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Der Solothurner Andreas Reize soll neuer Thomaskantor in Leipzig werden

Am 16. Dezember entscheidet sich, ob Andreas Reize Thomaskantor in Leipzig wird.

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Der Solothurner Andreas Reize in den Fussstapfen von Johann Sebastian Bach (Archivbild)

Der Solothurner Andreas Reize in den Fussstapfen von Johann Sebastian Bach (Archivbild)

zvg

Die Nachricht vom vergangenen Wochenende aus Leipzig schlug ein wie eine Bombe. «Die Auswahlkommission im Verfahren zur Nachfolge im Thomaskantorat schlägt Andreas Reize (*1975) aus Solothurn zur Berufung zum Thomaskantor vor.» Der Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung werde diese Wahl dem Stadtrat in der Sitzung vom 16. Dezember zur Entscheidung vorlegen.

Einen Nicht-Deutschen und gar ein Solothurner in diesem Amt zu wissen, der damit Nachfolger von Thomaskantor Johann Sebastian Bach sein wird, ist ungewöhnlich. Damit bestätigen sich aber die ausserordentlichen musikalischen Fähigkeiten und das Renommee, das Reize als Chorleiter, besonders in der Sparte Barockmusik, inzwischen international aufweist.

Zwar darf der Kandidat selbst bis zu seiner endgültigen Wahl keinen Kommentar abgeben, doch ist aus dem Umfeld in Leipzig zu hören, dass die Auswahlkommission insbesondere von den pädagogischen Fähigkeiten Reizes überzeugt war. Man erhoffe sich von ihm neue musikalische Impulse für Leipzig und für die Bachinterpretation beim Thomanerchor. Neben der Freude für Reize kommt in Solothurn auch Wehmut auf, ist er doch nebst anderem verantwortlich für so wichtige Institutionen wie die St.-Ursen-Singknaben oder die Leitung der Barockoper auf dem Schloss Waldegg. (frb)