Für besseren Schulstart
Deutschförderung im Kindergarten kommt in allen Solothurner Gemeinden

Das Projekt «Deutschförderung vor dem Kindergarten» ist abgeschlossen. Zukünftig sollen alle Gemeinden im Kanton Solothurn ein bedarfsgerechtes Angebot für die vorschulische Sprachförderung führen. Die Aufbauphase beträgt zwei Jahren.

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Kinder mit Förderbedarf sollen durch den Unterricht bessere schulische Startbedindungen erhalten. (Symbolbild)

Kinder mit Förderbedarf sollen durch den Unterricht bessere schulische Startbedindungen erhalten. (Symbolbild)

Hanspeter Bärtschi

Die Sprachkompetenzen von Kindern, die im Vorschulalter nur über geringe oder keine Deutschkenntnisse verfügen, sollen aufgebaut und gestärkt werden – und zwar überall im Kanton Solothurn. Das nun vom Regierungsrat verabschiedete Modell sieht vor, dass zukünftig «alle Gemeinden ein bedarfsgerechtes Angebot für die vorschulische Sprachförderung führen», heisst es in einer Medienmitteilung der Staatskanzlei. Identifiziert die Gemeinde bei einem Kind einen Förderbedarf, soll sie eine Empfehlung für einen Angebotsbesuch aussprechen. An den Kosten des Besuchs beteiligen sich die Gemeinde und die Eltern.

Für die Einführung einer kantonsweiten frühen Sprachförderung ist eine Aufbauphase von zwei Jahren vorgesehen. «So kann den kommunalen Gegebenheiten Rechnung getragen werden», heisst es weiter. Dabei unterstütze der Kanton die Gemeinden mit einer Anschubfinanzierung. Parallel dazu werde die gesetzliche Grundlage im Sozialgesetz geschaffen. Das Amt für soziale Sicherheit ist in Zusammenarbeit mit den Gemeinden mit der Umsetzung der kantonsweiten Einführung beauftragt.

Der Regierungsrat ist überzeugt, dass mit dem verabschiedeten Modell bessere Startvoraussetzungen für die schulische und berufliche Laufbahn von Kindern mit Förderbedarf geschaffen werden können.

Pilotprojekt zeigt Förderbedarf auf

In Anlehnung an das Modell des Kantons Basel-Stadt führten die vier Gemeinden bzw. Regionen Dorneckberg, Dulliken, Olten und Solothurn die vorschulische Sprachförderung als Pilotprojekt «Deutschförderung vor dem Kindergarten» durch. Zwischen 2017 und 2019 wurde in einer Fragebogen-Erhebung bei insgesamt 125 Vorschulkindern ein Förderbedarf festgestellt. Entsprechend wurden die Kinder für einen Besuch einer Spielgruppe angemeldet. Mit einer Auswertung wurde die sprachliche Entwicklung durch die Spielgruppenbesuche analysiert.

«Die Ergebnisse zeigen, dass ein grosser Teil der Kinder Grundkenntnisse der deutschen Sprache erwerben konnte und bei Kindergarteneintritt eine positive Veränderung wahrgenommen wurde», heisst es von Seiten der Regierung. (sks)