Crémines

Der Zoo Sikypark nimmt auch Tiere in Not auf

In den vergangenen Monaten nahm der Zoo Sikypark in Crémines mehrere in Not geratene Tiere auf, wie er in einer Mitteilung schreibt. Der Zoo im Berner Jura nimmt nicht nur ehemalige Zirkustiere und Grosskatzen auf, sondern auch Haustiere und Findeltiere. Dieses Engagement hat sich herumgesprochen. «Es wird definitiv voll im Sikypark, denn in den vergangenen Monaten haben wir viele Tiere aufgenommen», erklärt Betriebsleiter Marc Zihlmann.

Eine artgerechte Haltung ist nicht nur bei Zootieren wichtig, auch Haustiere haben Bedürfnisse, die ihre Besitzer zuweilen nicht mehr vollständig befriedigen können. Platzmangel, zu wenig Zeit, ein Todesfall in der Familie oder neue gesetzliche Bestimmungen: Gründe, nach einem neuen Zuhause für seine Tiere zu suchen, gibt es viele. In solch schwierigen Situationen hilft der Sikypark.

150 Koi und Aras

Kürzlich quartierte das Zooteam 150 Kois (Zierkarpfen) aus einem Privatteich ins Becken der Tiger um. Zihlmann versichert: «Die Grosskatzen fressen die Fische nicht. Sie beobachten sie nur.» In der Wildtierstation werden zudem gerade ein Wildschweinbaby und zwei Rotfüchse grossgezogen. Die Füchse sollen im Sikypark bleiben, das Wildschwein wird ein Zuchteber. «Wo die Auswilderung nicht mehr möglich ist, bieten wir den Schützlingen ein Zuhause oder suchen eines.»

So ein Zuhause brauchten auch die Papageien eines kleinen Zoos, der vor einigen Wochen aufgelöst wurde. Die rund 20 Vögel – Aras, Sittiche und Rostkappenpapageien – lebten zuerst in der Auffangstation im Sikypark und konnten nach ihrer Eingewöhnung in die begehbare Voliere ziehen.

Veterinärdienst vermittelt

Bei den Wildtieren arbeite der Zoo mit der Wildhut zusammen, bei allen anderen ist der Berner Veterinärdienst zuständig, heisst es weiter. «Einen guten Platz für ein Tier zu finden, ist nicht immer ganz einfach. Vor allem bei exotischen Tieren ist es schwierig», erklärt Raphaela Lienert vom Veterinärdienst gemäss Mitteilung des Zoos. Mit dem Sikypark stehe der kantonale Dienst deshalb in stetem Kontakt. «Die Zusammenarbeit läuft ganz unkompliziert. Wenn wir Tiere platzieren müssen, fragen wir beim Sikypark an. Gelangen Privatpersonen an uns, vermitteln wir den Kontakt.» Nach der Platzierung sichern regelmässige Kontrollen vor Ort das Wohl der Tiere.

Durch Spenden finanziert

«Die Aufnahme und Pflege der Tiere ist ein ehrenamtliches Engagement des Sikyparks», betont dieser. Damit dies möglich ist, brauche es die finanzielle Unterstützung der Stiftung Tierpark, des Vereins Sikyfriends sowie Spenden- und Sponsorenbeiträge. (rrg)

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