Die Initiative "Ja zu einer guten Volksschule ohne Lehrplan 21" scheiterte mit einem Nein-Stimmenanteil von 65,65 Prozent (Nein: 47'481, Ja: 24'840). Die Beteiligung betrug 41,53 Prozent.

Der Regierungsrat und die Mehrheit des Kantonsrat warnten vor den Folgen der Initiative. Ein Alleingang isoliere die Solothurner Schulen von den Schulen in den anderen 20 deutschsprachigen Kantonen. Notwendig sei vielmehr, die Ziele der Volksschule zu harmonisieren. Der Kanton wird den Lehrplan 21 ab dem Schuljahr 2018/2019 einführen.

Ein Komitee aus Parlamentariern der EVP, CVP, SVP und der Grünliberalen hatte die Initiative lanciert. Der Lehrplan werde der Schule schaden und sei eine weitere Reform auf dem Buckel der Kinder, betonten sie.

Niederlagen der Lehrplan-Gegner

Mit dem Entscheid des Solothurner Volkes fuhren die Lehrplan-Gegner eine weitere Niederlage ein. Im Februar versenkten die Aargauer Stimmberechtigen eine ähnliche Initiative. Zuvor hatten die Stimmberechtigten in den Kantonen Appenzell Innerrhoden, Schaffhausen, St. Gallen und Thurgau den Lehrplan-Gegnern eine Abfuhr erteilt.

"Wir werden sie jetzt beim Wort nehmen"

"Wir werden sie jetzt beim Wort nehmen"

Zwei Drittel der Solothurner wollen den Lehrplan 21. Jetzt will sich Gegner und EVP-Kantonsrat René Steiner ganz darauf konzentrieren, dass die versöhnlichen Abstimmungsversprechungen des Lehrerverbandes und Regierungsrates auch umgesetzt werden.

Der Lehrplan 21 geht auf eine eidgenössische Volksabstimmung aus dem Jahr 2006 zurück. Damals sprach sich eine Mehrheit der Stimmberechtigten für eine Harmonisierung der Schulen aus. Der Lehrplan umfasst elf Schuljahre und beschreibt den Bildungsauftrag neu in Form von Kompetenzen.