Zürich

Der Solothurner und ehemalige NZZ-Ressortchef Sigi Schär ist gestorben

Trauer bei der NZZ - Sigi Schär, ehemaliger Leiter des Ressorts Zürich ist verstorben. (Symbolbild)

Trauer bei der NZZ - Sigi Schär, ehemaliger Leiter des Ressorts Zürich ist verstorben. (Symbolbild)

Am vergangenen Mittwoch ist Sigi Schär, ehemaliger Leiter des Ressorts Zürich der Neuen Zürcher Zeitung gestorben. Schär wurde 1942 in Oensingen geboren und hat immer grossen Wert darauf gelegt nicht Zürcher, sondern Solothurner zu sein.

Der ehemalige Leiter des Ressorts Zürich der "Neuen Zürcher Zeitung" (NZZ), Sigi Schär, ist tot. Der "Grandseigneur des Lokaljournalismus", wie er in einem Nachruf der NZZ bezeichnet wird, starb gemäss Todesanzeige am vergangenen Mittwoch nach langer Krankheit 72-jährig.

Thomas Ribi, der 2006 bei der NZZ die Ressortleitung von Sigi Schär übernommen hatte, bezeichnete seinen Vorgänger in der NZZ-Ausgabe vom Dienstag als "Zürcher durch und durch" - auch wenn Schär stets grossen Wert darauf gelegt habe, nicht Zürcher zu sein, sondern Solothurner.

Schär wurde 1942 in Oensingen geboren und besuchte später die Mittelschule in Solothurn. Nach einer Verwaltungslehre arbeitete er einige Zeit bei General Motors Suisse SA in Biel, um das Französisch zu verbessern.

"Ich fühlte mich aber weder zu Autos noch zum Französischen hingezogen, sondern zu Kunst, Literatur, Jazz und Theater", erinnerte sich Schär in einer Gastkolumne, die er kurz nach seiner Pensionierung für den "Altstadt Kurier" geschrieben hatte. Deshalb habe er sich 1965 entschlossen, in die Stadt Zürich zu ziehen, die "all meine Sehnsüchte erfüllen konnte".

Schär fand eine Teilzeitstelle bei einem Fachbuchverlag und arbeitete am Abend am Theater Hechtplatz. Nach einem Umweg über die Präsidialabteilung der Stadt Zürich landete er in den siebziger Jahren beim Verkehrsverein, wo nach seinen eigenen Worten "Zürich zum ersten Mal mein Beruf wurde."

Als stellvertretender Verkehrsdirektor war es seine Aufgabe, Zürich im Ausland als Kongressstadt anzupreisen und die grossen Hotels an den Mann und die Frau zu bringen. So reiste er als Zürich-Verkäufer mit dem Alphorn beladen vor allem nach Amerika und blies das Alphorn für Zürich.
Später Einstieg in den Journalismus

Zum Journalismus fand Sigi Schär erst mit 36 Jahren. 1978 trat er in die Lokalredaktion der NZZ ein. Da schrieb er über den Gemeinderat und über alles und jedes, was Zürich bewegte, über das Sechseläuten, über das Knabenschiessen, über Stadtplanung, Bauen und Architektur. 2001 wurde er Leiter des Ressorts Zürich der NZZ. Fünf Jahre später trat er aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig in den Ruhestand.

Auch als Journalist blieb er seiner grossen Liebe, dem Theater, treu. Ausleben konnte er diese am Theater am Neumarkt. Während fast 20 Jahren gehörte er dem Verwaltungsrat an, davon acht Jahre als Präsident. Dabei war er massgeblich an der Rettung des von der Schliessung bedrohten Theaters beteiligt.

Sigi Schär war mit Johanna Tremp verheiratet. Die ehemalige SP-Kantonsrätin und Stadtzürcher Gemeinderätin starb im vergangenen März knapp 68-jährig.

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