Konjunkturindikator
Der Solothurner Wirtschaftsmotor stottert

Wie schweizweit, ist auch im Kanton Solothurn der Wirtschaftsmotor ins Stottern gekommen. Das regionale Bruttoinlandprodukt (BIP) hat im 2. Quartal 2014 gegenüber dem Vorjahresquartal noch um 0,4 Prozent zugelegt. Hauptgrund sind sinkende Exporte.

Franz Schaible
Drucken
Teilen
Hauptgrund für die magere Entwicklung sind rückläufige Exporte, die gegenüber dem Vorjahresquartal um 6,8 Prozent einbrachen.

Hauptgrund für die magere Entwicklung sind rückläufige Exporte, die gegenüber dem Vorjahresquartal um 6,8 Prozent einbrachen.

Hanspeter Bärtschi

Dies geht aus dem am Donnerstag publizierten Konjunkturindikator der Solothurner Handelskammer hervor.

Noch im ersten Quartal resultierte ein BIP-Plus von 1 Prozent. «Der Indikator deutet auf eine spürbare Abschwächung der Wirtschaftsdynamik hin», erläutert Christian Hunziker, Projektleiter und stellvertretender Direktor der Handelskammer.

Damit liegt Solothurn unter dem nationalen Durchschnitt von 0,6 Prozent, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) diese Woche bekannt gab. Wahrscheinlich ist, dass die Solothurner Wirtschaftsleistung gegenüber dem ersten Quartal 2014 gar gesunken ist. Diese Zahl konnte Hunziker – weil nicht erhoben – nicht liefern. Landesweit vermeldete das Seco nämlich ein Nullwachstum.

Deutlich rückläufige Exporte

Hauptgrund für die magere Entwicklung sind rückläufige Exporte, die gegenüber dem Vorjahresquartal um 6,8 Prozent einbrachen. «Dabei mussten alle drei wichtigsten Solothurner Exportindustrien deutliche Rückgänge verkraften», sagt Hunziker. Bei der Metallindustrie waren es 2,7 Prozent, bei den Warengruppen «Präzisionsinstrumente, Uhren und Bijouterie» 7,5 Prozent sowie «Maschinen, Apparate, Elektronik» 8,8 Prozent. Kumuliert über das erste Halbjahr ergab sich ein Rückgang von 4,2 Prozent, während landesweit ein Plus von 2,5 Prozent gemeldet wurde.

Überraschend ist der Rückgang für Präzisionsinstrumente und Uhren, haben doch etwa die Uhrenausfuhren schweizweit im zweiten Quartal noch zulegen können. Hunziker relativiert und erwähnt dazu das starke Wachstum der Solothurner Ausfuhren dieser Warengruppe im 2013 von 20 Prozent. Zudem könnten die Kantonszahlen nicht telquel mit den Schweizer Zahlen verglichen werden. Die Zollverwaltung registriere nur jene Exporte, die direkt von Solothurn aus ins Ausland gelangten. Es habe aber viele Zulieferer, deren Produkte zuerst an Verarbeiter in anderen Kantonen gelangten und so nur indirekt exportiert würden.

Hunziker will aber die Entwicklung nicht schönreden: «Die Lage ist noch nicht dramatisch, aber wir spüren eine Verlangsamung des Wachstums.»

Aktuelle Nachrichten