Acht bis zehn Runden habe es gebraucht, um einen Entwurf zu erarbeiten, erklärt auf Anfrage Beat Uhlmann, Vizepräsident der Angestelltenkommission.

Die letzten Differenzen seien am vergangenen Dienstag bereinigt worden. «Über das Ergebnis wird eine Betriebsversammlung am kommenden Freitag definitiv entscheiden», skizziert Uhlmann das weitere Vorgehen. Deshalb waren vorerst keine Details über den Inhalt des Vertrages in Erfahrung zu bringen.

«Gut und sozialverträglich»

Einige Eckpunkte sind allerdings bereits an der Betriebsversammlung am 21. Januar präsentiert worden. Die Belegschaft wurde damals gemeinsam durch Vertreter der Angestellten- und Betriebskommission, der Gewerkschaft Unia und der Scintilla-Geschäftsleitung informiert. Demnach können sich beispielsweise betroffene Frauen ab dem 58. Altersjahr und Männer ab dem 59. Altersjahr vorzeitig pensionieren lassen. Zudem wurde vereinbart, dass bis Ende März 2015 keine Kündigungen ausgesprochen werden.

Der auf dem Tisch liegende Entwurf des Sozialplanes sei angesichts der schwierigen Situation «einigermassen gut und sozialverträglich», nimmt Uhlmann eine erste persönliche Beurteilung vor, ohne aber Details zu nennen. Nur so viel: «Zwischen dem alten und dem neuen Sozialplan liegen Welten.» Das Beste wäre natürlich, wenn der Sozialplan gar nie zur Anwendung komme und das Produktionswerk sowie die Arbeitsplätze erhalten blieben.

Zwischenstand Konsultation

Über erste Ergebnisse des laufenden Konsultationsverfahrens soll die Betriebsversammlung im Rahmen einer Zwischenbilanz orientiert werden. Laut der Vereinbarung vom Januar haben die Vertreter des Personals, der Gewerkschaft und der Geschäftsleitung bis Ende dieses Monats Zeit, Möglichkeiten für den Erhalt des Werkes und der Arbeitsplätze intensiv zu prüfen.

Die Arbeit wird durch ein unabhängiges betriebswirtschaftliches Institut begleitet. Es werden Vorschläge erarbeitet, ob überhaupt und wie die Wettbewerbsfähigkeit der Fertigung und Entwicklung am Standort Solothurn wiedererlangt werden können. Parallel dazu wurde die Unternehmensberatung Boston Consulting beauftragt, potenzielle Interessenten für industrielle Aktivitäten am Standort Solothurn zu suchen.

Mitte November 2013 gab der Mutterkonzern Bosch bekannt, dass die Fertigung von Elektrowerkzeugen geschlossen und nach Ungarn verlagert werden soll. Das würde zum Abbau von 330 der 625 Arbeitsplätze führen.