Bundesinventar
Der Obere Hauenstein ist ein geschützter historischer Verkehrsweg

Im Kanton Solothurn gibt es insgesamt neun Gebiete, die zum Bundesinventar Landschaften und Naturdenkmäler (BNL) gehören. In einer Serie werden sieben davon näher vorgestellt. Teil I: Der Obere Hauenstein.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Auch die «Römerstrasse» zwischen Balsthal und Holderbank gehört zu den unter Schutz gestellten historischen Verkehrswegen. Sie wird heute als Wanderweg genutzt.Thomas Ulrich

Auch die «Römerstrasse» zwischen Balsthal und Holderbank gehört zu den unter Schutz gestellten historischen Verkehrswegen. Sie wird heute als Wanderweg genutzt.Thomas Ulrich

Thomas Ulrich

Unter der Bezeichnung BNL 1012 ist das Belchen-Passwanggebiet unter Schutz des Bundes gestellt. Es umfasst insgesamt 6494 Hektaren und liegt in den Kantonen Basel-Landschaft und Solothurn. Ein typisches Gebiet des Faltenjuras. In weiten Teilen ist die Gegend dünn besiedelt. Trotz dieser Abgeschiedenheit durchschneidet das Gebiet einen Verkehrsweg von nationaler Bedeutung: den Oberen Hauenstein.

Balsthal, Holderbank und Langenbruck (BL) waren bis zur Eröffnung der Autobahn wichtige Etappenorte an der Handelsroute Basel-Gotthard. Vermutlich wurde der Obere Hauenstein bereits in der Bronzezeit überquert. Sicher ist, dass er eine bedeutende römische Juratransversale darstellte.

Serie – Teil 1

Das Bundesinventar Landschaften und Naturdenkmäler (BNL) existiert seit 1977 und wurde am 1. Juni 2017 total revidiert. Es bezeichnet die 162 wertvollsten Landschaften unseres Landes und hat zum Ziel, ihre grosse Vielfalt zu erhalten. Für uns Gelegenheit, sieben der insgesamt total neun BNL-Gebiete des Kantons Solothurn näher vorzustellen.

Der Kanton Solothurn setzt die Ziele der BLN-Gebiete um mit Juraschutzzone, kantonaler Uferschutzzone, kantonalen Naturreservaten, dem Programm kantonale Vorranggebiete Natur und Landschaft sowie mit den freiwilligen Massnahmen des Mehrjahresprogrammes Natur und Landschaft. (frb)

Er war die kürzeste Verbindung zwischen Aventicum und Augusta Raurica. Heute noch ist auf dem sogenannten Römerweg – nun der Wanderweg zwischen Balsthal und Holderbank – die alte befestigte Strasse mit Karrenrinnen zu finden. Früher vermutete man, dass es sich dabei um römische Abnutzungsspuren handelte.

In Stein gemeisselt

Heute weiss man, dass diese eingekerbten Rinnen in die Strassenbefestigung Sicherungsmassnahmen aus dem frühen Mittelalter sind.

Damals wurden die Karrenrinnen extra in die Steine eingemeisselt, damit die schweren Fuhrwerke die steile und gefährliche Stelle mit Seilen gesichert in der vorbestimmten Spur passieren konnten, ohne bei den gefürchteten Radblockaden in den Wald abzurutschen.