Abgesang
Die AEK und ihr Alleinherrscher BKW

Mit der BKW erhält die Energieversorgerin AEK Energie AG einen Mehrheitseigner. Doch zuvor trafen sich die Aktionäre noch in der alten Besetzung.

Sven Altermatt
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Der BKW-Konzern übernimmt die Aktienmehrheit des Solothurner Energiedienstleisters AEK.

Der BKW-Konzern übernimmt die Aktienmehrheit des Solothurner Energiedienstleisters AEK.

Hanspeter Bärtschi

Es ist nicht weniger als eine Ära, die für den Solothurner Energiedienstleister AEK zu Ende geht. Eine jahrzehntelange Ära. Der Oltner Alpiq-Konzern verkauft seine AEK-Anteile an die Berner BKW. Dies wurde am Donnerstag bekannt. Zusammen mit dem Kauf weiterer Aktienpakete, die von anderen Energieversorgern und aus dem Streubesitz stammen, besitzt die BKW somit nun 93 Prozent an der AEK. Die Übernahme muss noch von der Wettbewerbskommission genehmigt werden. Bislang kontrollierte die BKW rund 39,5 Prozent des Kapitals.

Und so lag die Generalversammlung der AEK irgendwo im Zwischenraum. Zwischen neuer Ära und alter Ära. Deren Ende wurde gestern Abend im Bellacher Turbensaal eingeläutet.
Die grosse Frage lautete natürlich: Was bedeutet die neue Besitzstruktur für die AEK? Schliesslich herrschen nun klare Verhältnisse – die BKW wird zum alleinigen Herrscher über den Solothurner Marktführer.

Bislang mussten sich Alpiq und BKW die Macht als fast gleich starke Grossaktionäre teilen, stets unter dem Gebot der Rücksichtnahme. «Wir haben nun eine einzige Mutter mit starken Schultern», sagte Verwaltungsratspräsident Pirmin Bischof. Hinzu käme eine ganze Reihe von «starken Kleinaktionären», die in der Region verankert seien und auf die auch die BKW weiterhin zähle. Bischof verspricht sich von der BKW vor allem Stabilität für die AEK, gleichzeitig profitiere die BKW vom Wissen der AEK.

Kein Stellenabbau geplant

Die AEK soll weiterhin als eigenständiges Unternehmen auftreten. Welche Auswirkungen die neuen Mehrheitsverhältnisse auf ihre Geschäftsaktivitäten haben werden, dazu gab es jedoch auch gestern nur vage Äusserungen. Erst in den kommenden Monaten würden die Details geregelt, sagte BKW-Chefin Suzanne Thoma. «Wir stehen noch ganz am Anfang. Es wird nicht alles gleich bleiben, aber es wird gut bleiben.» Klar ist: Synergien sollten dort genutzt werden, wo es sinnvoll ist. Klar ist laut Verwaltungsratspräsident Bischof allerdings auch: «Es gibt keinerlei Pläne für einen Stellenabbau.»

Im Geschäftsjahr 2015 steigerte die AEK ihren Gewinn, und zwar von 9,7 auf 11,5 Millionen Franken. Ein Plus von 18,6 Prozent. Der Umsatz wuchs derweil von 143,3 auf 146,3 Millionen Franken. Dem Energieversorger geht es sehr gut – in einem anspruchsvollen Umfeld, wie AEK-Direktor Walter Wirth sagte. «Wir waren konfrontiert mit extrem milden Temperaturen, einer angespannten Situation beim Export und sehr tiefen Energiepreisen.»

Einen Wechsel gab es im Verwaltungsrat. Der Solothurner Stadtschreiber Hansjörg Boll verzichtet auf sein Mandat, weil die Stadt keine Aktien mehr hält. Sein Nachfolger wird der Derendinger Gemeindepräsident Kuno Tschumi, der unter anderem auch den Verband der Einwohnergemeinden präsidiert. Zu einer grösseren Rochade wird es wohl 2017 kommen. Denn noch sitzen im siebenköpfigen Verwaltungsrat auch zwei Vertreter des bisherigen Grossaktionärs Alpiq.

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