Solothurn
Der Umbau des Naturmuseums ist zu Ende

Mit der Neugestaltung des ersten Obergeschosses geht die langjährige Sanierung des Naturmuseums zu Ende.

Andreas Kaufmann
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Naturmuseum Solothurn schwimmen und fliegen Naturmuseum Solothurn schwimmen und fligen, neue Dauerausstellung wird installiert, MItarbeiter ohne Bart Andreas Schäfer, Max Widmer mit Bart, Auerhuhn
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Naturmuseum Solothurn schwimmen und fliegen Naturmuseum Solothurn schwimmen und fligen, neue Dauerausstellung wird installiert, MItarbeiter ohne Bart Andreas Schäfer, Max Widmer mit Bart, Hecht
Naturmuseum Solothurn schwimmen und fliegen Naturmuseum Solothurn schwimmen und fligen, neue Dauerausstellung wird installiert, MItarbeiter ohne Bart Andreas Schäfer, Max Widmer mit Bart
Naturmuseum Solothurn schwimmen und fliegen Naturmuseum Solothurn schwimmen und fligen, neue Dauerausstellung wird installiert, MItarbeiter ohne Bart Andreas Schäfer, Max Widmer mit Bart
Naturmuseum Solothurn schwimmen und fliegen Naturmuseum Solothurn schwimmen und fligen, neue Dauerausstellung wird installiert, MItarbeiter ohne Bart Andreas Schäfer, Max Widmer mit Bart, Mäusebussard
Naturmuseum Solothurn schwimmen und fliegen Naturmuseum Solothurn schwimmen und fligen, neue Dauerausstellung wird installiert, MItarbeiter ohne Bart Andreas Schäfer, Max Widmer mit Bart, diese Vitrine ist noch nicht fertig
Naturmuseum Solothurn schwimmen und fliegen Naturmuseum Solothurn schwimmen und fligen, neue Dauerausstellung wird installiert, MItarbeiter ohne Bart Andreas Schäfer, Max Widmer mit Bart
Naturmuseum Solothurn schwimmen und fliegen Naturmuseum Solothurn schwimmen und fligen, neue Dauerausstellung wird installiert, MItarbeiter ohne Bart Andreas Schäfer, Max Widmer mit Bart
Naturmuseum Solothurn schwimmen und fliegen Naturmuseum Solothurn schwimmen und fligen, neue Dauerausstellung wird installiert, MItarbeiter ohne Bart Andreas Schäfer, Max Widmer mit Bart, Bartgeier
Naturmuseum Solothurn schwimmen und fliegen Naturmuseum Solothurn schwimmen und fligen, neue Dauerausstellung wird installiert, MItarbeiter ohne Bart Andreas Schäfer, Max Widmer mit Bart, Uhu
Naturmuseum Solothurn schwimmen und fliegen Naturmuseum Solothurn schwimmen und fligen, neue Dauerausstellung wird installiert, MItarbeiter ohne Bart Andreas Schäfer, Max Widmer mit Bart, neue Hauptvitrine
Naturmuseum Solothurn schwimmen und fliegen Naturmuseum Solothurn schwimmen und fligen, neue Dauerausstellung wird installiert, MItarbeiter ohne Bart Andreas Schäfer, Max Widmer mit Bart
Naturmuseum Solothurn schwimmen und fliegen Naturmuseum Solothurn schwimmen und fligen, neue Dauerausstellung wird installiert, MItarbeiter ohne Bart Andreas Schäfer, Max Widmer mit Bart, Nest der Singdrossel
Naturmuseum Solothurn neue Dauerausstellung fliegen schwimmen
Naturmuseum Solothurn schwimmen und fliegen Naturmuseum Solothurn schwimmen und fligen, neue Dauerausstellung wird installiert, MItarbeiter ohne Bart Andreas Schäfer, Max Widmer mit Bart
Naturmuseum Solothurn schwimmen und fliegen Naturmuseum Solothurn schwimmen und fligen, neue Dauerausstellung wird installiert, MItarbeiter ohne Bart Andreas Schäfer, Max Widmer mit Bart, Eichelhäher
Naturmuseum Solothurn schwimmen und fliegen Naturmuseum Solothurn schwimmen und fligen, neue Dauerausstellung wird installiert, MItarbeiter ohne Bart Andreas Schäfer, Max Widmer mit Bart
Naturmuseum Solothurn schwimmen und fliegen Naturmuseum Solothurn schwimmen und fligen, neue Dauerausstellung wird installiert, MItarbeiter ohne Bart Andreas Schäfer, Max Widmer mit Bart, Uhu und unten links Wildkauz

Naturmuseum Solothurn schwimmen und fliegen Naturmuseum Solothurn schwimmen und fligen, neue Dauerausstellung wird installiert, MItarbeiter ohne Bart Andreas Schäfer, Max Widmer mit Bart, Auerhuhn

Hansjörg Sahli

Das Team von Thomas Briner kann jubilieren: Die letzte Etappe des langen, arbeitsreichen Umbaus im Naturmuseum und der Neugestaltung der Ausstellung geht zu Ende. Am 1. Juli wird nach dem Erdgeschoss und dem zweiten Obergeschoss auch das erste Obergeschoss in neuer Aufmachung erscheinen. «Seit den ersten Vorprojekten sind zehn Jahre vergangen – und vor acht Jahren wurden die Pläne konkret», sagt Museumsleiter Briner rückblickend. Und heute freut er sich auf «ein schönes Schlussbouquet».

