Gemeinderat in Stetten, sonst nichts.»

In den letzten 10 Jahren sei der SVV zum Dienstleistungsverband geworden, hielt Carlo Schmid fest: Dank dem Einsatz von Geschäftsführer Peter Bosshard (Chur) hätten die Viehhändler ihre Aus- und Weiterbildung selber organisiert: «Nicht akademisch, aber praxisnah, vernünftig und kostengünstig.»

Im Ausblick forderte Carlo Schmid eine einheitliche Strategie von Produzenten, Vermittlern und Verwertern für die inländische Fleischproduktion: «Im Tagesgeschäft sind wir zwar Gegner. Aber jeder kann seine Arbeitsplätze nur halten, wenn die Produktion im Inland stattfindet.»

Dazu passte das Gastreferat von Nationalrat Markus Ritter. Der Präsident des Schweizerischen Bauernverbandes (SBV) zeigte Chancen und Risiken der Agrarpolitik 14–17 auf und kam zum Schluss: «Heute haben wir Rückenwind, wenn wir es gut machen. Wir müssen die Konsumenten für unsere Produkte begeistern.» Die SBV-Volksinitiative «für Ernährungssicherheit» werden die erfolgreichste Initiative der letzten 20 Jahre.

Mit der DV in Solothurn konnte Rolf Nützi, Präsident der Solothurner Viehhändler, seinen Berufskollegen die Schönheiten Solothurns vor Augen führen. Der Kantonsratssaal diente als Tagungsort. Beim Mittagessen im Grossen Konzertsaal brachten Volkswirtschaftsdirektorin Esther Gassler und Stadtpräsident Kurt Fluri den Viehhändlern die Eigenheiten von Stadt und Kanton auf witzige Weise nahe.