Kanton Solothurn
Der Trend bei den E-Bikes ist ungebrochen

Die Nachfrage nach Elektrovelos ist ungebrochen, vermehrt steigen auch Pendler darauf um. Doch es gilt einiges zu beachten, denn das Unfallrisiko steigt mit dem hohen Tempo und der möglichen Fehleinschätzung.

Lea Schreier
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Der Frühling lässt sich wunderbar auf einem E-Bike geniessen.

Der Frühling lässt sich wunderbar auf einem E-Bike geniessen.

Hanspeter Bärtschi

Velohändler bestätigen einstimmig: Nach wie vor ist die Nachfrage nach Elektrofahrrädern – häufig E-Bikes genannt – sehr gross. «In den letzten Jahren hat das Interesse an E-Bikes stark zugenommen», sagt Reto Burki, Inhaber des Tropical Bike & Fun Shop Solothurn. Früher habe man die Leute regelrecht überreden müssen, einmal ein Elektrovelo auszuprobieren, heute sei dies selbstverständlich. «Am Anfang fuhren auch vor allem Freaks Elektrobikes. Mittlerweile sind dies Fahrzeuge für jedermann», so Burki weiter. Die Fahrräder mit Elektromotor seien nun akzeptiert und hätten sich sogar etabliert.

Nicht nur die Akzeptanz, sondern auch das Angebot und die Vielfalt der E-Bikes seien gewachsen, meint Daniel Buchli, Inhaber des Velorama Langenthal. «In meinem Geschäft gibt es Modelle zwischen 2500 und 7000 Franken.» Aus den verschiedenen Preisklassen habe er 2014 insgesamt 80 Exemplare verkaufen können.

Das gilt für E-Bikes

Alle Arten von Elektrovelos gehören zu den Motorfahrrädern. Die «langsame» Kategorie umfasst die Fahrzeuge, deren Motor nicht stärker als 500 W ist und bei 25 km/h aufhört, zu unterstützen. Rechtlich gesehen sind diese Leicht-Motorfahrräder fast «Velos». Man muss jedoch mindestens 14 Jahre alt sein, um damit fahren zu dürfen, und Jugendliche bis 16 Jahre brauchen einen Führerausweis der Kategorie M. Dasselbe gilt auch für die «schnelle» Kategorie: Motorfahrräder, mit einer Tretunterstützung bis 45 km/h und einem Motor bis zu 500 W. Diese müssen durch die Behörde zugelassen werden. Ein Kontrollschild, eine Versicherungsvignette sowie ein Rückspiegel sind erforderlich. Auch eine Helmpflicht gilt für die Fahrer dieser Kategorie. (lsc)

Grob werden die Elektrovelos in eine «langsame» und eine «schnelle» Kategorie unterteilt, wobei für die zweite strengere Vorschriften gelten. (siehe Box). Fahrer von beiden Kategorien müssen im Strassenverkehr aber besonders aufmerksam sein. «Ein E-Bike wird von den anderen Verkehrsteilnehmern unterschätzt», betont Buchli, «denn es wird für ein Velo gehalten, ist aber wesentlich schneller unterwegs.»

Unfallrisiko steigt

Auch die Kantonspolizei Solothurn kennt diese Problematik. «Für die Autofahrer ist es vor allem bei den schnelleren E -Bikes, die mit bis zu 45 km/h fahren, schwierig, deren Tempo richtig einzuschätzen», erklärt Roland Ruch, stellvertretender Dienstchef der Administration Verkehrstechnik. Durch das hohe Tempo und mögliche Fehleinschätzungen steige das Unfallrisiko bei E-Bikes.

Im letzten Jahr hätten sich 18 Verkehrsunfälle mit E-Bikes ereignet, so Ruch. Er appelliert an die E-Bike-Fahrer: «Sie sollen sich der Gefahr bewusst sein, die Geschwindigkeit der Situation anpassen und frühzeitig bremsen.» Ruch lobt aber die ordentliche Leuchtausstattung und somit gute Sichtbarkeit der E-Bikes. Auch die Helmpflicht werde sehr gut befolgt, so Ruchs Eindruck. Eine Statistik über das Einhalten der Vorschriften gebe es aber nicht.

Verzicht auf Zweitwagen

Eine wachsende Zielgruppe sind Pendler, die als Alternative zum Auto oder ÖV ein E-Bike benutzen. Velohändler Burki hält viel davon: «Die Pendler sind mit dem Velo einiges schneller bei der Arbeit und bewegen sich erst noch an der frischen Luft.» Auch im Bikefachgeschäft Velo-Art.ch im Grenchner Velodrome fragen viele Kunden nach einem praktischen Fortbewegungsmittel für den Alltag. «Oft verzichten Pendler für ein Elektrovelo sogar auf einen Zweitwagen», erzählt Mitinhaber Tom Allemann, der auf ein erfolgreiches letztes Jahr mit rund 100 verkauften E-Bikes zurückblicken kann.

Neben den Pendlern seien die Elektrofahrräder auch bei Familien mit Kindern immer beliebter, fügt Buchli an. «Denn der Elektromotor nimmt einem die Last eines Kinderwagens ab.»