Was er damit meint, ist die neue Dauerausstellung im ersten Obergeschoss: Unter dem Titel «Schwimmen und Fliegen» widmet sich diese Etage – wie der Name sagt – der Fauna, die im oder am Wasser lebt, sowie jener, die sich in die Lüfte erhebt. Thematisiert wird auch die artenreiche Insektenwelt oder das Miteinander von Mensch und Tier. Kernelement der neuen Ausstellung ist die «Lebensweltinsel», die das Zuhause von Wels bis Eisvogel und von Biber bis Fischotter in einer begehbaren Vitrine dokumentiert – begehbar insofern, als das die Besucher «hinter die Kulissen» und in die Brutstätten einiger Arten blicken können. Und Meister Bockert, der Biber, lässt sich hier anfassen, «denn auch die Haptik spielt in der Ausstellung eine grosse Rolle.»

Von Fisch bis Vogel

Ein Alleinstellungsmerkmal, das man laut Briner schweizweit nur in wenigen Museen findet: die zahlreichen Fischpräparate. Angestossen durch eine Sonderausstellung 2010 hat das Naturmuseum sein Augenmerk seither auf echte statt künstliche Exponate gelegt – insofern eine Besonderheit, als dass Fische die Königsdisziplin der Präparation darstellen.

Reichlich Platz wird auch dem Reich der Lüfte eingeräumt: Die «Vogelbibliothek», wie Briner sagt, präsentiert 180 einheimische Vogelarten vom Zaunkönig bis zum Bartgeier. Eine Schauwand widmet sich dem Traum des Fliegens, der mit der Sehnsucht von Dädalus und Ikarus beginnt und mit dem populärkulturellen Verweis auf «Superman» endet. Bei dieser Gelegenheit lässt sich die eigene «Flügelspannweite» mit jener von tierischen Luftakrobaten messen.

Welche Tiere Eier legen und woran man diese erkennt, ist auch Thema der Ausstellung, ebenso wie die Nistgewohnheiten unterschiedlicher Arten. «Hier trifft man auf ungewöhnliche Fakten», sagt Briner und weist drauf hin, dass neben Vögeln auch Spinnen, Haselmäuse oder sogar Fische Nester bauen. Ebenfalls findet der Besucher Antworten darauf, wie die Evolution zweckmässige Tierfüsse oder -schnäbel hervorbringt, oder wie sie die Tiere über Jahrmillionen mit Tarn- und Warnsystemen ausgestattet hat. Zum Beispiel Schmetterlinge: Der Birkenspanner versteckt sich, indem seine Flügel das Muster der Baumrinde nachahmen. Oder dann entfaltet sich das Tagpfauenauge und wirft seinen Fressfeinden einen «bösen Blick» zu.

Weiter zeigt die Ausstellung auf, wie sich menschlicher Erfindergeist beim Ideenreichtum der Natur bedient und vom Nagergebiss selbstschärfende Klingen abkupfert, ebenso wie von Wasservögelfüssen die Tauchflossen.

Freund mit Wurm und Schnecke

Auch dem Mikrokosmos Garten sind einige Quadratmeter der Ausstellung gewidmet. So kommt mit des Gärtners Sehnsucht nach einem naturnahen Ort nun eben auch der Wurm in den Apfel und die Schnecke auf den Salat. «Diese Themen sollen zum Denken anregen, aber nicht moralisieren», betont Briner. Ebenso die Frage nach dem Wanderverhalten verschiedener Arten und nach vernetzten Grünflächen in einer be- und zersiedelten Umwelt. Und in einem «Laboratorium» wird der Besucher zum Insektenforscher, steht Aug in Aug mit den Krabbeltieren und entdeckt die Schönheit dieser sonst eher als gruselig empfundenen Zeitgenossen.

Denn ums Entdecken geht es im ersten Obergeschoss grundsätzlich. «Wir wollen den Leuten vor allem die Artenvielfalt aufzeigen», so Briner. Die Ausstellung wird zum «Augenöffner» für alles, was man zuvor in der Natur entdeckt hat, oder danach noch entdecken wird. «Das Museum will die Natur auch nicht eins zu eins abbilden, sondern zum Entdecken ermutigen», sagt der Konservator. Dieses Entdecken erfolgt weitgehend interaktiv, beispielsweise wenn es darum geht, Tierstimmen auf der neu eingerichteten Rundorgel zu orchestrieren, anhand von Körpermerkmalen Insekten zu bestimmen oder auf Lichtbildern getarnte Tierarten zu orten.

«Die Ausstellung ist sehr spielerisch. Und was den Kindern Spass macht, ist auch für die Eltern spannend», zeigt sich Briner überzeugt. «Es ist ein ‹Karneval der Tiere›, farbig, verspielt und klingend.» Doch auch, wer tiefer in die Ausstellung schauen will und dabei Gedanken zur Evolutionsbiologie, zum Klima oder zur Systematik der Artenklassifizierung anstellt, wird in der Ausstellung seine «Augenöffner» entdecken...