Digitalisierung

Der obligate Gang auf die Gemeinde beim Zügeln war einmal

Zügeln ist schon stressig genug. Mit dem neuen E-Umzugs-System soll es etwas einfacher werden.

Zügeln ist schon stressig genug. Mit dem neuen E-Umzugs-System soll es etwas einfacher werden.

Wer umzieht, musste dafür bisher auf der Gemeinde antraben. Das dürfte bald einmal Geschichte sein. Auch sonst tut sich im Bereich E-Government einiges im Kanton Solothurn.

Heimatschein verlangen, auf der Gemeinde abmelden, am neuen Wohnort anmelden: Wer bisher umzog, kam um diese Behördengänge nicht herum. Das soll sich nun ändern. In Zukunft soll der Ortswechsel ganz einfach online abgewickelt werden können. Dieser sogenannte E-Umzug wird seit dieser Woche in ersten Gemeinden angeboten, bis Mitte 2020 soll der Service möglichst den ganzen Kanton abdecken.

Das Projekt ist in fünf Pilotgemeinden angelaufen: Grenchen, Solothurn, Olten, Dornach und Hüniken. Diese wurden gezielt ausgesucht: Im Kanton kommen insgesamt fünf verschiedene Einwohner-Kontrollsysteme zum Einsatz. Mit dieser Auswahl sind alle abgedeckt. «Es geht jetzt vor allem darum, zu beweisen, dass das System funktioniert», erklärt Beat Wyler, der die E-Government-Stabsstelle des Kantons leitet. Denn bald einmal sollen möglichst viele Gemeinden diesen Service anbieten. Dafür ist man allerdings auf deren Goodwill angewiesen. Eine gesetzliche Grundlage für eine Einführungspflicht gibt es keine. Das Rad neu erfinden musste der Kanton Solothurn nicht. Der E-Umzug hat sich in anderen Kantonen, in Zürich oder im Aargau zum Beispiel, bereits etabliert. Von dort wisse man auch: «Das System läuft stabil. Überraschungen sind keine zu erwarten», so Wyler.

Was bringts? Was kostets?

Bezahlt wird das Projekt vom Kanton. Einziger Kostenpunkt für die Gemeinden: Damit die lokalen Einwohner-Kontrollsysteme mit dem E-Umzugs-System kompatibel sind, wird eine spezielle Software benötigt. Diese kostet je nach Typ und Gemeindegrösse mehrere hundert bis höchstens ein paar tausend Franken, erklärt Wyler. Auch vom Aufwand her wird sich für die Gemeinden nichts essenziell verändern, ist er überzeugt. Es werde wohl zu einer Verlagerung weg vom herkömmlichen Schalter-Dienst hin zum Backoffice kommen. Die Neuerung soll vor allem dem Bürger etwas bringen: Dieser spart sich zwei Behördengänge.

Da das Projekt erst diese Woche angelaufen ist, gibt es noch kaum Erfahrungen zu vermelden. Bei den Pilotgemeinden ist man aber positiv gestimmt: Als innovative Stadt sei man gerne an vorderster Front mit dabei, wenn es um die Einführung von kantonalen Projekte gehe, sagt etwa Oltens Stadtschreiber Markus Dietler. Auch die Einschätzung, dass sich beim Aufwand für die Gemeinden insgesamt nichts ändern werde, teilt er.

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