Geschäftsjahr 2015
Die AEK freut sich nicht über warme Winter

Der Energiedienstleister hat den Gewinn 2015 um 1,8 Millionen auf 11,5 Millionen Franken gesteigert – allerdings gibt es diverse Unbekannte bei den Zahlen. Unklar ist auch, was mit dem 38,7-Prozent-Anteil der Oltner Alpiq an der AEK geschieht.

Lucien Fluri
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Die AEK Energie AG konnte ihren Gewinn steigern.

Die AEK Energie AG konnte ihren Gewinn steigern.

Hanspeter Bärtschi

Dem Solothurner Energieversorger AEK geht es gut. Er hat letztes Jahr seinen Gewinn gesteigert, und zwar von 9,7 auf 11,5 Mio. Franken (plus 18,6 Prozent). Auch der Umsatz wuchs: Von 143,3 auf 146,3 Mio. Franken.

Die wichtigsten Kennzahlen 2015

- Umsatz 146,3 Mio. CHF

- EBIT 12,9 Mio. CHF

- Jahresgewinn 11,5 Mio. CHF

- Investitionen techn. Anlagen 23 Mio. CHF

- Auftragsvergabe in Region 26 Mio. CHF

- Mitarbeitende 245

- Davon Lernende 35

Stolz darüber zeigte sich Verwaltungsratspräsident Pirmin Bischof, als er am Mittwoch den Geschäftsbericht präsentierte. Der CVP-Ständerat betonte: «Das Marktumfeld ist sehr anspruchsvoll.»

Bischof erwähnte die anhaltend tiefen Strompreise in Europa, die Unklarheiten bezüglich der Energiestrategie 2050 und den warmen Winter, der auf den Stromabsatz und den Pelletverkauf seinen Einfluss hatte.

Unklar ist allerdings, inwieweit Sonderfaktoren den Gewinn beeinflusst haben. Im Februar 2015 hatte die AEK ihren Anteil (33 Prozent) an der Luterbacher Helion-Solar an die Alpiq verkauft. Über den Preis wurde jedoch Stillschweigen vereinbart.

Unklar ist auch, wie sich der Stromabsatz entwickelt hat. «Die genauen Zahlen publizieren wir aus Wettbewerbsgründen ab diesem Jahr nicht mehr», sagt AEK-Sprecherin Pia Daumüller. Sie beteuert jedoch: «Das Volumen ist nur leicht gesunken». Abgenommen habe der Absatz aber in Franken betrachtet – auch weil die Strompreise tief sind. So gab es 2016 für Privatkunden die fünfte Strompreissenkung nacheinander.

Export-KMU unter Spardruck

AEK-Chef Walter Wirth spürt, dass die KMU, insbesondere die exportorientierten, jeden Franken umdrehen. «Die Situation bei den exportorientierten KMU ist sehr angespannt. Der Wettbewerb unter den Stromversorgern hat sich markant verschärft.»

Gut behauptet habe man sich dank konkurrenzfähiger Produkte, etwa im Bereich Energieeffizienz. Die AEK setze zudem auf eine vorausschauende Strombeschaffung, die sie flexibel auf Preisschwankungen reagieren lässt. Positiv wirke sich die Baukonjunktur aus. Rund einen Drittel ihres Umsatzes verdient die AEK inzwischen im Bereich Dienstleistungen und nicht mehr mit Strom und Netzen.

Den Frankenschock hat die AEK auch bei den Pellets zu spüren bekommen. «Der Import von Billigprodukten, vor allem aus Deutschland, hat nochmals zugenommen. Um einen Schlag waren diese 20 Prozent günstiger», so Wirth. Die AEK konnte sich aber halten. «Der Kunde will ein Qualitätsprodukt.»

Bald soll die neue Holz-Trocknungsanlage in der Klus ihren Betrieb aufnehmen. Sie verbrennt Bauholz statt Gas. «Damit wird die Ökobilanz der AEK-Pellets nochmals verbessert.» Das speziellste Produkt im AEK-Portefeuille dürfte das Katzenstreu sein, das der Energiedienstleister als Nebenprodukt der Pellet-Herstellung anbietet.

«Wir lernen dabei, wie die Leute auf das Marketing reagieren», sagte Wirth. Gerade mit Blick auf die Strommarktöffnung für Private seien diese Erfahrungen wertvoll. Beim weiteren Blick in die Zukunft ging es Walter Wirth auch um Lösungen für Elektromobilität, die Biogen-Baustelle in Luterbach, oder auch das «Leuchtturmprojekt» Sologrid in Riedholz, wo versuchsweise 40 Haushalte an eine intelligente Steuerung angeschlossen sind.

Auf die wichtigste mögliche Veränderung in der Zukunft gingen die AEK-Verantwortlichen nicht von sich aus ein, sondern nur auf Nachfrage: Was passiert mit dem Aktienpaket, das die Alpiq an der AEK besitzt? Der Oltner Energiekonzern hat kürzlich angekündigt, den Verkauf der 38,7-Prozent-Beteiligung zu prüfen.

Nach wie vor kläre die Alpiq ab, ob sie überhaupt verkaufen wolle, betonte Bischof. «Der Verkaufsprozess ist noch nicht gestartet.» Grundsätzlich sei es auch nicht an der AEK, dies zu kommentieren. «Jeder Erwerber muss sich mit den Marktgegebenheiten hier abfinden», so Bischof.

In der Region verankert

Einmal mehr betonten die AEK-Verantwortlichen am Mittwoch die regionale Verwurzelung ihres Unternehmens. 2015 gingen Aufträge über rund 26 Mio. Franken an Unternehmen in der Region. Die AEK engagiert sich auch in der Lehrlingsausbildung: Unter den 245 Angestellten sind 35 Lehrlinge.

Einen Wechsel gibt es im Verwaltungsrat. Hansjörg Boll, Solothurner Stadtschreiber, gibt sein Mandat auf, da die Stadt inzwischen keine Aktien mehr besitzt. Als Nachfolger schlägt der Verwaltungsrat der Generalversammlung am 29. April Kuno Tschumi vor. Der Derendinger Gemeindepräsident, Kantonsrat und Präsident des Einwohnergemeindeverbandes sei gut vernetzt, so Bischof. Die AEK-Aktionäre sollen eine Dividende von 900 Franken ausbezahlt erhalten (2015: 800 Franken).

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