Storyparade 2017
Deutliches Ja zum Lehrplan 21 im Mai: Stimmvolk schickt die Gegner-Initiative bachab

Wir haben für jeden Monat eine regionale Geschichte rausgepickt, welche unsere Leserinnen und Leser 2017 besonders interessiert hat. Darunter sind politische Aufreger, Geschichten von aussergewöhnlichen Menschen, aber auch Skurriles. Im Mai: Das Solothurner Bekenntnis zum Lehrplan 21.

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Die Initiative «Ja zu einer guten Volksschule ohne Lehrplan 21» wurde vom Stimmvolk mit 65% abgelehnt.

Die Initiative «Ja zu einer guten Volksschule ohne Lehrplan 21» wurde vom Stimmvolk mit 65% abgelehnt.

Foto: Keystone / Montage: Elia Diehl

Die Initiative "Ja zu einer guten Volksschule ohne Lehrplan 21" scheiterte mit einem Nein-Stimmenanteil von 65,65 Prozent (Nein: 47'481, Ja: 24'840). Die Beteiligung betrug 41,53 Prozent.

Der Regierungsrat und die Mehrheit des Kantonsrat warnten vor den Folgen der Initiative. Ein Alleingang isoliere die Solothurner Schulen von den Schulen in den anderen 20 deutschsprachigen Kantonen. Notwendig sei vielmehr, die Ziele der Volksschule zu harmonisieren. Der Kanton wird den Lehrplan 21 ab dem Schuljahr 2018/2019 einführen.

Ein Komitee aus Parlamentariern der EVP, CVP, SVP und der Grünliberalen hatte die Initiative lanciert. Der Lehrplan werde der Schule schaden und sei eine weitere Reform auf dem Buckel der Kinder, betonten sie.

Niederlagen der Lehrplan-Gegner

Mit dem Entscheid des Solothurner Volkes fuhren die Lehrplan-Gegner eine weitere Niederlage ein. Im Februar versenkten die Aargauer Stimmberechtigen eine ähnliche Initiative. Zuvor hatten die Stimmberechtigten in den Kantonen Appenzell Innerrhoden, Schaffhausen, St. Gallen und Thurgau den Lehrplan-Gegnern eine Abfuhr erteilt.

Der Lehrplan 21 geht auf eine eidgenössische Volksabstimmung aus dem Jahr 2006 zurück. Damals sprach sich eine Mehrheit der Stimmberechtigten für eine Harmonisierung der Schulen aus. Der Lehrplan umfasst elf Schuljahre und beschreibt den Bildungsauftrag neu in Form von Kompetenzen.

Die Reaktionen der Parteien

SP freut sich über Nein zur «isolierten Solothurner Lösung»

Wie von den Solothurner Sozialdemokraten mitgeteilt wurde, nimmt die Partei erfreut zur Kenntnis, dass die Stimmbürger die Initiative «4Ja zu einer guten Volksschule ohne Lehrplan 21» abgelehnt haben. «In erster Linie ist es ein Nein zu einer isolierten Solothurner Lösung. In einer Zeit der mobilen und globalen Gesellschaft würde ein kantonseigener Bildungsplan die Schule in ihrer Entwicklung hindern und zusätzliche Kosten verursachen», so die Partei, «Die Solothurner Stimmbürger lehnen die Initiative ab, da sie der Schule schaden würde. Die Solothurner Schulkinder sollen nach einem Lehrplan unterrichtet werden, welche sie auf ein Leben in der heutigen Gesellschaft vorbereitet.»

Die CVP ist glücklich über «deutliches Nein des Souveräns»

Die CVP des Kantons Solothurn ist sehr erfreut über den deutlichen Entscheid des Souveräns für den Lehrplan 21, wie die Partei mitteilt. Sie argumentiert, dass die Annahme der Initiative «eine teure Einzellösung mit unsicherem Ausgang für den Kanton Solothurn bedeutet hätte.» Jetzt gilt es für die Partei, gute Rahmenbedingungen zur Umsetzung des Lehrplans zu schaffen, «so dass unsere Schülerinnen und Schüler im bestmöglichen Umfeld kompetenzorientiert auf das Leben vorbereitet werden können.» (naj)

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